Werbung

Nachricht vom 22.03.2018    

Rückhaltebecken am Kappesgärtenweg wird gebaut

Für ein neues Hochwasserrückhaltebecken am Kappesgärtenweg investiert die Stadt Montabaur rund 660.000 Euro Baukosten. Das Rückhaltebecken dient als Vorbereitung für die anstehende Sanierung der Stadtbachverrohrung. Der Stadtbach wird auf einer Länge von 1.600 Metern in einem Rohrsystem unter der Innenstadt entlang geführt. Der Kappesgärtenweg bleibt für rund vier Monate gesperrt.

Am Kappesgärtenweg in Montabaur wurde mit dem Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens begonnen. Der Fußweg kann während der Bauzeit von rund vier Monaten nicht von Fußgängern, Radfahrern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen passiert werden. (Foto: Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur)

Montabaur. Der Fußweg Kappesgärtenweg in Montabaur, der zwischen dem Mons-Tabor-Bad und dem Stadtteil Horressen verläuft, bleibt für rund vier Monate für Fußgänger, Fahrräder und landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt. Dort lässt die Stadt Montabaur ein naturnahes Hochwasserrückhaltebecken bauen, das eine Voraussetzung für die geplante Sanierung der Stadtbachverrohrung ist. Die Baumaßnahme hat bereits begonnen.

Der Kappesgärtenweg führte bisher durch eine Senke zwischen dem Mons-Tabor-Bad und Horressen. Diese Senke wird künftig als große Überschwemmungsfläche, eine Art „Wiesenbecken“, mit geregeltem Abfluss dienen. Dazu wird auf dem jetzigen Fußweg ein gut 220 Meter langer Damm aufgeschüttet, auf dem der neue Kappesgärtenweg verlaufen wird. Der neue Fußweg wird dreieinhalb Meter breit sein und eine Asphaltdecke haben. Der Damm wird bis zu dreieinhalb Meter hoch und dient als Begrenzung für das Hochwasserrückhaltebecken. An der tiefsten Stelle, also in der jetzigen Senke, wird ein so genanntes Drosselbauwerk mit einem Schieberegler in den Damm eingebaut, der einen kontrollierten Abfluss des Wassers aus dem Becken ermöglichen soll. Ein ähnliches Drosselbauwerk befindet sich kurz vor dem Ortseingang Horressen unter der L327. Es reguliert dort den Durchfluss des Stadtbachs. Für das Hochwasserrückhaltebecken investiert die Stadt Montabaur rund 660.000 Euro Baukosten.

So funktioniert das Hochwasserrückhaltebecken: Der Biebrichsbach kommt von der Montabaurer Höhe, fließt unterhalb des ehemaligen Trimm-Dich-Pfads entlang und mündet auf der Freifläche zwischen Taunus- und Oderstraße in den Stadtbach. Bei starkem oder langanhaltendem Regen führt er sehr viel Wasser, das – wenn es nicht zurückgehalten wird – ungebremst in den Stadtbach schießt. Am Biebrichsbach wird nun in Höhe der Senke ein Abzweig mit einem so genannten Streichwehr errichtet, das bei Starkregen die Wassermassen in das Wiesenbecken leitet. Von dort kann das Wasser mit Hilfe des Schiebereglers kontrolliert abgelassen werden: Es wird durch einen vorhandenen Bachlauf zunächst in Richtung Weserstraße, dann in einem Rohrsystem unter der Weserstraße hindurch und schließlich in den Stadtbach geleitet. Die Verrohrung unter der Weserstraße erfolgt gegen Ende der dortigen Baumaßnahme „Straßenbeleuchtung“; dazu wird die Weserstraße für wenige Tage komplett gesperrt.

