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Nachricht vom 14.06.2016    

Vogelstimmenwanderung brachte im Buchfinkenland viele Erkenntnisse

Es stimmt nicht, dass der Schwarzstorch bevorzugt in CDU-Gemeinden nistet und das Rotkehlchen Dörfer mit SPD-Mehrheit bevorzugt. Ebenso wenig ist es wahr, dass die Mehlschwalbe ihr Nest mit Mehl baut und der Dreckspatz sich besonders im Westerwald wohl fühlt. Auch dass die Wachholderdrossel das gleichnamige Getränk bevorzugt, hält einer fachlichen Prüfung nicht stand.

„Da oben sitzt er“, sagte Vogelexperte Georg Fahl nicht nur einmal zu den Teilneh-menden der Vogelstimmenwanderung des Westerwald-Vereins im Buchfinkenland. Foto: privat

Horbach/Buchfinkenland. Aber bei einer Vogelstimmenwanderung des Westerwald-Vereins Buchfinkenland erfuhren die Frühaufsteher am Sonntagmorgen vom Vogelexperten Georg Fahl aus Meudt doch viel Wahres über die heimische Vogelwelt.

Bereits beim Start am Gasthaus „Zum grünen Baum“ konnten nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Zweigvereins, Manfred Henkes, die ersten Beobachtungen gemacht werden: hier ein Mauersegler, der als einziger heimischer Vogel beim Fliegen schlafen kann oder ein Kleiber, dem es vergönnt ist kopfüber einen Baum runter zu laufen. Zu hören war auch das Rotkehlchen, dessen Gesang am Abend als Letzter die Spaziergänger im Wald erfreut. Und dann begrüßte auch die Blaumeise die „Eindringlinge“ mit leisem Gesang und ihrem Zwitschern. Nicht fehlen durfte bei dem Konzert auch der in der Ferne hämmernde Buntspecht.

Bei dem über zweistündigen Rundgang zur Wüstung „Willgenhausen“ und zurück waren insgesamt stattliche 31 Vogelarten zu hören oder zu sehen. Lange aber mussten die Teilnehmenden auf einen Greifvogel warten, bis dann doch ein Rotmilan majestätisch am Himmel segelte und sein markantes Pfeifen erklingen ließ. Wer gedacht hatte, dass sich im heimischen Buchfinkenland der Buchfink hinter jedem Baum über die Wandergruppe freut, wurde enttäuscht. Nur selten stimmte er sein fröhliches Lied an. Später war aber dann sein Regenruf zu hören, der vor drohendem Ungemacht von oben warnte. Noch früh genug, wie sich zeigen sollte. Wie auf ein Zeichen sangen viele Vögel gleichzeitig, so dass es nicht ganz einfach war, einzelne Stimmen herauszuhören.



„Wieso haben wir eigentlich noch keinen Zilpzalp gehört“ fragte eine Teilnehmerin, wohl wissend, dass es diesen auch im Land der Buchfinken gibt. Und wie bestellt war er dann doch auf dem Rückweg zu hören. „Er ist wie der Kuckuck auch für den Vogelstimmenanfänger gut zu hören, denn er singt seinen eigenen Namen“, stellte der Exkursionsleiter erfreut fest.

Fast zu jedem der Vogelarten wusste Georg Fahl, der auch Mitglied der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz ist, die typischen Merkmale zu nennen, natürlich ohne einen einzigen Blick in ein Bestimmungsbuch zu werfen. Der anerkannte heimische Experte mahnte dazu, den feststellbaren Rückgang an Singvögeln im Westerwald nicht zu ignorieren: „Wir können alle etwas dagegen tun, beispielsweise durch Erhaltung der Nahrungsgrundlagen und den Bau von geeigneten Nistkästen“, so Fahl. Das Anlegen von Rasen dagegen sei schädlich, da die Vögel dort keine Nahrung finden. Fahl lobte in Anwesenheit des zuständigen Revierförsters, dass liegendes und stehendes Totholz heute im Wald bleibt und zahlreichen Arten Lebenstraum bietet.

Die Beschäftigung mit den Vögeln, ihren Verhaltensweisen und ihren Stimmen hat viel Spaß gemacht und wird sicher auch mein Handeln beeinflussen“, meinte einer der von weither angereisten Naturinteressierten. „Nur schade“, so Uli Schmidt vom Vorstand des heimischen Westerwald-Vereins Buchfinkenland, dass so wenig Vereinsmitglieder und „Buchfinken“ an der Veranstaltung teilgenommen haben“.


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