Werbung

Nachricht vom 19.06.2017    

Pfarrer Dietrich ist sehr dankbar für seine Zeit in Montabaur

Er ist einer der dienstältesten evangelischen Pfarrer im Westerwald. Seit 1996 betreut Michael Dietrich die größte protestantische Gemeinde der Region – die evangelische Kirchengemeinde Montabaur. Nun übernimmt er für die letzten zwei Jahre vor seinem Ruhestand noch einmal eine andere Aufgabe als Pfarrer.

Michael Dietrich. Foto: Peter Bongard

Montabaur. Mit einem Gottesdienst sagt er am 25. Juni adieu, und zum Abschied hat er eigentlich nur einen Wunsch: „Ich hoffe, dass die Gemeinde ihren Weg mutig weitergeht. Das ist das größte Geschenk, dass sie mir machen kann.“

Mehr als 20 Jahre hat Michael Dietrich beständig daran gearbeitet, dass ihm seine „Schäfchen“ diesen Gefallen nun tun können. Zwei Dekaden, in denen sich viele Männer und Frauen zu selbstständigen und selbstbewussten Mitarbeitern entwickelt haben: „Wir als Kirche müssen den Leuten etwas zutrauen und sie fördern – besonders die Jugendlichen“, sagt er. „Die fallen nicht fertig vom Himmel. Sie brauchen Zeit, Unterstützung und Aufgaben, die sie bewältigen können. Montabaur ist eine engagierte, lebendige und motivierte Gemeinde mit ganz viel Potential, die ich nicht mit Groll, sondern mit großer Dankbarkeit verlasse. In ihr war ich unglaublich gerne Pfarrer.“

Den letzten Satz betont Michael Dietrich besonders. Als ob er dadurch unterstreichen will, dass es keine nostalgische Abschiedsfloskel, sondern wirklich ernst gemeint ist. Tatsächlich ist in den vergangenen 20 Jahren eine Menge in Montabaur passiert – gerade was die Nachwuchsarbeit betrifft. 1997 entsteht in der Kirchengemeinde ein Jugendtreff, und 1998 ruft Dietrich mit seinem damaligen Kollegen Peter Boucsein den Jugendgottesdienst ins Leben. Allerdings merken die beiden Montabaurer Pfarrer schnell, dass sie nicht genug Zeit haben, um die Jugendlichen angemessen zu betreuen. „Deshalb gründeten wir 1998 den Verein ,Scheinwerfer’, durch den wir die Stelle eines Jugendleiters finanzieren konnten“, sagt Dietrich.

Darüber hinaus setzt sich Dietrich stets dafür ein, dass die Gemeinde eng mit dem Dekanat und der Landeskirche verbunden bleibt. Deshalb übernimmt er immer wieder Aufgaben im Dekanat – unter anderem als Mitglied der Dekanats- und Kirchensynode und von 2005 bis 2010 sogar als Stellvertretender Dekan. Auch das gute Miteinander mit den katholischen Geschwistern liegt ihm am Herzen, was sich an den vielen ökumenischen Gottesdiensten, Bibelabenden und den ökumenischen Dienstgesprächen zeigt.

2002 etablierte er schließlich die Alpha-Kurse in Montabaur. Das sind Vortragsreihen, die in die Grundlagen des christlichen Glaubens einführen und die die Gemeinde seitdem besonders prägen: „Dieses Jahr haben wir den 15. Kurs veranstaltet, und die Gemeinschaft, die wir während der Alpha-Abende erleben, ist immer etwas ganz Besonderes.“



Überhaupt: die Gemeinschaft. Sie ist für den Pfarrer das Herzstück einer lebendigen Gemeinde. Deshalb treffen sich die Montabaurer Christen seit Jahren in regelmäßigen Kleingruppen zum Gespräch, Bibellesen und gemeinsamen Gebet. „Christen brauchen diesen Austausch im Kleinen. Das ist die Grundlage dafür, dass sich die Kirche auch als Ganzes weiterentwickelt“, ist Dietrich überzeugt und ergänzt, dass sich dank der Kleingruppen ein intensives Gebetsleben und eine lebendige Fürbittenkultur in Montabaur etabliert haben. „Inzwischen unterstützen viele treue Beter unsere Kirche.“

Michael Dietrich ist ein Mensch, für den diese geistliche Dimension des Gemeindelebens besonders wichtig ist. Sowohl im seelsorgerlichen Vier-Augen-Gespräch als auch in der Predigt oder in modernen Gottesdienstformen wie dem „GoIn“-Gottesdiensten. „Die gute Nachricht von der Liebe Gottes zu verkündigen, die sich in Jesus Christus offenbart – das unter die Leute zu bringen war und ist mein großes Anliegen.“ Nun hofft der scheidende Pfarrer, dass sich die Gemeinde diesen Blick aufs Wesentliche bewahrt – auch wenn die Zeichen manchmal auf Sturm stehen. „Ich kann den Montabaurern nur von Herzen raten: Haltet den Kontakt zu Christus und zu seinem sichtbaren Leib in dieser Welt: zur Gemeinde. Wenn Ihr beides beherzigt, dann hat unsere Gemeinde und Kirche eine Zukunft.“

Die Zukunft von Michael Dietrich und seiner Frau Isolde liegt unterdessen nicht im Westerwaldkreis, sondern in Fleisbach bei Herborn. „Dort werden wir leben, und dort übernehme ich künftig einige Vertretungsdienste“, sagt Dietrich und hofft, dass er sich nach einigen sehr anstrengenden Monaten wieder auf das konzentrieren kann, was er an seinem Beruf so liebt: „Ich möchte den Menschen Gott nahebringen und hoffe, dass ich das noch lange tun kann. “ (bon)

Der Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Michael Dietrich findet am Sonntag, 25. Juni, um 14 Uhr in der Montabaurer Lutherkirche statt.