Der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens dient als Vorbereitung für die anstehende Sanierung der Stadtbachverrohrung. Der Stadtbach wird auf einer Länge von 1.600 Metern in einem Rohrsystem unter der Innenstadt entlang geführt. Das Rohrsystem ist inzwischen rund 80 Jahre alt und muss dringend saniert werden. Um diese Arbeiten durchführen zu können, muss allerdings sichergestellt sein, dass der Stadtbach bei lang anhaltendem Regen oder Unwetter nicht wesentlich mehr Wasser als normal mit sich führt. Sonst besteht Lebensgefahr für die Arbeiter, die von zu viel und zu schnell fließendem Wasser mitgerissen werden könnten. Durch die beiden Drosselbauwerke mit Schiebereglern am Stadtbach selbst (unter der L327, siehe oben) und nun am Biebrichsbach unter dem Kappesgärtenweg kann die Wassermenge im Stadtbach künftig reguliert werden. Die Sanierung der Stadtbachverrohrung wird zum großen Teil von Innen erfolgen. Dadurch verkleinert sich der Querschnitt der Rohre und damit deren Kapazitäten. Deshalb wird das Hochwasserrückhaltebecken am Kappesgärtenweg auch nach der Sanierung der Stadtbachverrohrung erhalten bleiben, um dauerhaft die Wassermenge im Stadtbach kontrollieren zu können.

Dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens war ein besonderes Artenschutzprojekt voran gegangen. Auf der Wiesenfläche, die künftig als Überschwemmungsfläche dienen soll, lebte eine besonders streng geschützte Schmetterlingsart: der Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Im Rahmen des Artenschutzprojektes konnte er nun dazu bewegt werden, sich auf die benachbarten Wiesenflächen zurück zu ziehen. Das hat ein aktuelles Gutachten der unteren Naturschutzbehörde bestätigt und damit den Weg frei gemacht für die Baumaßnahme. Für sein Überleben braucht der Wiesenknopf-Ameisenbläuling zwei Partner: Die Pflanze Wiesenknopf und die Rote Ameise. Bei gezielten Schnitt- und Pflegemaßnahmen auf der künftigen Überschwemmungsfläche wurden die Blüten des Wiesenknopfs abgemäht, während sie auf den benachbarten Flächen erhalten blieben. Dadurch hat sich der kleine Schmetterling dorthin zurückgezogen, wo der Wiesenknopf weiterhin blüht und damit seinen Arterhalt sichert. Die Wiesen im Hochwasserrückhaltebecken werden auch künftig zur Zeit der Wiesenknopfblüte gemäht um sicher zu stellen, dass die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge den Bereich weiterhin meiden. (PM)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Kommentare zu: Rückhaltebecken am Kappesgärtenweg wird gebaut

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Region, Artikel vom 05.06.2020

Corona: Zwei neue Fälle im Westerwaldkreis

Corona: Zwei neue Fälle im Westerwaldkreis

Am 5. Juni gibt es 361 (plus 2 gegenüber am Dienstag dieser Woche) bestätigte Fälle im Westerwaldkreis, davon inzwischen 334 wieder genesen. 43 Westerwälder befinden sich in angeordneter Quarantäne.


Hygienepläne der Landesregierung für viele Bereiche jetzt online

Mit der Veröffentlichung der 9. Corona-Bekämpfungsverordnung wurden Hygienekonzepte von B wie Badegewässer bis Z wie Zoos online gestellt. Die neue Rechtsverordnung tritt am 10. Juni in Kraft.


Politik, Artikel vom 05.06.2020

Freibad Hundsangen öffnet am 15. Juni

Freibad Hundsangen öffnet am 15. Juni

Wer am Freibad von Hundsangen vorbei fährt, sieht seit Freitag weißen Rauch aufsteigen. In Hundsangen ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Heizung läuft. Dass die Heizung läuft, ist dem einstimmigen Votum einer Öffnung des Freibades aller im Haupt- und Finanzausschuss vertretenen Partei-Mitglieder verdanken. Selten sah man im Haupt- und Finanzausschuss so viel Einstimmigkeit, wie als es darum ging, die Regularien für eine Öffnung des Freibades zu akzeptieren.


