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Nachricht vom 04.02.2018    

Volle Hütte bei Kinderkappensitzung in Hundsangen

Seit über 25 Jahren ist die Kinder - und Jugendkappensitzung fester Bestandteil im Jahreskalender des Hundsänger Carnevalvereins. Eine absolute Erfolgsgeschichte. Alle Jahre wieder: Ein stetig sprudelnder Born an Talenten, aus dem später für die großen Kappensitzungen des HCV geschöpft werden kann. So zeigten auch in diesem Jahr wieder 84 Kinder und junge Jugendliche in der proppenvollen Ollmersch-Halle ihr großes närrisches Können.

Fotos: Verein

Hundsangen. Sie schienen wie junge Rennpferde in ihren Startboxen zu scharren. Als dann mit „Jetzt geht’s los“ der musikalische Startschuss ertönte, waren sie nicht mehr zu halten. Der Elferrat marschierte durch den Saal und annektierte nicht nur das Podium der Bühne, sondern nahm auch das Publikum mit seiner guten Laune für sich ein. Souverän begrüßte Sitzungspräsident Elias Neundter in geschliffenen Reimen sein Publikum und stellte anschließend in gleicher Vortragsform Pointen reich seinen Elferrat vor.

Als ersten Punkt in seinem bunten Programm präsentierte er die HCV-Mini-Garde. Die Tanzgruppe besteht aus sage und schreibe 36 Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Sie legten los mit einem Elan und einer Begeisterung, dass das Publikum sofort mitgerissen wurde. Die drei Trainerinnen Marie Eichmann, Alisa Heep und Chiara Höhn hatten es wieder einmal verstanden, die wuselige Rasselbande auf den Punkt in Höchstform zu bringen.

Die Bütt wurde hereingeschoben und Maximilian Meudt bestieg das traditionsreiche Narrenmöbel, als hätte er im Leben nie etwas anderes gemacht. Man rieb sich die Augen. Es war geradezu unglaublich, mit welcher Perfektion der Elfjährige das Genre der gereimten Büttenrede beherrschte. In eindrucksvoller Rhetorik berichtete er über die alltägliche Zeitspanne zwischen dem morgendlichen Wecken und dem Frühstück dermaßen gewitzt, dass die Körper vor Lachen durchgeschüttelt wurden. Die Rede entstammte der Feder von Christof Meudt.

Weiter ging es mit dem HCV-Junioren-Ballett. Mit ihrem spritzigen Gardetanz sorgten sie dafür, dass es keine Delle in dem hohen Stimmungsniveau in der Ollmerschhalle gab. Eine tänzerisch ausgereifte Gruppe. Perfekt einstudiert von Anne-Kathrin Pörtner.

Dass es nicht immer vieler Worte bedarf, um andere zum Lachen zu bringen, fand wieder einmal seine Bestätigung. Eine weltmännisch und eingebildet auftretende Dame (Zoe Neundter) und ein alles andere als Parkett sicheres Weib (Cara Therstappen) saßen wartend auf einer Bank an einer Haltestelle. Während die eine per Spiegel und Make up Korrekturen an ihrer Äußerlichkeit vornahm, äffte ihr die andere in sehr rustikaler Weise nach. Ein toller Klamauk, bei dem Ina Altbrodt und Anne Schmengler glänzend Regie führten.

Dann wurde es dunkel. Es wirkte zunächst etwas gespenstisch, als im Scheinwerferlicht eine Wand auf der Bühne sichtbar wurde. Es wurde aber sehr schnell lustig, als die Musik „Pink Panther“ erklang und der Kopf von Inspektor Clouseau über der Wand sichtbar wurde. Seine Hände tanzen dann dergestalt über den Rand der Mauer, als habe der gute Inspektor drei Meter lange Arme. Eine Mords Gaudi für das junge Publikum. Unter der Anleitung von Desiree Jeuck und Ann-Kathrin Rupp hatten die „fantastic four“ Elias Marschall, Lina Eckel, Vincent Schneider und Tom Kuhoff die Performance Klasse in Szene gesetzt.

Schon so etwas wie Tradition bei der Kinderkappensitzung des HCV ist die Mini-Playback-Show. Diesmal waren es die Kleinsten der jungen Künstler, die diesen Bühnenpart übernahmen. Putzig, einnehmend und mit ganz viel Können imitierten 13 Jungen und Mädchen die Stars der Rock-, Pop-und Schlagerszene fantastisch. Kathi Althausen, Sandra Eichmann und Anja Wagenbach zeichneten für diesen Auftritt verantwortlich.

Es folgte ein weiterer Auftritt der Mini-Garde, das furios über die Bühne fegte. Szenenwechsel. Das Amtsgericht zu Hundsangen tagte. Auf der Anklagebank, ein gewisser Sandmann (Tristan Wagner). Ihm wurde von der Staatsanwältin (Mathilda Wagner) vorgeworfen, gegen das Einschlafgesetzbuch verstoßen zu haben, in dem er in infamer Weise andere Leute in Schlafzustände versetzt haben soll. Zu einer Verurteilung kam es allerdings nicht, da sowohl Richter Gnadenlos (Ben Brühl), Rechtsanwalt (Jannik Brod) sowie Gerichtsschreiber (Benjamin Röhrig) und Schöffe (Julian Peter) unter den Augen des verschmitzten Sandmannes einschliefen. Ein köstlicher Sketch, der von Wolfgang Gröschen geschrieben und eingeübt wurde.

Erst vor ein paar Monaten gegründet wurde die Show-Tanz-Gruppe Mariposa. Kaum zu glauben; denn die Mädchen zeigten einen dermaßen niveauvollen Showtanz in einer bis zur Perfektion ausgefeilten Ausführung, das Beifallsstürme herausforderte. Eine tolle Choregrafie wurde phantastisch umgesetzt von der drei Trainerinnen Julia Kremer, Chiara Pistor und Aenna Altbrodt.

Schließlich erstürmten zum großen Finale noch einmal alle 86 aktiven Kinder mit ihren 17 Betreuerinnen und Betreuern und das sechsköpfige Orga-Team die Bühne. Und als Theresa und Josefine Merfels die HCV-Hymne „Blau-weiße Sterne stehn“ anstimmten, da sang der ganze Saal mit und es endete eine Veranstaltung auf ganz hohem Level mit herausragenden Leistungen der jungen Karnevalisten, mit tollen Kostümen und Kulissen, mit fantastischen Bühneneffekten und einem begeisterten Publikum in einer proppenvollen Narrhalla. In Hundsangen war wieder einmal die (Narren-) Welt in Ordnung.


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