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Nachricht vom 22.09.2016    

Gemeinsam Potentiale geflüchteter Menschen erkennen und stärken

Die Bundesagentur für Arbeit setzt auf Kooperation mit Unternehmen – Chefin der Regionaldirektion besucht die United Internet AG in Montabaur – Erfolgreiches Miteinander vor Ort - Größte Hürde beim Einstieg sind immer noch die Sprachkenntnisse.

Montabaur. Die Anzahl der Menschen, die vor politischer Verfolgung nach Deutschland fliehen und hier politisches Asyl beantragen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2015 wurden in Rheinland-Pfalz rund 19.700 Asylanträge gestellt. Wichtig ist für diese Menschen und unsere Gesellschaft eine frühzeitige Arbeitsmarktintegration. Die Agenturen für Arbeit gehen gemeinsam mit den Arbeitsmarktpartnern den Weg, die Kompetenzen dieser geflüchteten Menschen in einer frühen Phase, bereits in den Landesaufnahmestellen, zu erfassen.

„Für uns ist es das A und O zu wissen, welche sprachlichen und beruflichen Qualifikationen diese Menschen mitbringen. Nur dann ist eine entsprechende Vorbereitung und Vermittlung in den rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt möglich“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Die Beschäftigung ist eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass sich geflüchtete Männer und Frauen tatsächlich in unserer Gesellschaft integrieren können. Auch wir als Bundesagentur für Arbeit haben diesen Weg beschritten und vermehrt Kolleginnen und Kollegen mit ausländischen Wurzeln eingestellt. Der Start in unsere Arbeitswelt ist nicht immer leicht, aber die Hürden werden mit viel Motivation genommen.“

Im Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende lohnt es sich, neue Wege zu gehen. Hierzu gehört auch, die Potentiale von geflüchteten Menschen stärker in den Blick zu nehmen. Sie bringen oft berufliche und soziale Kompetenzen und Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern mit. Dazu gehören beispielsweise Mehrsprachigkeit, Flexibilität und interkulturelle Erfahrungen. Diese Kompetenzen wirken sich positiv auf die gesamte Arbeitsumgebung aus.

Gemeinsam mit Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Montabaur, und Ulrike Mohrs, Geschäftsführerin operativ der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, überzeugte sich Heidrun Schulz bei einem Besuch vom besonderen Engagement der Montabaurer United Internet AG.



Hier stand zunächst die Soforthilfe für Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen im Vordergrund. „Uns war aber schnell klar, dass wir, als erfolgreiches Unternehmen, uns auch um die Integration in die Arbeitswelt kümmern müssen“, erklärt Frank Krause, Vorstand Finanzen und Personal von United Internet. „Mittlerweile haben mehr als 100 Geflüchtete unser Qualifizierungsprojekt „FIT FOR JOB“ erfolgreich absolviert. Diese hohe Teilnehmerzahl haben wir durch die enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit in Montabaur erreicht, mit der wir „FIT FOR JOB“ erstmals im März getestet haben.“

Rund ein Viertel der Teilnehmer absolvierte im Anschluss ein Praktikum in Unternehmen der Firmengruppe, mindestens zehn weitere Teilnehmer haben Plätze in anderen Firmen gefunden. Acht Teilnehmern konnten inzwischen Ausbildungsplätze bei United Internet angeboten werden. „Die größte Hürde beim Einstieg sind immer noch die Sprachkenntnisse“, so Frank Krause. „Fachlich sind viele Flüchtlinge aber gut qualifiziert, und Diversität ist eine klare Bereicherung für unser Unternehmen.“

Agenturleiterin Madeleine Seidel freut sich über die erfolgreiche Kooperation mit United Internet. „In dieser Zusammenarbeit konnte sich unser Integration-Center beweisen, das wir etabliert haben, um Flüchtlinge möglichst rasch und unbürokratisch auf den Weg zur Integration zu bringen. So konnten wir United Internet gemeinsam mit den Jobcentern gut geeignete Kandidaten für „FIT FOR JOB“ vermitteln. Das Engagement des Unternehmens und seiner Beschäftigten ist beispielhaft. Die Flüchtlinge gewinnen nicht nur Wissen und Einblicke in die Praxis; sie erleben auch Hilfe im Alltag und ein vorurteilsfreies Miteinander.“



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