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Nachricht vom 28.01.2018    

Greenpeace weist Weg zum weltgrößten Meeresschutzgebiet

Einen Wegweiser mit der Aufschrift „Weddellmeer Antarktis: 14.185 Kilometer" hat die Greenpeace-Gruppe Westerwald am 28. Januar am Cinexx Kino in Hachenburg aufgestellt. Mit der Aktion und einem Informationsstand machen die Ehrenamtlichen auf eine historische Chance für den Meeresschutz aufmerksam: Im Herbst entscheidet die Antarktis-Kommission CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) über die Schaffung des weltgrößten Meeresschutzgebiets im Weddellmeer.

Greenpeace-Aktion. Fotos: Veranstalter

Hachenburg. „Die Antarktis erscheint vielen so weit weg; dabei ist sie unser gemeinsames Welterbe und gehört uns allen. Wir müssen die einzigartigen Ökosysteme der Antarktis erhalten, bevor die industrielle Fischerei dort neue Fanggebiete erschließt", sagt Maria Weller von Greenpeace Westerwald.

Der fortschreitende Klimawandel lässt die antarktischen Eismassen schmelzen und öffnet bislang unzugängliche Regionen für die industrielle Krillfischerei. Krill, Schwärme von Kleinkrebsen, ist für das Überleben von Pinguinen, Walen und Robben unerlässlich.

Die scheidende Bundesregierung hatte vorgeschlagen, im Weddellmeer ein Schutzgebiet von rund 1,8 Millionen Quadratkilometern einzurichten. Das entspräche etwa der fünffachen Fläche Deutschlands. Beschließen könnte das neue Schutzgebiet die Antarktis-Kommission CCAMLR auf ihrer Sitzung im Herbst 2018. Greenpeace fordert, dass die neue Bundesregierung dort den Schutzgebietsvorschlag gegen Länder mit starken Fischereiinteressen wie Norwegen, China, Südkorea und Japan durchsetzt.



Greenpeace-Expedition sucht unbekannte Arten
Derzeit ist das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise" auf Expeditionstour entlang der antarktischen Halbinsel. Das Weddellmeer gilt als eine besonders artenreiche und bisher kaum erforschte Region. Mit an Bord: die deutsche Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Sandra Schöttner. Unter der Leitung der Antarktis-Forscherin Dr. Susanne J. Lockhart wird mit bemannten Unterwasserbooten in hunderten Metern Wassertiefe der Meeresboden untersucht. Die Forscher hoffen, unbekannte Arten und besonders schützenswerte Strukturen wie Tiefseeschwämme oder -korallen zu entdecken. Die Daten sollen helfen, den Weddellmeer-Schutzgebietsvorschlag zu stützen. Bisher haben bereits über eine halbe Million Menschen weltweit die internationale Greenpeace-Petition an die Antarktis-Kommission CCAMLR unterzeichnet mit der Forderung, das Schutzgebiet zu beschließen. (PM)


Lokales: Hachenburg & Umgebung
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