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Nachricht vom 27.07.2016    

„Warum?“… ist und bleibt die entscheidende Frage

Die bald abgeschlossenen Sanierungsarbeiten in der historischen Innenstadt von Hachenburg werfen immer wieder die entscheidende Frage nach dem „Warum?“ auf. Nicht die Frage nach der notwendigen Instandsetzung und Sicherung für den Erhalt der wertvollen Bausubstanz, sondern danach, warum es gerade so und nicht anders gemacht wird. Verbessern kann aber auch „verschlimmbessern“ bedeuten. „Hachenburger Brunnen“ sind derzeit die Reizthemen.

Der neue goldene Löwenbrunnen auf dem Hachenburger Marktplatz. Fotos. Reinhard Panthel

Hachenburg. Der Brunnen auf dem historischen alten Mark in Einheit mit dem goldenen Löwen und die zauberhaft schöne Fachwerkhaus-Kulisse ringsum sind und bleiben die meist fotografierten Kleinode der Innenstadt. Jetzt sind „ohne Rücksicht auf Kosten“ Brunnenbecken und Löwe aufwendig saniert worden. Auch in diesem Fall gibt es bei der Beurteilung des „gelungenen Werkes“ wieder zwei Meinungen in der Bevölkerung. Die politisch Verantwortlichen der Stadt werden das Ergebnis als „genial und viel schöner“ feiern, die Kritiker hingegen bemängeln eine Verfälschung historischer Substanz. Der größte Ärger: „Der sanierte Brunnen ist schon wieder beschädigt!“

Der Brunnentrog ist aufwendig und auf „alt getrimmt“ aus dem bayrischen Klinikum zurück gekommen. Der Löwe erhielt sein neues Goldkleid nicht wie bisher erfolgreich aus der Hand des kostenfrei schaffenden Malermeisters Albert Bendel, sondern auch für ihn „ließ man es sich was kosten“. Warum der Bottich des liebevoll sanierten Brunnens plötzlich auch ein goldfarbenes Innenteil „verordnet“ bekam, bleibt ebenfalls eine offene Frage. Rings um den Brunnen herum zieren plötzlich gepflasterte Zunftzeichen den Marktplatz, der in früheren Zeiten so nie ausgesehen hat. Auch hier bleibt die Frage nach dem Warum. Wodurch allerdings der eben sanierte Brunnenrand erneut beschädigt worden ist, bleibt auch eine weitere Frage. „Ein Schandfleck, wenn man nicht von Flickschusterei sprechen will“.

Ein noch größeres Fragezeichen bezieht sich auf den „neuen Brunnen“ im Bereich der Friedrichstraße/Ecke Schlossberg. Dort ist ein bis zur Sanierungsmaßnahme gerne gesehener schmiedeeiserner Brunnen plötzlich verschwunden und durch „Betonklötzer“ ersetzt worden, die weder ins Stadtbild passen, noch den bisherige Brunnen ersetzen können. Der wird – wenn die Kritiker Recht behalten – demnächst in Altstadt plätschern. repa

Dazu ein Kommentar von Reinhard Panthel
Auch Kritiker lieben ihre Heimat
Das politische Feigenblatt von einmütigen Stadtratsbeschlüssen ist aber kein Garant dafür, dass alle Beschlüsse im Stadtrat auch den Geschmack und das Wohlwollen aller Bürger treffen. Vor allen Dingen gibt es keine Garantie dafür, dass alle Ratsbeschlüssen die allein richtige Lösungsvariante für sich in Anspruch nehmen können. „Im Stadtrat sitzen nicht nur Nicker, sondern doch auch gescheite Leute!“

Eigene Visionen und Kompetenzen führen zum Erfolg. Wer sich nur auf gut bezahlte Architektenvorschläge und „Vorgaben von oben“ verlässt, der gibt zwar viel Geld aus, aber „Verbesserungen“ sind das nicht in jedem Fall. Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn man sich für den Erhalt und die Pflege „historisch gewachsener Zentren“ gegenüber verantwortlich fühlt. Ein liebenswertes Städtchen besteht nicht nur aus Parkplätzen, Parkhäusern, neuen Kaufhäusern und dem Abriss von alten Häusern an Plätzen oder gar ganzen Straßenzügen. „Imhäusers Eck“, „Pickels Villa“, nur um einige zu nennen.

„Verschlimmbessern“, ein Wort, das auch für das moderne Textilhaus auf dem alten Markt zutrifft. Im Mittelalter wären Bauherr und Architekt wahrscheinlich öffentlich auf dem Marktplatz „geteert und gefedert“ worden. Auch diese Sünde wurde vom Rat „abgesegnet“. Anstatt schmuckem Fachwerk gab es „Schieferplatten in Alu-Schienen“ und auch der gesprengte Giebelfirst, der den alten Baumeistern im Mittelalter heilig war. Dafür gab es in der Friedrichstraße auf einen Nachkriegsbau aufgesetztes Fachwerk, das heute noch unerkannt dem Gesamtbild dient.


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