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Nachricht vom 12.07.2016    

1.100 Euro von Sportlern für Missbrauchsopfer

Ultraläufer trotzten schwierigsten Bedingungen auf dem Westerwald-Steig und liefen in 18 Stunden 115 Kilometer. Schimitzek wirbt dem Projekt “Jörg läuft” um Verständnis und möchte über das Thema sexualisierte Gewalt und sexueller Missbrauch aufklären.

Ultraläufer gegen Missbrauch. Foto: privat

Hachenburg. “Der 1. WesterwaldSteig Endurance Trail vom 17.-19. Juni war ein voller Erfolg!” bilanziert Jörg Schimitzek, Veranstalter dieses außergewöhnlichen Laufevents. Bei der diesjährigen Erstauflage des Laufs war das Teilnehmerfeld mit sieben Teilnehmern, darunter einer Läuferin erwartungsgemäß überschaubar, dafür aber die Stimmung sehr familiär. So stand auch gleich von Anfang an fest, dass es keine Zeitnahme geben soll.

Nach der Begrüßung durch Herborns Bürgermeister Hans Benner fiel der Startschuss zur ersten Etappe. Zuvor machte Schimitzek in seiner Ansprache deutlich, wie wichtig die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt und sexuellem Missbrauch ist. Durch die Skandale in öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen der letzten Jahre habe man das Thema Kindesmissbrauch etwas mehr in den Fokus der Öffentlichkeit tragen können. Die Schwierigkeiten mit denen sich die Opfer auseinander setzen müssten, seien aber immer noch nicht überwunden. Schimitzek, der als Kind selbst psychische Gewalt und sexuellen Missbrauch erlebt hat, spricht heute klare Worte. So gäbe es beispielsweise immer noch Verjährungsfristen im Strafrecht, die die Täter schützen, mit verheerenden Folgen für die Opfer.

“Des Weiteren ist das Wissen um den Zusammenhang zwischen den Taten als Solches und den Auswirkungen der schweren Traumatisierungen auf das spätere Leben von Missbrauchsopfern in der Gesellschaft so gut wie nicht vorhanden. Nicht zuletzt auch dadurch bedingt, weil wir Betroffenen unser Schweigen in der Regel erst sehr lange nach dem Missbrauch und meist nur mit Hilfe von Therapien brechen können” so Schimitzek weiter.

Daher wirbt der Familienvater mit seiner Arbeit und dem Projekt “Jörg läuft” insbesondere in diesem Punkt bei allen Menschen - betroffen oder nicht - um Verständnis und möchte aufklären.

Neben dem ernsten Hintergrundthema sollte die Veranstaltung in erster Linie ein Höhepunkt im Laufkalender der Teilnehmer werden. Das Wetter bescherte den Ultras jede Menge Starkregen, Gewitter und aufgeweichte, technisch anspruchsvolle Trails auf dem Westerwald-Steig. Mit einem “Wäller Abend” im Stöffelpark wurden die Läufer für die Anstrengungen der zweiten Tagesetappe in der sensationellen Location - der alten Schmiede - für ihren sportlichen Einsatz belohnt. Das Team um Martin Rudolph, Leiter des Stöffelparks erwartete die Gruppe mit einem BBQ nach Wäller Art.

Parallel zum Westerwald-Steig Endurance Trail organisierte das Land Rheinland-Pfalz einen Wandermarathon, zu dem 22 hochkarätige Blogger eingeladen wurden. Sie durften die touristisch reizvolle Wanderregion Westerwald kennen lernen und werden sie auf ihren Internetseiten und Blogs im Bereich Wandern und Outdoor einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Läufer und Wanderer sind sich auf der Strecke nicht nur begegnet, alle teilnehmenden Blogger haben sich mit einer Spende an der Aktion beteiligt.

Der Zieleinlauf auf dem Alten Markt in Hachenburg war der Höhepunkt der dritten Etappe am Sonntag. Dazu hatte der Werbering Hachenburg unter der Leitung von Karl-Josef Mies einen finalen Versorgungsstand mit Getränken und Obst vorbereitet. Die Beigeordnete Ursula Tiffert-Büsse nahm die Teilnehmer in Empfang und überreichte im Auftrag von Stadtbürgermeister Karl-Wilhelm Röttig ebenfalls eine Spende an die Opferhilfe.

Die Ehrung der Teilnehmer wurde von Isabel Betz vorgenommen. Als Vertreterin des bundesweit tätigen und als gemeinnützig anerkannten Vereins “Gegen Missbrauch e.V.” nahm Frau Betz die Spenden entgegen. Genauso wie Jörg Schimitzek ist auch sie von Kindesmissbrauch betroffen und war von dem Engagement der Teilnehmer absolut begeistert. “Auch für uns als Verein ist es immer noch etwas Besonderes, dass sich Menschen für die Hilfe von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs einsetzen” so Betz.

Nach dem Lauf ist bekanntlich vor dem Lauf. Die ersten Voranmeldungen für 2017 konnte Schimitzek, der die Veranstaltung in Kooperation mit Katrin Schneider vom Westerwald-Steig Touristik-Service in Montabaur organisiert, hat bereits entgegen nehmen.

Nicht zuletzt war der erfolgreiche Verlauf der gesamten Veranstaltung nur durch die großartige Unterstützung eines ehrenamtlichen Helferteams möglich.

Fotos und Videos von den Trainingsläufen bis zur finalen Etappe findet man neben den Hintergrundinformationen auf der Internetseite www.endurance-trail.de.


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