Werbung

Nachricht vom 01.03.2017    

Trotz Arbeit sind im WW-Kreis 1.400 Menschen auf Hartz IV angewiesen

Im Westerwaldkreis sind derzeit 1.458 Menschen trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen. Eine große Zahl der Aufstockenden arbeitet in geringfügiger Beschäftigung. So haben 548 Aufstockende nur einen Minijob. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht insbesondere die Minijobs sehr kritisch.

Grafik: Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Dezember 2016

Montabaur. "Die Wirtschaft brummt. Doch viele Menschen im Westerwaldkreis haben nichts davon. Sie gehen arbeiten, können aber nicht davon leben. Das ist ungerecht!", so Sebastian Hebeisen, DGB-Regionsgeschäftsführer Koblenz. "Die Minijobs sind dabei keine Lösung, sondern ein Teil des Problems. Oft gelten Minijobs als Brücke in normale Vollzeitbeschäftigung. In der Realität dagegen sind Minijobs ein Armutsrisiko."

Besonders für Frauen, die nach der Familienphase den Wiedereinstieg in sozialversicherte Arbeit suchen, werden Minijobs zur Sackgasse. Sie bieten meist keine Perspektive auf Qualifizierung und Aufstieg im Beruf. Hinzu kommt, dass keine oder nur eingeschränkte Ansprüche für die gesetzliche Sozialversicherung erworben werden und dies oft über viele Jahre. Erst gilt "Minijob gleich Aushilfe" für viele geringfügig Beschäftigte, im Alter droht dann oft Altersarmut.

"Es ist deshalb dringend notwendig, dass die Jobcenter in der Region mehr für diese Gruppe der Beschäftigten tun", fordert Hebeisen. "Menschen, die sich in einer beruflichen Einbahnstraße befinden, brauchen keinen Druck und keine Sanktionen, sondern mehr Unterstützung.“

Dazu sind mehr Angebote der aktiven Arbeitsmarktpolitik nötig, insbesondere Angebote einer beruflichen Qualifizierung müssen weiter ausgebaut werden. "Viele Menschen mit Minijob wollen gerne mehr arbeiten, das bestätigen auch wissenschaftliche Studien." Für den Gewerkschafter ist deshalb klar: "Wir wollen, dass mehr Minijobs in sozialversicherte Arbeit umgewandelt werden. Der DGB hat dazu einige gute Vorschläge gemacht!“



Aber auch Land und Kommune sieht Hebeisen in der Verantwortung: "Es sind bundesweit vor allem Frauen, die nur eine geringfügige Beschäftigung haben und aufstocken müssen. Viele von ihnen können nur eine begrenzte Anzahl von Stunden arbeiten, da sie Familien- und Pflegearbeit leisten. Deshalb muss die Infrastruktur so ausgebaut werden, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich leichter zu meistern ist."

In den letzten zwölf Monaten ist bundesweit die Zahl der Aufstockenden geringfügig um rund 50.000 gesunken, ist aber mit fast 1,2 Millionen Betroffenen immer noch sehr hoch. Zum Jahresbeginn 2015 wurden 100.000 Minijobs in sozialversicherte Beschäftigung umgewandelt.

"Das liegt am Mindestlohn!", so Hebeisen. "Der Mindestlohn wirkt! Jetzt sind die Jobcenter in der Pflicht, sich mehr um die Aufstockerinnen und Aufstocker zu kümmern. Arm trotz Arbeit darf nicht länger gelten, da gibt es noch einiges zu tun." (PM DGB Region Koblenz)


Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Marktplatz zur Energiewende bringt Menschen und Ideen zusammen

Wie die Energiewende konkret vor Ort gelingen kann, zeigte eine Veranstaltung in Niedererbach. Der Marktplatz ...

Moderne Wohnanlage in Hachenburg stärkt selbstständiges und inklusives Wohnen

Nach rund einem Jahr Bauzeit ist in Hachenburg eine neue inklusive Wohnanlage eröffnet worden. Das Projekt ...

Energieversorgung Mittelrhein erneut unter den innovativsten Mittelständlern

Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) hat es wieder geschafft: Sie gehört zu den innovativsten mittelständischen ...

Neue Fachkräfte für die Region: IHK-Absolventen feiern ihren Erfolg in Montabaur

In Montabaur wurden 174 Absolventen aus dem Rhein-Lahn-Kreis und dem Westerwaldkreis für ihren erfolgreichen ...

Startschuss für den 17. Rewe-Cup in Hachenburg

Der Rewe Markt Hachenburg und die SG Atzelgift/Nister haben den 17. Rewe-Cup eröffnet. Diese Benefizaktion ...

IHK Koblenz vernetzt ab Mai erneut Frauen im Cross-Mentoring-Programm

Die IHK Koblenz setzt ihr erfolgreiches Cross-Mentoring-Programm fort, das speziell zur Förderung von ...

Weitere Artikel


Libellen – fliegende Edelsteine in Selters

Am Sonntag, 12. März, um 17 Uhr nähern sich ein Vortrag und eine Fotoausstellung im Stadthaus Selters ...

Der Arbeitsmarkt sendet allererste Frühlingssignale

Der wichtigste Eckwert am regionalen Arbeitsmarkt hat sich von Januar auf Februar nicht verändert: Die ...

„Das Jüngste Gericht“ von Buxtehude in Marienstatt

Der Kammerchor Marienstatt bietet wieder ein Ereignis, das sich Musikfreunde nicht entgehen lassen sollten. ...

Unfall nach Verkehrsgefährdung - Polizei sucht Verursacher

Am Mittwochmittag, 1. März kam es auf der L 294 bei Hahn bei Marienberg zu einem Verkehrsunfall. Ein ...

Montabaur lässt sich vom Regen den Zug nicht vermiesen

Nein, das hatten die Montabäurer Narren wirklich nicht verdient: Schon wenige Minuten nach dem Start ...

Verkehrsunfall auf der B 414 mit Schwerverletzten

Am Dienstag, 28. Februar, gegen 13 Uhr, kam es aus bisher ungeklärter Ursache auf der B 414 im Bereich ...

Werbung