Werbung

Nachricht vom 05.06.2017    

Zünftiges Burgfest auf Burg Rotzenhahn in Rotenhain

Mit einem lauten „Spielt auf“ erklangen die Sackpfeifen der Gruppe „Frenitus“ und dahinter folgte dem Spiel die Mitglieder der edlen Gefolgschaften aus den unterschiedlichsten mittelalterlichen Lagern. Insgesamt 30 Lagergruppen hatten sich zum 6. Mittelalterlager und Markt auf Burg Rotzenhahn in Rotenhain angemeldet, die von dem musikalisch begleiteten Umzug eingestimmt wurden.

Mittelalter lebensecht nachempfunden beim Burgfest. Fotos: Klaus-Dieter Häring

Rotenhain. Schon beim Eingang zum Burggelände hieß es den Wegezoll von fünf Talern zu entrichten, der für Personen in mittelalterlicher Gewandung gesenkt wurde auf drei Taler. Die meisten der vielen Besucher aus nah und fern fanden sich bei tollem Marktwetter in Gewandung ein. Es musste ja nicht immer das herrschaftliche Gewand eines Grafen oder Gräfin sein. Das Gewand eines Edelmannes oder einer Edelfrau tat es da oft auch. Dazwischen sogar viele Menschen, die im Gewand eines Handwerkers über das weitläufige Gelände rund um die Burg zu Rotzenhahn flanierten oder aber auch in Eile über das Gelände schritten, um ihr Handwerk zu zeigen.

Insgesamt 30 Lager aus nah und fern fanden sich wieder ein, um ihre Zelte und das entsprechende Mobiliar aufzubauen. Neben den „Dilltal Germanen“ mit ihrem Fürsten Manfried von den sieben Birken, die ihr Lager in das Jahr 956 versetzten, waren das noch unter anderem „Die freie Ritterschaft von den rheinischen Bergen“, deren Mitglieder sich aus einem Bereich Koblenz, Hunsrück und Westerwald zusammensetzen sowie viele Lager mehr aus ganz Deutschland.

Es gibt aber auch immer mehr heimische Gruppen aus dem Westerwaldkreis oder dem Landkreis Limburg-Weilburg. Darunter die „Wäller Watze“ bei denen es sich um zehn dem Mittelalter zugetane Westerwälder handelt. Hierbei handelt es sich um eine Lagergruppe, die dem Kampf zugetan ist. Das gleiche Interesse hat die ebenfalls zehnköpfige Gruppe aus dem Umkreis von Limburg. Die Gruppe um Christian Merkl besteht seit 2003. Das Interesse wurde bei Christian Merkl durch Kindergeschichten und Comic-Figuren wie „Ivanhoe“ geweckt. Man traf Freunde und gründete mit Gleichgesinnten die „Sippe Loknai“. Darunter auch Dirk Donde aus Limburg-Lindenholzhausen, der sich während des Gesprächs für das Training zu einem Kampf zurechtmachte.

„Conrad von Wehren“, wie er sich im Kreise der Mittelalterfreunde nennt, hat sich dem Mittelalterspiel verschrieben, ohne aber mit der LARP-Szene etwas zu tun haben zu wollen. Bei dieser Szene wird das Geschehen ebenfalls ins Mittelalter verlegt. „Mit Feen und Orks haben wir aber nichts zu tun“, erzählt Dirk Donde. Auch kämpft die LARP-Szene mit Gummischwertern und die „Sippe Loknai“ mit Stahlschwertern. „Da gibt es auch mal blaue Flecken oder ein bisschen mehr“, erzählt der Mann aus Lindenholzhausen mit einem Lächeln. Um nun das ganze Jahr über an solchen Mittelaltertreffen teilnehmen zu können, wurden fünf Zelte angeschafft. „Und da geht auch oft der Jahresurlaub für drauf“. Da muss dann die Familie mitziehen, oder man sucht sich, wie bei Christian Merkl, die entsprechende Frau im Mittelalter, eben auf einem Treffen.

Es geht eben etwas rustikaler zu, was sich auch beim Aufbau der Lager bemerkbar macht. Da zieht beißender Rauch durch die einzelnen Zelte und auf einem Dolch wird ein Stück Fleisch ins Feuer gehalten. Man ist bemüht, im Lebensstil so nah wie möglich an der Mittelalter-Realität zu sein. Einzig bei der Hygiene werden Kompromisse gemacht. „Die Blechtöpfe sind emailliert und auch das Waschzeug ist von heut“. Es machte viel Spaß durch das Lager zu wandeln und den Handwerkern bei ihrer Arbeit, der Bognerei beim Schießen oder den Gauklern bei ihren Späßen zuzuschauen. Und am Abend ging es dann in den Badezuber, um sich vom Lagerstaub zu befreien.

Zufrieden zeigte sich auch Oberritter Pitter (Peter Benner), der von Beginn an dieses Spektakel organisiert und begleitet. Er gönnte sich am Ende ein kühles Bier aus einem entsprechenden Krug und lauschte dem Spiel der Gruppe „Frenitus“ oder blickte dem Kamel nach, das zur Freude der Kinder ein paar Runden über das Gelände machte. kdh


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Westerburg auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
       


Kommentare zu: Zünftiges Burgfest auf Burg Rotzenhahn in Rotenhain

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Landesregierung hatte Bau der Ortsumgehung Rennerod für 2019 versprochen

Der örtliche Wahlkreisabgeordnete im Landtag, Michael Wäschenbach, informiert sich in regelmäßigen Abständen über Projekte in der Verbandsgemeinde Rennerod und insbesondere die Maßnahme der B 54 Ortsumgehung Rennerod. So auch zu Beginn 2020. Eigentlich sollten im abgelaufenen Jahr die Bagger gerollt sein.


