Werbung

Nachricht vom 22.09.2017    

Reha-Einrichtungen helfen bei drohendem Absturz

Ein unverschuldeter Verkehrsunfall. Eine schwere Allergie oder eine psychische Erkrankung – und schon kann der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden und es droht der gesellschaftliche Absturz. Für diese und viele andere Fälle gibt es einen Anspruch auf eine berufliche Reha. Von Vorteil ist dann, dass es in unserer Region dafür zahlreiche leistungsfähige Einrichtungen mit einem großen Angebot gibt. Drei davon stellte das Forum Soziale Gerechtigkeit jetzt bei einer Infofahrt vor.

Im BFW Koblenz durften die Gäste aus dem Westerwald einige Ausbildungsbereiche kennen lernen. Foto: pr

Region. Unter den 25 Teilnehmenden waren sowohl Mitarbeiter/innen von Behinderteneinrichtungen und Bildungsträgern wie auch Aktive in der Selbsthilfe und Betroffene mit einem Rehabedarf. Bei der Auswertung hinterher zogen alle das Fazit: wer hätte gedacht, dass es im nahen Umkreis von 30 Kilometer so ein vielfältiges Angebot an qualifizierten Möglichkeiten für einen beruflichen Neustart gibt. Angeregt wurde, so eine Infofahrt künftig alle zwei oder drei Jahre in Kooperation mit den Reha-Einrichtungen sowie der Arbeitsagentur und der Rentenversicherung anzubieten.

„Wir bilden hier Jugendliche mit einem besonderen Förderbedarf aus, die oft aus einem problematischen Umfeld kommen und in einem normalen Ausbildungsbetrieb überfordert sind“, stellte Geschäftsführer Ingmar Hannappel im Berufsbildungswerk (BBW) des Heinrich-Hauses in Neuwied fest. Dort werden 400 Jugendliche in 35 verschiedenen Berufen ausgebildet, von denen 350 im eigenen Internat wohnen. Ausbildungsleiter Kurt Wölwer wies darauf hin, dass alle Jugendlichen ein Potential haben: „Wir müssen dieses nur erkennen und dann gezielt fördern“. Einen praktischen Einblick erhielten die Gäste aus dem Westerwald in den kaufmännischen Bereich. Dass die Einrichtung auch volkswirtschaftlich Sinn macht belegt die Tatsache, dass etwa zwei Drittel der Jugendlichen hinterher in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Nächste Station war die Medizinisch Berufliche Reha (MBR) an der BDH-Klinik in Vallendar. Dort freute sich Geschäftsführer Thomas von Kessel über den Besuch: „Es ist für uns wichtig, dass Multiplikatoren, Fachleute und Interessierte wie sie in unser Haus kommen und sehen, was wir für Menschen mit neurologischen Erkrankungen tun können“. Geleistet werde im Haus eine durchgehende Rehabilitation bis zur beruflichen Eingliederung für Menschen mit hirnbedingt schweren Leistungseinschränkungen bis zu Behinderungen wie Autismus und Multipler Sklerose. Ausbildungsleiterin Birgit Heider-Neideck wies darauf hin, dass für alle Rehabilitanden maßgeschneiderte Reha-Angebote erarbeitet, erprobt und verwirklicht werden. Der Besuch endete mit einem Rundgang durch die Metall- und Holzwerkstätten.



„Etwa sechs Monate nach Ende der Ausbildung sind von unseren Absolventinnen und Absolventen etwa 80 Prozent in Arbeit“, stellte Lutz-Eckhard Jores als Kaufmännischer Leiter des CJD-Berufsförderungswerkes (BFW) CJD Koblenz bei seiner Vorstellung der Einrichtung fest. Bis zu 500 Menschen bekommen hier eine neue berufliche Orientierung, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Angeboten werden etwa 50 verschiedene berufliche Bildungsangebote in unterschiedlichsten Berufsfeldern von der Elektrotechnik bis zur Gastronomie. In der Metallwerkstatt und im IT-Bereich wurde dann von Ausbildern und Umschülern der hohe Standard der Ausbildung vorgestellt. „Die Leute, die wir hier ausbilden, haben sofort einen sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz“, meinte der Leiter der Metallwerkstatt stolz.

Als Sprecher des Forums Soziale Gerechtigkeit und „Reiseleiter“ dankte Uli Schmidt allen Gastgebern und Mitreisenden: „Wir wollen die Menschen über das breite Angebot an leistungsfähigen Einrichtungen der beruflichen Reha in der Region informieren und mit dazu beitragen, dass diese immer voll ausgelastet sind“. Nur so könnten diese dauerhaft ihre hohe Leistungsfähigkeit für die Menschen mit einem Rehabedarf erhalten.


Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Unfallflucht am Sportpark in Hachenburg

Am Donnerstagabend ereignete sich in Hachenburg eine Verkehrsunfallflucht. Ein unbekanntes Fahrzeug beschädigte ...

Umjubeltes Kindermusical "Der barmherzige Samariter" in der evangelischen Kirche in Selters

Noch vor wenigen Jahren war es verpönt und kaum vorstellbar, dass in einer Kirche vor und während eines ...

Green Juice wird volljährig: Überraschungssets und Feuerwerk nach Wetterpausen

"Green Juice" ist 18 geworden - Das Festival durfte am 31. Juli und 1. August 2026 seinen Geburtstag ...

Sommerfest im Seniorenzentrum St. Franziskus: Ein Tag voller Musik und Freude

Das Sommerfest im Seniorenzentrum St. Franziskus in Selters war auch dieses Jahr ein großer Erfolg. Bei ...

Nature One 2026: Polizei zieht positive Bilanz

Das Techno-Festival Nature One 2026 verlief aus polizeilicher Sicht bisher bemerkenswert friedlich. Die ...

Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss in Hachenburg

In der Nacht zum 2. August ereignete sich auf der K19 bei Hachenburg ein Verkehrsunfall, bei dem eine ...

Weitere Artikel


Viele singen seit 60 Jahren in Roßbach mit

So klingt Verbundenheit: Der Evangelische Kirchenchor Roßbach feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag ...

Liebenscheider Sänger feiern ein halbes Jahrhundert

Mit je über 130 Gästen bei einem Konzertabend und einem Gottesdienst zum Chorjubiläum hat der Kirchenchor ...

„drop in“ am Großen Markt in Montabaur

Die Reihe „Sommermusik vor dem Rathaus“ am Großen Markt in Montabaur geht am 30. September in der Zeit ...

Unternehmer tauschen sich zu IT-Sicherheit und Datenschutz aus

Die Digitalisierung durchdringt Unternehmensprozesse mehr und mehr – und bringt neben vielfältigen Chancen ...

Schlag gegen Rauschgiftbande aus dem Westerwald

Nach monatelangen Ermittlungen ist dem Rauschgiftkommissariat der Kriminalinspektion Montabaur ein Schlag ...

Vorschau auf die Ausstellung im Raiffeisenjahr in Berlin

Das Raiffeisenjahr 2018 wird mit zahlreichen Veranstaltungen auf nationaler Ebene und ganz besonders ...

Werbung