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Nachricht vom 06.06.2016    

Spitzenreiter Albershausen behielt bei Farmers einen kühlen Kopf

American Football: Der Regen prasselt auf das Vordach, bahnt sich am Boden längst einen Weg einmal quer über den Stadionvorplatz. Viele Zuschauer haben sich untergestellt, suchen Schutz - auch vor den ersten Blitzen, die über Montabaur zu sehen sind. Sekunden zuvor hatten die Schiedsrichter das Spitzenspiel abgepfiffen. Die Crusaders gewannen die Partie in Montabaur.

Die Farmers um Quarterback Kevin Brüngel (am Ball) zeigten ein starkes Spiel, mussten sich am Ende aber Tabellenführer Albershausen geschlagen geben. Foto: fischkoppMedien.

Montabaur. Es endete mit einer Enttäuschung für die Fighting Farmers Montabaur, die sich nun - ohnehin schon völlig durchnässt - ruhigen Schrittes den Kabinen nähern. Die Fans unter den Vordächern spenden spontan Applaus, honorieren damit eine phasenweise starke Leistung der Gastgeber. Dass die Westerwälder das Spitzenspiel in der Regionalliga Mitte gegen die Albershausen Crusaders mit 7:20 (0:0, 7:0, 0:14, 0:6) verlieren lag an jenen nicht ganz so starken Phasen, in denen man sich das Leben selbst schwer gemacht hatte. Denn, und das macht die Niederlage so schmerzhaft: Montabaur hatte den Favoriten lange am Rande einer Niederlage.

Dass die Partie überhaupt gespielt werden konnte hatte mancher aufgrund diverser Gewitter-Ankündigungen nicht für möglich gehalten, doch die Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten. Der Starkregen zwei Stunden vor Spielbeginn hatte den Rasen im Mons-Tabor-Stadion zwar tief gemacht, aber auch die hochsommerliche Luft zumindest für die Phase zu Spielbeginn angenehm heruntergekühlt. Farmers gegen Crusaders, Zweiter gegen Erster - das Spitzenspiel konnte planmäßig angepfiffen werden.

Gleichwohl hatten beide Teams sichtbar Probleme mit dem tiefen Geläuf und der Nässe, die sich binnen Sekunden in Kleidung und Spielgerät festsetzte. Zahlreiche einfache Pässe glitten den Receivern durch die Hände, Running Backs kämpften um Halt. Weil obendrein beide Verteidigungsreihen einen gewohnt starken Eindruck machten, blieben gelungene Offensivaktionen zunächst aus. Früh war jedoch schon sichtbar, dass die Farmers-Defense dem spielstarken US-Quarterback der Gäste Tim Morovick und seinen Mitstreitern spürbar die Lust nahmen. Die Crusaders brauchten Geduld - zum ersten Mal in der laufenden Saison, in der der Favorit noch ungeschlagen ist. Bis zur Pause ohne eigene Punkte - das galt es erst einmal zu verdauen.

Auf der Gegenseite sorgte Farmers-Running-Back Zain Gower im zweiten Quarter für den einzigen Touchdown der ersten Spielhälfte. Kurios: Gower war bereits auf dem besten Weg in die Endzone, als er gut 15 Yards davor ohne gegnerische Einwirkung auf dem rutschigen Rasen den Halt verlor. Wenig später aber ging es einmal durch die Mitte und mit mehrfachem Gegnerkontakt zum Touchdown (Zusatzpunkt Tino Balle).

„Jungs, nicht die schlagen uns. Wir schlagen uns selbst.“ Zur Pause war im Crusaders-Lager unüberhörbar, dass man sich vom Ausflug in den Westerwald mehr versprochen hatte. Doch der Spitzenreiter sollte im Stile einer Spitzenmannschaft die passende Antwort geben. Schon früh im dritten Quarter glich Andreas Teichmann mit einem sehenswerten Lauf über 60 Yards (Zusatzpunkt Patrick Schmid) zum 7:7 aus. Gleich mehrfach konnte sich Teichmann dabei von Gegenspielern lösen - die Feuchtigkeit in der Spielkleidung hatte auch seine Vorteile.

Die erstmalige Führung der Gäste resultierte dann aus dem Zusammenspiel von Quarterback Morovick und seinem Top-Receiver Matt Scheuring. Fast das komplette Spiel über hatten die Farmers Scheuring ausschalten können - bis auf einen Return-Touchdown, der jedoch abgepfiffen wurde. Doch im dritten Quarter schnappte sich der Receiver das Zuspiel über 25 Yards von Morovick in der Endzone der Farmers (Zusatzpunkt Schmid). Mit dem knappen 14:7 für Albershausen ging es in das letzte Quarter.



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Mit zunehmender Spieldauer taten sich die Westerwälder jedoch schwer, ihrerseits in der Offensive Akzente zu setzen. Oftmals machte man sich das Leben mit unnötigen und fast immer berechtigten Strafen selbst schwer. Negativbeispiel: In nur einem Drive gab es nach Foulspielen und Fehlstarts insgesamt 35 Yards Strafe, die Westerwälder mussten punten. Umso unglücklicher war das, was dann im vierten Quarter passierte. Die Gastgeber standen tief in der gegnerischen Hälfte, Tim Edmonds hatte gerade ein neues First Down durch die Mitte erlaufen. So dachte man im Farmers-Lager. Weil es eine Zentimeter-Angelegenheit war, streckte Edmonds - am Boden liegend - den Arm mit dem Ball noch nach vorne. Weil er da schon mit beiden Beinen im Gras lag und die Unparteiischen zudem bereits abgepfiffen hatten, machte man sich keine Gedanken darüber, dass Edmonds kurz darauf der Ball aus der Hand rutschte. Zum Entsetzen der Gastgeber entschieden die Schiedsrichter jedoch anders und sprachen Albershausen das Ballrecht zu. Eine bittere Fehlentscheidung, die Montabaur die Chance nahm, die Partie noch einmal auszugleichen. Stattdessen machte auf der Gegenseite kurz vor Ende erneut Teichmann mit einem Lauf den dritten Touchdown der Gäste zum 20:7-Endstand.

„Das Ergebnis ist am Ende sicherlich zu hoch ausgefallen für Albershausen“, sagte auch Farmers-Headcoach Sebastian Haas. „Ein Touchdown Unterschied hätte den Spielverlauf sicherlich besser wiedergespiegelt. Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich gut gespielt - in Offense und Defense. Das war ein harter Fight gegen ein wirklich starkes Team aus Albershausen. In der zweiten Halbzeit konnten wir nicht ganz an diese Leistung anknüpfen, das hat uns in dieser knappen Kiste am Ende das Spiel gekostet.“ Ähnlich sah es Crusaders-Headcoach Michael Frech: „Das war eine ganz knappe Kiste. Montabaur hat stark gespielt und wir konnten auch durch das Wetter unser Spiel nicht so aufziehen wie gewohnt. Am Ende hat den Unterschied ausgemacht, dass wir deutlich weniger Strafen kassiert haben.“

Fü Montabaur geht der Blick nun nach vorne, denn an der starken Ausgangslage in der Liga hat sich nicht viel geändert: „Wir müssen nun unsere Lehren aus diesem Spiel ziehen und nächste Woche in Darmstadt die richtige Antwort geben“, sagte Haas. Fakt ist: Der Play-off-Zug ist auch mit dieser Niederlage noch lange nicht abgefahren für die Westerwälder, die es nach wie vor selbst in der Hand haben, den zweiten Tabellenplatz einzufahren.



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