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Nachricht vom 06.09.2016    

Geduld vieler Autofahrer auf harte Probe gestellt

Behördlich angeordnete Umleitungen sorgen während monatelanger Ausbau- und Reparaturmaßnahmen wichtiger Verkehrsadern im Raum Hachenburg für enormen Mehraufwand an Zeit und Geld. Nicht jede ausgeschilderte „Umleitung“ wird befolgt, weil es auch kürzere Alternativen gibt.

L 288. Fotos: Reinhard Panthel

Hachenburg. Jeder Verkehrsteilnehmer freut sich über bessere und sichere Straßen. Aber die Vollsperrung der L 288 zwischen Alpenrod und Hachenburg sorgt immer noch für Unverständnis. Der Landesbetrieb Mobilität in Diez hatte mehrmals auf die Notwendigkeit einer Vollsperrung hingewiesen. Bereits am 20. Juli gab es einen Hinweis darauf, dass sich die Fertigstellung verzögern könne, weil das instand zu setzende Brückenbauwerk durch Fertigbauteile ersetzt werde. Einen Monat später wurde die vorher angekündigte Verzögerung mit Lieferschwierigkeiten begründet, was zu einer Verzögerung bis zum Fertigstellungstermin am 16. September führe. Im amtlichen Mitteilungsblatt der VG Hachenburg gab es einen neuen Termin für die Öffnung der Landessstraße L 288 (9. September), weil es Lieferschwierigkeiten der Fertigbauteile gab.

Diese Instandsetzungsmaßnahme betraf eine Erneuerung der „Oberbachbrücke“ unterhalb der L 288 hindurch. Das war bisher ein einfacher Durchlass, den die Kröten bei der Frühjahrswanderung zu den Laichplätzen nutzen, um zu den Teichen auf der anderen Straßenseite zu gelangen. Alljährlich sorgte eine gespannte Folie für den „richtigen Weg“ der Frösche. Inzwischen ist rechts und links der Fahrbahn auf einigen Metern Länge eine kostenaufwendige Metallschiene eingebaut worden, die die Folie ersetzen soll. Kilometerlange Umleitungswege sind seitdem für die Verkehrsteilnehmer zu bewältigen. Ob die Zusage eines Unternehmers aus Alpenrod auch umgesetzt wird, der seinen Mitarbeitern für die Zeit der Umwege eine Benzinzulage bezahlen will, das bleibt abzuwarten.
Aber nicht nur die wochenlange Vollsperrung der L 288 zwischen Hachenburg und Alpenrod sorgt für Missstimmung. Verkehrsteilnehmern, die aus Richtung Hartenfels nach Hachenburg fahren wollen, wird – bedingt durch den Ausbau der Steinebacher Straße im Stadtteil Altstadt - eine Umleitung auf der B 8 in Richtung Höchstenbach oder Freilingen empfohlen. Auch im Kreuzungsbereich in der Ortsmitte von Steinen zeigen die Umleitungsschilder nicht über die Kreisstraße nach Schmidthahn oder Dreifelden, sondern zuerst einmal nach Freilingen. Auch hier ist die Ortsmitte (B 8) voll gesperrt. Auf der L 288 ist die Straße nach Hachenburg seit Wochen voll gesperrt, sodass die Autofahrer dann nach zuerst Nistertal fahren müssen, um danach über die Nistertalstraße nach Hachenburg zu gelangen. Etwas umständlich, aber von der Behörde so gewollt. Ortskundige haben den Vorteil über die K 1 oder K 138 ihr Ziel zu erreichen. Wer sich nur auf sein Navigationsgerät verlassen muss, der ist bei diesem Wirrwarr zu bedauern. repa




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Dazu ein Kommentar von Reinhard Panthel: Behördliche Anordnungen müssen plausibel sein

Alles, was der Verkehrssicherheit dient, findet die Zustimmung aller Verkehrsteilnehmer. Wenn Schlaglöcher verschwinden und ein neuer Fahrbahnbelagaufgetragen wird, freuen sich alle Motorisierten. Anordnungen der Behörden, die nicht nachvollziehbar sind, sorgen für Ärger und Zweifel an der Richtigkeit. Dieses vieldiskutierte „Brückenbauwerk“ zwischen Hachenburg und Alpenrod ist so ein Streitobjekt. Ein kleines unschuldiges Rinnsal unterhalb der L 288, das seit Jahren seinen Dienst versah, wird nun durch ein im Verhältnis aufwendiges Brückenbauwerk ersetzt. Streitobjekt ist nicht die neue Brücke selbst, sondern die Dauer der Vollsperrung, die für dieses Objekt „angeordnet“ wurde.

Wenn schon eine Brücke aus Fertigteilen, dann ist noch weniger zu verstehen, warum diese Maßnahme mehrere Wochen dauern muss. Diese Baustelle war seit einigen Wochen Ziel von Spaziergängern, die nach den Gründen für die zeitliche Länge der Baumaßnahme suchten. Die Meinung von den „Besuchern“, unter denen sich auch Leute vom Fach befanden, zeigte wenig Verständnis für die Durchführungsdauer.

„Fertigteile anliefern, prüfen, am Fahrbandrand lagern, einbauen und damit fertig….!“ Aber eine Vollsperrung von mehreren Wochen und erkennbaren „Ruhephasen“ an der Baustelle, damit konnte und wollte sich niemand anfreunden. „Genau wie am Flughafen in Berlin, da kannst du dich auch nicht gegen wehren“, kommentierte einer der Spaziergänger, der seinem Frust Luft machte, an Ort und Stelle am vergangenen Sonntag.


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