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Nachricht vom 17.12.2017    

Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau verteidigt Glyphosat-Zulassung

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau hält die augenblickliche Diskussion um den Einsatz von Glyphosat und Neonikotinoiden für völlig überzogen. Pflanzenschutzmittel seien in den sachkundigen Händen der Landwirte gut aufgehoben. Kritisiert werden die Umweltorganisationen.

Region. Der Präsident des Verbandes, Michael Horper, kann sich diese Diskussion nur auf der Grundlage von Unsicherheit und Halbwissen erklären: „Der fachgerechte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln allgemein und von Glyphosat im Besonderen sind weder gefährlich, gesundheitsgefährdend, noch schädigen sie die Umwelt. Dies zeigen auch Untersuchungen auf Rückstände in den Lebensmitteln. Die in Deutschland hergestellten Lebensmittel weisen grundsätzlich Rückstände deutlich unter den Grenzwerten auf und teilweise sind sie nicht einmal nachweisbar", lässt Horper mitteilen.

"Grenzwertüberschreitungen sind sehr viel häufiger bei Importwaren auszumachen. Das Vertrauen in die Arbeit der deutschen Bäuerinnen und Bauern ist daher gerechtfertigt, denn sie beruht auf hervorragenden Ausbildungs- und Informationsstandards. Alle Anwender von Pflanzenschutzmitteln müssen in Deutschland einen Sachkundenachweis besitzen und damit die entsprechende Sachkunde nachweisen.“

Darüber hinaus seien die Pflanzenschutzmittel auf der Basis langjähriger, wissenschaftlicher Untersuchungen staatlicher Behörden zugelassen.

Deutlich kritisiert Horper allerdings auch die in der Vergangenheit häufig nicht sachkundige Anwendung im Hobby- und Kleingärtnerbereich sowie über fragwürdige Anwendungen in den kommunalen Bereichen oder im öffentlichen Verkehrswesen. Es müsse verschärft gegen den illegalen Verkauf verbotener Pflanzenschutzmittel über das Internet vorgegangen und der Einsatz durch nichtsachkundige Personen müsse konsequenter geahndet werden.

Die Pflanzenschutzmittelzulassungsverfahren in Deutschland seien sehr hart und orientierten sich grundlegend an der Bienenverträglichkeit sowie am Wasserschutz. Die Pflanzenschutzmittel seien in verschiedene Bienengefährdungsklassen eingeteilt und dürften nur zu klar vorgegebenen Zeiten eingesetzt werden. Dies habe sich in Deutschland bewährt. Horper wehrt sich strikt gegen pauschalierte Äußerungen und mediale Angriffe zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und im Weinbau. Es sei schließlich die Realität unseres Marktes, dass Qualitäten gefordert seien, die ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht zu erzielen seien.




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Scharf kritisierte Horper die Vorgehensweisen verschiedener Umweltorganisationen, die die Landwirtschaft verunglimpfen würden, um selbst Vorteile daraus zu ziehen: „Die Kritik am Einsatz von Glyphosat hat eine Dimension erreicht, die geradezu bizarr bzw. grotesk ist. Gerade den Landwirten, die täglich draußen in und mit der Natur arbeiten, liegt die Umwelt sehr am Herzen. Acht Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden ökologisch bewirtschaftet. Auch die Agrarumweltmaßnahmen in der Landwirtschaft und im Weinbau umfassen mittlerweile ca. 120.000 Hektar in Rheinland-Pfalz. Die Landwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst, unsere Gesellschaft kann stolz auf unsere Landwirte und auf die Nahrungsmittelerzeugung in unserem Land sein“, so Horper.

Es liege aber auch an allen Menschen im Land, sich für die Insekten und Pflanzen einzusetzen. So würde eine Vielfalt an Kräutern und Blumen sowie Büschen und blühenden Bäumen die Insektenvielfalt fördern. Die Stein- und Graswüsten müssten nach und nach aus den Gärten verschwinden. Die Verbesserung der Umweltvoraussetzungen für unsere Insekten liege schließlich nicht nur an der Landwirtschaft, sondern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.


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