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Nachricht vom 31.10.2017    

Lesetipp: Das Siegener „gemauerte Haus“ und Burgen des Westerwalds

Das so genannte "gemuurde Hus" zählt zu den großen Rätseln der Stadt Siegen. Zahlreiche Spekulationen ranken sich um das 1946 endgültig zerstörte Anwesen mit seiner markanten Architektur. Der quadratische Grundriss, ein historischer Tonnengewölbekeller, mächtige Mauern und die einst mit Eisengittern gesicherten Fensteröffnungen könnten zumindest für ein Gebäude mit fortifikatorischem Charakter sprechen.

Ausschnitt aus dem Buchtitel. Foto: Verlag

Region. Tatsächlich spekulieren Burgenforscher und Historiker seit mehreren Jahrzehnten über seine mutmaßliche Funktion. Handelte es sich vielleicht um die Reste eines turmartigen Wachtpostens nahe der Sieg? Um eine Wehranlage vom Typ „Festes Haus“? Oder um eine in späteren Jahrhunderten verbaute Turmburg? Doch zu welchem Zweck könnte ein solches Gebäude im Siegtal konstruiert worden sein?

Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen hat sich für sein neues Buch „Das Rätsel des Gemauerten Hauses“ auf Spurensuche begeben. Und dabei erstaunliche Details zusammentragen können. „Die Parallelen zu zeitlich und baulich vergleichbaren, kleineren Turmburgen im südlichen Siegerland und auf dem Westerwald sind jedenfalls sehr auffällig. Diese Wehranlagen wurden häufig ab dem 12. Jahrhundert errichtet und in historischen Schriftquellen bezeichnenderweise selbst oftmals ‚steinerne Häuser‘ genannt“. Für seine Recherchen besuchte der Autor auch zahlreiche Bodendenkmäler und die spärlichen Reste von „Motten“, also künstlich errichteten Erdhügeln, auf denen im Hochmittelalter kleinere Wehrbauten errichtet wurden, im Westerwaldkreis und im Kreis Altenkirchen. Darunter zum Beispiel die „Motten“ im Elbbachtal von Elkenroth sowie in Mauden in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf. Oder die rekonstruierte „Alte Burg“ von Rotenhain. Die abgegangene Burgstelle von Streithausen in der Verbandsgemeinde Hachenburg zählt wohl zu den interessantesten Objekten. Bei dem im Volksmund genannten „Hofküppel“ handelt es sich um eine Motte, deren Nutzung durch archäologische Funde ins 11. bis 15. Jahrhundert datiert werden konnte. Wie der Autor ausführt, lassen sich die geografischen Voraussetzungen und Charakteristika der unterschiedlichen Burgtypen Festes Haus, Motte und Turmburg unter Umständen sogar auf die Situation im alten Siegen übertragen.



„Das Rätsel des Gemauerten Hauses von Siegen“ (ISBN 978-3-95652-228-4) ist im Ancient-Mail-Verlag erschienen und zum Preis von 16,80 Euro ab sofort überall im Buchhandel erhältlich. (PM)


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