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Nachricht vom 18.06.2016    

Erneuter Zuchterfolg bei den Krallenaffen im Zoo Neuwied

Es fiepst und zirpt im Menschenaffenhaus des Zoo Neuwied. Die durchdringenden, hohen Rufe stammen jedoch weder von der vierköpfigen Schimpansengruppe, noch von den Vögeln, die dort leben. Es ist die Familie der Kaiserschnurrbarttamarine, die lautstark Kontakt hält – denn seit Anfang Mai ist es hier zum zweiten Mal so richtig turbulent: Die Kaiserschnurrbarttamarine haben erneut für Nachwuchs gesorgt.

Mama mit dem Nachwuchs. Foto: Zoo Neuwied

Neuwied. Ein Jahr nach dem ersten Zuchterfolg dieser Tierart, die im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) im Herbst 2014 ins Mittelrheintal gezogen ist, war die Freude bei den Tierpflegern fast noch größer als im Vorjahr: „Mit Nachwuchs hatten wir in diesem Jahr nicht ernsthaft gerechnet – lediglich die Hoffnung war natürlich groß.“, so Tierpflegerin Sarah Klein. Im Winter war das Männchen der Gruppe, der Vater der einjährigen Jungtiere, überraschend verstorben. „Umso glücklicher waren wir dann alle, als eines Morgens zwei kleine Äffchen auf dem Rücken der Mutter zu sehen waren.“

Sorgen bereitete dem Zoo-Team in den ersten Tagen die Aufzucht der beiden Jungtiere, denn laut Literatur sind beide Elternteile dieser Krallenaffen für die Versorgung der Jungtiere vonnöten: Der Vater trägt die Jungtiere mit sich und bringt sie der Mutter nur zum Säugen. Mit etwa drei Monaten erst werden sie entwöhnt und ernähren sich dann wie die erwachsenen Tiere bevorzugt von Baumsäften, Früchten und Insekten. Bis dahin klammern sie sich eigentlich am Fell des Vaters fest.



„Zum Glück haben wir schnell gemerkt, dass die beiden weiblichen Jungtiere vom Vorjahr ihren Vater ganz hervorragend vertreten“, freut sich auch Zoodirektor Mirko Thiel. „Die beiden tragen nun abwechselnd ihre jüngeren Geschwister und werden dabei von der nun vierfachen Mutter im Auge behalten.“

Auch wenn die beiden Jungtiere alt genug sind, um sich selbst zu versorgen, bleiben sie zunächst im größten Zoo in Rheinland-Pfalz. Kaiserschnurrbarttamarine leben meist in Familiengruppen von fünf bis acht Tieren und haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Das gegenseitige „Groomen“ (Fellpflege) ist für die sozialen Kontakte innerhalb der Gruppe sehr wichtig und kann auch bei den Krallenaffen im Zoo Neuwied immer wieder beobachtet werden.

Den außergewöhnlichen Namen verdanken die Tiere übrigens ihrem langen, weißen Schnurrbart, der ihnen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. verleiht.


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