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Nachricht vom 07.02.2017    

Immer mehr Menschen leben allein

Einsamkeit – sie scheint ansteckend zu sein, weswegen Einsame gemieden werden, und sie geht oft Hand in Hand mit materieller Not. Weswegen für Einsame die gesellschaftliche Teilhabe schwieriger ist. Intelligente Menschen kommen offenbar besser damit zurecht als andere - sagen Forscher.

Region. „Ein Brötchen und ein Croissant, bitte“. Aha. Da ist entweder jemand auf Diät oder er oder sie lebt allein. Und während die anderen Käufer mit prall gefüllten, duftenden XXL-Tüten aus der Bäckerei kommen, lässt der oder die Alleinlebende seinen oder ihren Kauf mal eben in der Jackentasche verschwinden – viel ist es ja nicht.

Rauchen? Übergewicht? Einsamkeit? Egal – alles gleich gefährlich
„Nur um den Einsamen schleichen Gespenster“, soll der Dichter Jean Paul gesagt haben. Ob er damit die Schlaflosigkeit gemeint hat, unter der allein Lebende mehr leiden als „Gruppenmenschen“ oder ihre Neigung zu Depressivität – wir wissen es nicht. Während die Wissenschaft, allen voran der amerikanische Psychologe John Cacioppo, doch einiges zur Verfassung von Menschen, die einsam sind, zusammengetragen hat. Ihm zufolge, und er stützt sich dabei auf 148 Studien, die er ausgewertet hat, ist Einsamkeit genauso gefährlich wie Rauchen oder starkes Übergewicht.

Einsamkeit ist auf dem Vormarsch.
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Warum Einsamkeit ein solches Gesundheitsrisiko darstellt, ist noch nicht genau bekannt. Cacioppo argumentiert so: Dauerhaft zu wenig Sozialkontakte wirkt auf das sympathische Nervensystem, das in der Folge reagiert, als hätte es mit einer akuten Gefahr zu tun - Stress! Das könnte auch der Grund für die Schlafprobleme Einsamer sein, die nun ihrerseits noch eine Schippe drauflegen und dafür sorgen, dass die für ein gesundes Immunsystem so wichtige Nachtruhe gestört ist.

Ansteckend wie Schnupfen
„Sage mir, wer dein Freund ist, und ich sage dir, wer du bist.“ Sie haben einen oder mehrere nahe Freunde, die einsam sind? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie es auch selbst sein werden. Das hat Cacioppo ebenfalls in einer Studie herausgefunden.




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Dazu ein paar Fakten:
Durchschnittlich 48 Tage im Jahr – das sind immerhin vier Tage im Monat – fühlen sich Menschen einsam. Mit jedem Freund, der dazukommt, verringert sich die Einsamkeit um zwei Tage. Der Satz „Ich bin einsam, weil ich einsam, bin“ scheint voll zuzutreffen. Offenbar wird man umso einsamer, je einsamer man sich fühlt. Das könnte auch der Grund sein, warum Menschen, die allein sind, sich nicht unbedingt einsam fühlen, während andere Menschen sich einsam auch unter anderen Menschen fühlen.

Frauen lassen sich eher von Einsamkeitsgefühlen „anstecken“ und geben diese Gefühle auch wie einen Schnupfen eher an andere weiter.

Einsamkeit auf dem Vormarsch
In welcher Lebensphase Einsamkeit besonderes häufig vorkommt, ist bei Frauen und Männern unterschiedlich. Der Trend geht aber ganz klar in Richtung: Die allein Lebenden sind auf dem Vormarsch. Und mit ihnen oft (aber nicht notwendigerweise!) die Einsamkeit.

Während bei den unter 65-Jährigen die Männer häufiger allein leben als Frauen, zeigt das Schaubild von den über 65-Jährigen ein erschreckendes Bild: Die Zahl der allein lebenden Frauen steigt sprunghaft und wie übergangslos an. Etwas genauer verdeutlicht das das nachfolgende Schaubild:

Übrigens ...
Intelligente Menschen scheinen unter Einsamkeitsgefühlen weniger zu leiden. Es scheint sogar so zu sein, dass Angehörige dieser Bevölkerungsgruppe sich glücklicher fühlen mit weniger Freunden. Warum? Weil sie ihr Leben stärker an Zielen ausrichten, meint die Glücksforscherin Carol Graham. Quelle: https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article153471249/Intelligente-sind-mit-weniger-Freunden-besser-dran.html


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