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Nachricht vom 17.06.2016    

Moritz Stoepel mit gelungenem Beitrag zur „Willkommenskultur“

Auch im Westerwald ist die Begegnung mit Fremden heute fast alltäglich: kaum eine Schule ohne Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Ausländische Arbeitskollegen sind ebenso selbstverständlich wie von Immigranten geführte Restaurants. Außerdem sind Dienstreisen in ferne Kontinente und Urlaubsreisen in fremde Länder Alltag geworden.

In jeder Hinsicht einzigartig: Moritz Stoepel begeisterte in Hübingen bei seinem Pro-gramm „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“. Foto: privat

Hübingen. Der Reiz des Fremden und die Angst vor dem Fremden schienen verloren zu gehen. Bis im Herbst 2015 Hundertausende von Flüchtlingen nach Deutschland kamen. Als Beitrag zur Willkommenskultur für diese Menschen in einem für sie fremden Land, luden jetzt das Familienferiendorf Hübingen und der Westerwald-Verein Buchfinkenland zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung ein: Der Schauspieler Moriz Stoepel gastierte in der Kapelle der Einrichtung mit seinem Programm „Fremd ist der Fremde nur unter Fremden“

Der Titel des Programmes stammt von Karl Valentin, der damit wohl den Zusammenhang von Fremden und Migration umschreiben wollte. Also nicht die Außenseiter der Gesellschaft als Fremde, sondern Menschen, die irgendwo anders hingereist sind. Eben in die Fremde, und sich dort nun fremd fühlen und von den Einheimischen als fremd erfahren werden. Feriendorfleiter Andreas Hase freute sich bei seiner Begrüßung über viele Gäste und berichtete, dass die Willkommenskultur in der Einrichtung gelebt werde. Davon zeugten 15 im Feriendorf wohnende jugendliche Flüchtlinge, die mit für eine gut besetzte Kapelle und die zum Thema passende Atmosphäre sorgten.

Für den Westerwald-Verein zitierte Uli Schmidt (Horbach) Karl Valentin, der meinte, dass ein Fremder nur so lange fremd ist, bis er sich nicht mehr fremd fühlt. Er appellierte an alle, dazu einen Beitrag zu leisten, damit sich die Flüchtlinge bei uns schnell nicht mehr fremd und bedroht fühlen müssen.

Nach einem Vorspiel von zwei jungen afghanischen Musikern war Moritz Stoepel dann kaum noch zu bremsen. In dem über zwei Stunden dauernden Programm trug er Werke von ebenso genialen wie berühmten Dichterinnen und Dichter vor. In allen haben sich diese aus verschiedensten Blickwinkeln dem „Fremden“ angenommen. Mal heiter-melancholisch, mal mehr tiefsinnig und absurd. Moritz Stoepel nahm die Gäste im Buchfinkenland mit auf eine Literaturtheaterreise durch das Nahe und Fremde um uns, zwischen uns und in uns - wie immer musikalisch meisterhaft umrahmt auf Akkordeon, Gitarre, Mundharmonika und einigen anderen Instrumenten.




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„Wohin führen all die Wege?“ fragte Stoepel zunächst mit einem Lied von George Moustaki, um darauf zu antworten: „Sie führen immer auf die Suche nach einer Heimat“. In einem Gedicht von Francois Villon behauptete dieser: „Ich bin mit Unglück bis zum Halse zu“ und in Mascha Kaleko´s „Der Eremit“ sagte dieser: „Es hörte ihn keiner weinen. Er zog in die Wüste hinaus. Sie warfen nach ihm mit Steinen. Er baute aus ihnen sein Haus.“

Doch auch viele bekannte deutschsprachige Dichter und Schriftsteller von Erich Fried bis zu Christian Morgenstern leisteten zum Programm ihren Beitrag. So auch Heinrich Heine mit „Oh Freiheit, du bist ein böser Traum“ und Erich Kästner, der behauptete: „Die Menschen werden nicht gescheit, am wenigsten die Christen – trotz aller Händefalterei“. Eindrucksvoll auch ein Auszug aus Hermann Hesses „Steppenwolf“: der hatte nicht gelernt mit seinem Leben zufrieden zu sein.

Doch auch noch aktuelle Künstler trugen zu dem einzigartigen Programm bei. So der Kabarettist Winfried Schmickler in „Die Gier“: „Was ist das für ein Tier, die Gier?
Es frisst an mir, es frisst in dir, will mehr und mehr und frisst uns leer“. Oder Konstantin Wecker mit seiner „Allianz der feigen Vernunft“.

Am Schluss des in jeder Hinsicht herausragenden Vortrages waren sich die Veranstalter einig: dieses Programm müsste eine Pflichtveranstaltung sein für alle die haupt- oder ehrenamtlich mit „Fremden“ arbeiten oder die solche als Nachbarn im eignen Dorf haben.


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