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Nachricht vom 28.02.2018    

Weltgebetstag: Stifte zeichnen den Weg in bessere Zukunft

Für die einen sind es nur alte Stifte. Für die Mädchen in einem libanesischen Flüchtlingscamp sind sie Wegweiser in eine bessere Zukunft. Mit der Aktion „Stifte machen Mädchen stark“ lädt der diesjährige Weltgebetstag dazu ein, nicht mehr benötigte Kulis, Textmarker und Filzstifte zu spenden. Denn die Schreiber werden nicht nur vernünftig recycelt, sondern eröffnen den jungen Menschen Zugang zur Bildung.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler des Sprachförderkurses am Westerburger Gymnasium (mit ihren Lehrerinnen Heike Niepel und Ricarda Schneider) legen sich für die Stifte-Sammelaktion des Weltgebetstags ins Zeug. Viele Westerwälder Einrichtungen und Gemeinden machen ebenfalls mit. Foto: Peter Bongard

Westerwaldkreis. Pro Griffel fließt ein Cent in das Programm Beit el-Nour, das Flüchtlingskindern den Besuch von Schulunterricht ermöglicht. Auch im Westerwald unterstützen etliche Kirchengemeinden und Einrichtungen die Aktion und sammeln mit viel Engagement ausrangierte Schreibgeräte.

Zu denjenigen, die sich besonders ins Zeug legen, gehört das Westerburger Konrad-Adenauer-Gymnasium und dessen Sprachförderklasse. Das Besondere: Die zehn Mädchen und drei Jungs der Klasse sind vor einigen Jahren selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und können sich gut mit dem Thema identifizieren, sagt deren Lehrerin Ricarda Schneider. „Die Kinder stammen aus Syrien und haben jahrelang keine Schule von innen gesehen. Sie verstehen, was die libyschen Mädchen im Moment durchmachen und wie wichtig Bildung ist“. Ihre Kollegin Heike Niepel pflichtet ihr bei: „Nach zwei Jahren sind die Kinder des Sprachkurses in unserem Schulsystem angekommen. Mehr noch: Schule gibt ihnen Sicherheit. Einige sind mir nach den Sommerferien in die Arme gefallen – vor lauter Freude, dass der Unterricht endlich wieder losgeht. Außerdem ist unser Gymnasium eine Umweltschule. Der Recycling-Gedanke liegt uns also auch sehr am Herzen.“

Mustafa ist erst vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen. Inzwischen spricht er unsere Sprache flüssig und macht am Konrad-Adenauer-Gymnasium besonders eifrig Werbung für das Stifte-Projekt: „Mein Freund und ich gehen von Klasse zu Klasse und bitten die Lehrer und Schüler, ihre alten Stifte in die Kiste zu werfen. Das mache ich gerne, denn dadurch können wir den Mädchen in Libyen helfen – so wie uns geholfen wurde, als wir hier nach Deutschland kamen.“

Noch bis zum Jahresende läuft die Stifte-Aktion zum Weltgebetstag. Im Westerwald stehen die Kisten nicht nur im Konrad-Adenauer-Gymnasium als registrierter Sammelstelle, sondern unter anderem auch im Selterser Haus der Kirche (Saynstraße 4), dem Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg, der Westerburger Realschule Plus sowie in zahlreichen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden.

Sobald die Sammelkisten voll sind, wird deren Inhalt zunächst gewogen, danach zerkleinert, von Tinten und anderen Flüssigkeiten befreit, dann eingeschmolzen und später zu neuen Plastikprodukten verarbeitet. Die abgegeben Kisten müssen mindestens 15 Kilogramm an Stiften enthalten, dürfen aber nicht schwerer als 31 Kilogramm sein.

Die Sponsoren der Aktion – ein großer Schreibartikelhersteller und ein Recyclingunternehmen – spenden für jeden abgegebenen Stift jeweils einen Cent an das Weltgebetstagsprojekt, das wiederum das Programm Beit el-Nour unterstützt. Beit el-Nour ermöglicht in der Region Beirut Hunderten von Mädchen den Besuch von Schulunterricht und das Lernen in ruhiger Umgebung. Die meist schwer traumatisierten Kinder erhalten außerdem sozial-pädagogische und therapeutische Begleitung. (bon)

Weitere Sammelstellen sind willkommen und können unter stifte@weltgebetstag.de angemeldet werden.

Im Detail: Der Weltgebetstag
Der Weltgebetstag ist seit rund 130 Jahren die weltweit größte Basisbewegung christlicher Frauen. Er ist ökumenisch und setzt sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Jedes Jahr widmet sich der Weltgebetstag einem anderen Land: Dieses Mal steht das südamerikanische Surinam im Mittelpunkt. Der Weltgebetstag findet immer am ersten Freitag im März statt, dieses Mal also am kommenden Freitag, 2. März. Die zahlreichen Gottesdienste, die an diesem Tag weltweit stattfinden, folgen dabei festen Texten, Liedern und Gebeten. (bon)


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