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Nachricht vom 15.04.2018    

Naturschützer stellen Forderungskatalog für Westerwälder Seenplatte auf

Nach Informationen der Naturschutzinitiative e. V. und des Vereins Pollichia e. V. lehnt die Europäische Union die Umsetzung eines EU-Life-Projektes an der Westerwälder Seenplatte ab. Die beiden Verbände sehen nun die rheinland-pfälzische Landesregierung und die Eigentümerin der Flächen in der Verantwortung, damit die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt an der Seenplatte auch künftig ausreichenden Natur- und Artenschutz bekommt.

Der Dreifelder Weiher (Foto: Harry Neumann/NI)

Quirnbach/Westerwälder Seenplatte. Nach den der Naturschutzinitiative e. V. (NI) mit Sitz in Quirnbach und dem in Neustadt a. d. Weinstraße ansässigen Verein für Naturforschung und Landespflege, Pollichia e. V., vorliegenden Informationen ist der Antrag des Landes für ein EU-Life-Projekt an der Westerwälder Seenplatte von der Europäischen Union abgelehnt worden. Darüber informieren beide Verbände in einer Pressemitteilung. Ziel des Projektes war es demnach unter anderem, die an der Westerwälder Seenplatte vorkommenden wertvollen Lebensräume langfristig zu sichern und eine auf Dauer angelegte extensive Teichwirtschaft zu gewährleisten.

Westerwälder Seenplatte von herausragender Bedeutung
„Die sieben Teiche und Weiher gehören als FFH Gebiet zum europäischen Natura 2000 Netzwerk und unterliegen daher einem besonderen Schutz. Teilweise sind sie darüber hinaus auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Weiterhin sind sie auch Lebensraum für zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „Als Teil des europäischen Vogelschutzgebietes Westerwald mit einem ausgeprägten Ufervegetationsgürtel sowie umliegenden Feucht- und Nasswiesenflächen, Mähwiesen und Waldteilen ist die Seenplatte als Lebensraum und Brutgebiet für zahlreiche Wasservogelarten ein ökologisches Juwel und ein Rastplatz von überregionaler Bedeutung für die Zugvögel.“ Die Westerwälder Seenplatte sei sowohl hinsichtlich der Vogelwelt als auch der Vegetation von landesweit so herausragender Bedeutung, dass hier allein der Schutz der sensiblen Natur das Maß der Entwicklung sei. Andere Nutzungen, wie eine umweltverträgliche Erholung in dem bisherigen Ausmaß, hätten sich diesem Ziel unterzuordnen.

Naturschutzinitiative betont Einzigartigkeit
„Nur hier gibt es im Westerwald noch die seltenen Zwergbinsengesellschaften (FFH-Lebensraumtyp), nur hier brüten im Westerwald Schwarz- und Rothalstaucher sowie Wasserralle, nur hier sind Kraniche, Große Rohrdommel und sehr viele Enten und Limikolenarten (Regenpfeiferartige) auf der Rast anzutreffen“, betont Diplom-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

Die Bemühungen des Landes um eine EU-Finanzierung, so heißt es weiter in der Pressemitteilung, „sind anzuerkennen. Nach der Ablehnung des EU-Life-Projekt-Antrages sehen die Naturschutzverbände die weitere Entwicklung jedoch mit großer Sorge. Neben der Erholungsfunktion für die Bevölkerung muss die Westerwälder Seenplatte auch weiterhin den strengen Schutzkriterien gerecht werden können.“

Forderungen für Natur- und Artenschutz
Die Naturschutzverbände sehen hier die Landesregierung und die Flächeneigentümerin, die Fürstin zu Wied, in der Verantwortung. Ihr Forderungskatalog:
• Übernahme der Westerwälder Seenplatte durch die Landesregierung von Rheinland-Pfalz oder durch eine Stiftung, die die Gewähr für eine naturschutzorientierte Entwicklung bietet.
• Fortführung und Finanzierung der extensiven Teichbewirtschaftung mit periodischem Ablassen.
• Installierung einer Fachbetreuung in Zusammenarbeit mit den vor Ort aktiven Verbänden, angesiedelt an einer Naturschutzstation.
• Installation eines Informationszentrums und eines auf die Naturschutzbelange hin optimierten Wege- beziehungsweise Besucherkonzeptes.

„Wir werden bei der weiteren Entwicklung sehr genau darauf achten, dass die Schutzbestimmungen für dieses Gebiet strikt eingehalten werden und dem Natur- und Artenschutz die Bedeutung zukommt, die zum Erhalt und zur Verbesserung der Lebensräume vieler Arten dringend erforderlich ist“, betonen Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI, und Pollichia-Präsident Dr. Jürgen Ott. (PM)


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