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Nachricht vom 11.09.2017    

„Windkraftindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar“

Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Naturschutzinitiative e.V. (NI) in Auftrag gegebene wissenschaftliche Untersuchung des renommierten Biologen Dr. rer. nat. Wolfgang Epple in einer Denkschrift. Die Klimadebatte führt zu einer historischen Umdeutung des Naturschutzgedankens. Danach ist ein naturverträglicher Ausbau der Windenergie ein Widerspruch in sich.

Titel der Denkschrift von Dr. Wolfgang Epple. Foto: Verlag

Quirnbach. Ein industrieller Komplex schickt sich im Zeichen der „Klima- und Weltrettung“ an, flächendeckend genau das zu beeinträchtigen und zu zerstören, was es vorgibt, retten zu wollen. Eine naturfressende Industrie soll die Natur bewahren.

Die in der öffentlichen Debatte, gerade auch in den „Mainstream-Medien“ gepflegte diffuse Gleichsetzung von „Klimaschutz“ und Naturschutz ist dafür verantwortlich, dass der bewahrende Ansatz zur Erhaltung der Natur zur Randnotiz der Weltrettung durch „Klimaschutz“ wurde. Die Klimadebatte hat damit zu einer historischen Umdeutung des Naturschutzgedankens geführt.

Die Konfliktkonvergenz, dass die Windkraftindustrie gerade in jene bisher von der industriellen Überformung verschonten naturnahen Landschaftsteile eindringt, wird eingehend beleuchtet. Es wird der Frage nachgegangen, wie gezielt herbeigeführte Normenkollisionen zu einer Schwächung der mühsam über Jahrzehnte erreichten Standards des Naturschutzes führen.

Der von den Verfechtern der Windkraftindustrialisierung und Politik ausgegebene „naturverträgliche Ausbau der Windkraft“ ist bei Würdigung der grundsätzlich nicht lösbaren Konflikte eine „Contradicio in adjecto“ – ein Widerspruch in sich.

Innerhalb der Ökologischen Krise, die der Mensch durch seine Landnahme und sein Eingriffshandeln, durch Lebensraumzerstörung und Energiehunger verursacht hat, müsste der Verlust der Biodiversität weiter an der Spitze der Agenda der Bewahrung aller Lebensgrundlagen stehen. „Klimaschutz“ ist Teil des Naturschutzes und nicht dessen Voraussetzung.

Der technische „Klimaschutz“ hat mit wirtschaftsfreundlicher Ausrichtung den Glauben an das Machbare, an das mögliche „Management“ der Natur und insgesamt den ökonomischen Mythos vom Wachstum noch befeuert.


Keine Industrie ist auf eine solche Menge an sogenannten „Gutachten“ angewiesen, um sich ihre vermeintliche Unbedenklichkeit bestätigen zu lassen. Nach Untersuchungen der Naturschutzinitiative e.V. (NI) handelt es sich bei den der NI vorliegenden „Gutachten“ überwiegend um mangelhafte und unzureichende „Gefälligkeitsgutachten“ für die Windindustrie. Die meisten Anlagen hätten nicht genehmigt werden dürfen. Die in Deutschland stattfindende „Energiewende“ führt zunehmend zu einem Desaster für die Biodiversität.

Es gibt keinen Eingriff ohne Auswirkung. Beim Ausbau der Windenergie manifestiert sich ein Dammbruch ungeahnten Ausmaßes. Eine ungezügelte zerstörerische Dynamik unter dem Deckmantel eines vermeintlichen Klimaschutzes hat zu bisher nicht vorstellbaren Auswüchsen in den Genehmigungsverfahren geführt. Die Verordnungen und Erlasse zum Ausbau der Windenergienutzung haben sich offensichtlich zu einem Instrument zur Umgehung des Natur- und Artenschutzes entwickelt.

Die Hinweise, dass Gutachter, Bürger und Windkraftkritiker unter Druck gesetzt werden, Fachbehörden nicht ohne politische Einflussnahme entscheiden können, Genehmigungsverfahren zumeist unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden, häufen sich. Abwägen, Wegwägen und Umgehen von Natur- und Artenschutz sind offensichtlich die Regel geworden.

Landschaften und optische Beeinträchtigungen werden angeblich „ausgeglichen“, Artenschutzkonflikte werden über sogenannte Monitorings, Vergrämungsmaßnahmen, sogar amtlich angeordnete Horstzerstörungen und „passend gemachte“ Gesetze und Verordnungen ausgehebelt. Die derzeitige Politik ist dabei, Vertrauen in rechtsstaatliches Handeln zu zerstören.

Anträge der Windkraftlobby zum Töten von streng geschützten Tieren (sogenannte Anträge auf Ausnahme vom Tötungsverbot) nach dem Bundesnaturschutzgesetz, das erst kürzlich zugunsten der Windlobby aufgeweicht wurde, führen zu einem Ausverkauf des Natur- und Artenschutzes aus reinen Profitgründen und sind mit europäischem Recht nicht zu vereinbaren.

Sieben Kapitel gehen mit vielen Beispielen und zahlreichen Bildern aus vielen Bundesländern (u.a. aus Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen) den folgenden Fragestellungen nach:

1. Der Naturschutz – ein Opfer des „Klimaschutzes“ ?
2. Die grundsätzlich neue Dimension der Windkraftindustrialisierung: Frontstellung
gegen Natur- und Kulturerbe
3. Der Blick auf einige Konfliktbeteiligte
4. Windkraftindustrie und Landschaftsschutz – Landschaftsschutz vor dem Aus
5. Die Energiewende führt zu einem Biodiversitäts-Desaster - Die spezielle Kollision
der Windkraftindustrie mit dem Natur- und Artenschutz
6. Die ethische Einordnung des Windkraft-Naturschutz-Konfliktes
7. Folge des „grünen“ Verrats – der Konflikt mit der Windkraft als Anschub zur
Neuausrichtung des Naturschutzes?

Die hier vorliegende wissenschaftlich basierte Untersuchung/Denkschrift "Windkraftindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar“ soll anlässlich einer falschen Energiepolitik zum Nachdenken und Innehalten anregen. Dieses Buch soll einen wichtigen Beitrag für einen kritischen Diskurs in Gesellschaft und Politik leisten. Dieser verloren gegangene kritische Diskurs als Errungenschaft einer aufgeklärten Gesellschaft erachten Autor und Herausgeber als notwendiger denn je.

ISBN 978-3-00-057513-6. Bestellungen unter www.naturschutz-initiative.de oder in jeder Buchhandlung. Kosten: 10 Euro zuzüglich Porto und Versandkosten.
(PM Harry Neumann, Bundesvorsitzender der Naturschutzinitiative, Herausgeber)


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