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Nachricht vom 04.10.2017    

Sucht ist vorrangig männlich

„Ausschließlich alkoholkranke Männer behandelt in Rheinland-Pfalz lediglich das Fachkrankenhaus Vielbach. Unser geschlechtsspezifischer Therapieansatz ist hinsichtlich der Nachhaltigkeit unserer Rehabilitation deutlich erfolgversprechender als nicht gendersensible Angebote.“ Klinikleiter Joachim J. Jösch bekennt sich zu Beginn der Fachtagung „Männerspezifische Suchttherapie“ deutlich zu der speziellen therapeutischen Ausrichtung seiner Klinik.

Die Tagungsreferenten (v.l.n.r.: Prof. Dr. Heino Stöver, Prof. Dr. Robert Frietsch, Joachim J. Jösch, Sonja Darius, Björn Süfke). Foto: Veranstalter

Vielbach. Suchtverhalten ist geschlechtsspezifisch. Bei Männern sind psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt. 75 Prozent der Behandelten in Suchthilfeeinrichtungen sind Männer.

Den 170 teilnehmenden Gästen der Tagung wurden männerspezifische Expertise und Erfahrungen aus Sucht-Rehabilitation und -Forschung geboten. Die Referenten beleuchten in ihren Beiträgen Ursachen, Entstehungsbedingungen und Verlaufsformen von Abhängigkeit bei Männern. Vor allem ging es darum aufzuzeigen, welche besonderen Chancen für eine gelingende Sucht-Rehabilitation sich durch eine männerspezifische Behandlung bieten.

Prof. Dr. Heino Stöver referierte zum Thema „Männlichkeiten und Sucht“ während Buchautor und Männertherapeut Björn Süfke über die Besonderheiten von Psychotherapie mit Männern berichtete. Klinikleiter Joachim J. Jösch stellte, unterstützt durch Beiträge von Patienten, aktuelle themenspezifische Untersuchungsergebnisse seiner Klinik sowie das gendersensible Therapieangebot des Vielbacher Männertherapiezentrums vor. Nachmittags konnten die Themen in Arbeitsgruppen vertieft werden. Hier ging es auch noch um die Themen „Relevanz von Tieren in der Behandlung speziell von Männern“ sowie „Männerspezifische Sichten auf den Themenbereich Partnerschaft, Liebe und Sexualität“.



„Ein spannender Tag, an dem in beeindruckender Weise Theorie und Praxis eines überaus wichtigen, noch zu wenig beachteten Aspektes der Suchtrehabilitation diskutiert wurde.“, resümierte Tagungsmoderator Prof. Dr. Robert Frietsch von der Hochschule Koblenz. (PM)


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