Region, Artikel vom 21.01.2020

Zwei LKW kollidiert, beide Fahrer leicht verletzt

Zwei LKW kollidiert, beide Fahrer leicht verletzt

Auf der Autobahn 3 in Höhe Wirges kollidierten zwei Lastkraftwagen, weil ein Fahrer den auflaufenden Stau zu spät erkannte. Beide Brummi-Fahrer wurden leicht verletzt in Krankenhäuser gebracht. Die A 3 war für eine Stunde lang voll gesperrt.


Oberverwaltungsgericht bestätigt: Keine Rodung für geplanten Autohof Heiligenroth

Mit Beschluss vom 10. Januar hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz erneut die Beschwerde des Investors, der Firma Bellersheim Immobilien GmbH & Co. KG, gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Koblenz vom 17. Dezember 2019 zurückgewiesen, die Rodung des Waldstückes bei Heiligenroth zuzulassen. Die Beschwerde sei weder begründet noch rechtfertigten die vom Investor dargelegten Gründe „keine vom Verwaltungsgericht abweichende Entscheidung“, so der Beschluss des OVG in Koblenz.


Auffahrunfall mit drei PKWs und drei Leichtverletzten

Die Unaufmerksamkeit eines jungen Autofahrers wurde diesem und zwei weiteren Verkehrsteilnehmern zum Verhängnis. Der Unfallverursacher schob mit seinem Wagen zwei vor ihm stehende PKW aufeinander. Alle drei Fahrer erlitten leichte Verletzungen und alle drei Autos waren, zum Teil stark, beschädigt.


Region, Artikel vom 20.01.2020

Verkehrsunfall bei Spritztour ohne Führerschein

Verkehrsunfall bei Spritztour ohne Führerschein

Dumm gelaufen: Mit dem Auto der Mutter fuhr ein 18-jähriger Fahrschüler heimlich davon, baute in Nentershausen einen Unfall mit Sachschaden und fuhr wieder heim. Leider hatte er bei dem Unfall ein Nummernschild verloren, sodass die Polizei ihm sehr schnell auf die Schliche kam. Diese stellte auch noch Betäubungsmittelkonsum bei dem jungen Mann fest.




Aktuelle Artikel aus der Region


Klöckner-Kampagne: Wie sieht das Leben der #Dorfkinder aus?

„#Dorfkinder haben den Dreh raus, #Dorfkinder bringen neues Leben in alte Mauern, #Dorfkinder behalten das ganze Team im ...

Verkehrsunfallflucht - Zeugen gesucht

Hirtscheid. Am 20. Januar ereignet sich um 16:45 Uhr zwischen den Ortschaften Alpenrod und Hirtscheid auf der Alpenroder ...

Zwei LKW kollidiert, beide Fahrer leicht verletzt

Wirges. Die beiden unfallbeteiligten Lastkraftwagen befuhren den rechten Fahrstreifen der A 48 aus Richtung Trier kommend ...

Jahreshauptversammlung des Löschzugs Hachenburg

Hachenburg. Nachdem Wehrführer Frank Sieker die Anwesenden, insbesondere die Alterskameraden der Wehr sowie Verbandbürgermeister ...

Auffahrunfall mit drei PKWs und drei Leichtverletzten

Großholbach. Am heutigen 20. Januar gegen 16:30 Uhr, befuhr ein 21-jähriger PKW-Fahrer aus der VG Wallmerod die Landesstraße ...

Verkehrsunfall bei Spritztour ohne Führerschein

Nentershausen. Ein 18-Jähriger, der sich noch in der Fahrschulausbildung befindet, nahm in der vergangenen Nacht zu Hause ...

Weitere Artikel


„De Räuber“ und Reiner Meutsch als Gäste auf der Atzelgifter Jubiläumskirmes

Atzelgift. Der darauffolgende Samstag (10. Juni) steht gemäß dem Highlight dieses Tages unter dem Motto „Heimat für Jung ...

Konzert mit japanischem Pianisten wird nachgeholt

Selters. Es erklingen Sätze aus Klaviersonaten von Brahms und Ludwig van Beethoven sowie Musik von Max Reger und Frédéric ...

Mit dem NABU die heimische Orchideenvielfalt entdecken

Alpenrod. Staunen Sie, welche botanischen Schönheiten und Raritäten Sie vor Ihrer Haustür finden können, erfahren Sie die ...

FC Bayern Fanclub Hoher Westerwald – Sommerfest 2017

Lochum. Da der Wettergott es an diesem herrlichen Tag besonders gut mit den Wällern meinte und Temperaturen bis 32 Grad bescherte, ...

Cappella Taboris im Pfingstgottesdienst

Montabaur. Durch den Gottesdienst führte Pfarrer Michael Dietrich. Angelika Wies brillierte dabei als ausgebildeter hoher ...

(Lebens)Erfahrung ist gefragt

Montabaur. Viele Unternehmen suchen Fachkräfte, und die meisten Frauen haben eine solide Qualifikation. Sie sollten ihr Licht ...

Werbung