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Kommentare zu: Pfarrer Dietrich ist sehr dankbar für seine Zeit in Montabaur

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Region, Artikel vom 20.04.2021

Tierheim Ransbach-Baumbach kämpft ums Überleben

Tierheim Ransbach-Baumbach kämpft ums Überleben

Hilferuf des Tierheims Ransbach-Baumbach, dem im Sinne des Wortes „das Wasser bis zum Hals“ steht. Durch die unhaltbaren Zustände im alten Tierheim Im Mühlenweg in Ransbach-Baumbach, ist der Verein gezwungen, einen Neubau eines Tierheimes in Angriff zu nehmen.


Region, Artikel vom 21.04.2021

Corona im Westerwaldkreis: 61 neue Fälle

Corona im Westerwaldkreis: 61 neue Fälle

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Mittwoch, den 21. April 6.175 (+61) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell 527 aktiv Infizierte, davon 359 Mutationen.


Corona: Westerwaldkreis verlängert Allgemeinverfügung

Die ab 12. April gültige Allgemeinverfügung im Westerwaldkreis, die aufgrund der 100er-Inzidenz und der Vorgaben des Landes RLP zu erlassen war, wird verlängert.


Corona im Westerwaldkreis fordert vier weitere Todesopfer

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Dienstag, den 20. April 6.114 (+21) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell 506 aktiv Infizierte, davon 385 Mutationen.


Politik, Artikel vom 21.04.2021

Behörden warnen: Illegale Schrottsammler unterwegs

Behörden warnen: Illegale Schrottsammler unterwegs

Häufig können im Westerwaldkreis Fahrzeuge beobachtet werden, die unter dem Abspielen der bekannten Tonfolgen Wertstoffschrott einsammeln. Sie sind verstärkt an Samstagen sowie unmittelbar vor dem Zeitpunkt der Sperrmüllabfuhr unterwegs.




Aktuelle Artikel aus der Region


Gut beschirmt durch den Frühling

Montabaur. Die Schirme gibt es als Stockschirm und als Taschenschirm. Sie sind mit acht typischen Montabaur-Motiven geschmückt: ...

Unfallflucht durch LKW in Dreifelden

Dreifelden. Am Dienstag, dem 20. April 2021 befuhr eine Zugmaschine mit Anhänger um 13 Uhr die Kirchstraße aus Richtung Schmidthahn ...

Corona im Westerwaldkreis: 61 neue Fälle

Montabaur. Der aktuelle Inzidenzwert liegt laut Berechnung des Landes bei 142,1, der Landesdurchschnitt bei 140,3.

Erich-Kästner-Realschule ...

Leitungswechsel im Waldrevier Hachenburg

Hachenburg. Dieter Volkening, scheidender Revierleiter Forstrevier Hachenburg, sagt mit der Buche (Fagus Sylvatica) auf Wiedersehen ...

Danke, willkommen und Auf Wiedersehen im Waldrevier

Hachenburg. Pandemiebedingt ist keine öffentliche Verabschiedung und Amtseinführung möglich. Dennoch möchten das Forstamt ...

Wäller Markt wird von VG Rengsdorf-Waldbreitbach unterstützt

Rengsdorf. In der jüngsten Sitzung des VG-Rates Rengsdorf-Waldbreitbach stand der Antrag der SPD-Fraktion „Projektförderung ...

Weitere Artikel


Moderne Hauttransplantation als Wundverschluss

Selters. Reiner Leuer, Chefarzt der Gefäßchirurgie, erörtert in seinem Vortrag moderne Verfahren, die bei vielen Formen der ...

Bundesprogramm „Sprach-Kitas“

Montabaur. Es richtet sich hauptsächlich an Kindertageseinrichtungen, die von einem überdurchschnittlichen hohen Anteil von ...

Großes Lob für Engagement bei TUS-Tennis-Abteilung

Hachenburg. Dank einer Kooperation mit dem Tennisclub Hattert konnten schon in der ersten Medenrunde zahlreiche Mannschaften ...

50. Jubiläumstour hatte nur Sieger

Montabaur/Nassau. Schon der verregnete Start in Nassau war dem bundesweit einzigartigen Jubiläum einer 50. Deutsch-Französischen ...

Interview gewährt Einblicke in Start-up Placing-You

Betzdorf. Die Räumlichkeiten des WW-Labs entsprechen etwa den Vorstellungen einer typischen Start-up Atmosphäre. Die Möbel ...

„Westerwald-Dialog sozial“: Rentner, die einen Job suchen…

Höhr-Grenzhausen. Im Mittelpunkt der zweistündigen Veranstaltung steht die Frage: „Brauchen wir eine Vermittlungsstelle für ...

Werbung