Feuerwehr Haiderbach ist trotz Corona-Einschränkungen voll funktionsfähig

„Auch wenn wir nicht die Feierlichkeiten zum Jubiläum gemeinsam begehen können, so ist es mir wichtig Ihnen allen Dank zu sagen für Ihren unermüdlichen Einsatz für unsere Sicherheit“, so begrüßte die Landtagsabgeordnete Jenny Groß die Vertreter der Feuerwehr auf der Haiderbach. Als kleines Geschenk überreichte sie Stephan Bach, dem Vorsitzenden des Festausschusses und aktivem Feuerwehrmann, zwei Kästen „kleine Löschfahrzeuge“ der heimischen Brauerei.


Kultur, Artikel vom 05.06.2020

Neue Orchideenart nach Westerwälder benannt

Neue Orchideenart nach Westerwälder benannt

Habenaria hermannjosef-rothii, eine neue Erdorchidee aus Ruanda, ist „dem deutschen Theologen und Naturwissenschaftler Dr. Hermann Josef Roth zum 82. Geburtstag gewidmet“. So meldet es soeben die Deutsche Orchideen-Gesellschaft. Ein Forscherteam der Universität Koblenz unter Prof. Dr. Eberhard Fischer mit Dr. Dorothee Killmann, Jean-Paul Lebel und Gilbert Delapierre als Entdecker will damit die Verdienste des Botanikers aus Montabaur als Wissenschaftler, Naturschützer und Fachdidaktiker würdigen.




Aktuelle Artikel aus der Region


Wahl von Grundstück und Grundriss für das Haus

Montabaur. Bei Anlage von Balkon, Terrasse und Wintergarten ist der Lichteinfall wichtig, aber auch der innere Grundriss ...

Ambulantes Operieren als besonders patientenfreundlicher Ansatz

Hadamar. Das Leistungsspektrum der erfahrenen Chirurgin beinhaltet die Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chirurgie der inneren ...

Hoher Schaden durch Verkehrsunfall unter Alkohol

Herschbach. Am 5. Juni ereignete sich gegen 23.37 Uhr in Herschbach, Hauptstraße ein Verkehrsunfall. Ein 19 Jahre alter Fahrzeugführer ...

Corona: Zwei neue Fälle im Westerwaldkreis

Montabaur. Angesichts der weiteren schrittweisen Lockerungen des öffentlichen Lebens gilt es nun umso mehr, die Hygiene- ...

Hygienepläne der Landesregierung für viele Bereiche jetzt online

Region. Neunte Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz (9. CoBeLVO) vom 4. Juni 2020. Sie gilt ab 10. Juni 2020. Dazu ...

Namhafte Spende für Menschen an der „Corona-Front“

Limburg/Diez. Mit ihrer generösen Initiative gelang es den anonymen Spendern, nicht nur zwei, sondern gleich über 230 "Fliegen" ...

Weitere Artikel


Hachenburger SPD nimmt an Meile der Demokratie teil

Hachenburg. Die SPD in Hachenburg begrüßt die überparteiliche „Meile der Demokratie", die vom Verein für Demokratie, Menschenrechte, ...

„Jazz for fun” in Höhr-Grenzhausen

Höhr-Grenzhausen. Das Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat” lädt ein zu „Jazz for fun”. Das Konzert mit Sängerin Ilona ...

Katholiken und Protestanten laden zum „Glaubens-Grundkurs“

Montabaur/Westerwaldkeis. Was in den 1970er-Jahren in einer Londoner Kirchengemeinde als kleiner Einführungskurs in den christlichen ...

Restarbeiten an der B 8 in Arnshöfen beginnen

Arnshöfen. Der Landesbetrieb Mobilität Diez (LBM Diez) teilt mit, dass ab Montag, dem 26. März, Restarbeiten in der Ortsdurchfahrt ...

Reserve des BC „Smash“ Betzdorf siegt zum Saisonabschluss

Betzdorf. Das letzte Kräftemessen der laufenden Saison fand für die Spieler der zweiten Mannschaft des Badminton-Clubs BC ...

IHK fordert: Autobahnamt Montabaur erhalten und stärken

Koblenz/Montabaur. Das Autobahnamt Montabaur muss Teil der aktuell in Gründung befindlichen Bundesautobahngesellschaft werden. ...

Werbung