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Nachricht vom 15.05.2016    

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“

Als hätte Karl Valentin unsere derzeitigen Probleme mit der Integration der Flüchtlinge geahnt, schuf er einst den vielsagenden Satz “Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“. Der bühnenerprobte Schauspieler Moritz Stoepel hat sich den genialen Satz als Titel für sein neues Programm geliehen. Darin nehmen sich ebenso geniale wie berühmte Dichterinnen und Dichter unter den verschiedensten Blickwinkeln dem „Fremden“ an.

Moritz Stoepel. Foto: Veranstalter.

Hübingen. Am Samstag 11.6.2016 gastiert Stoepel mit dieser außergewöhnlichen Veranstaltung zum Thema Willkommenskultur für Flüchtlinge in Hübingen.

Heiter-melancholisch, tiefsinnig und absurd: Moritz Stoepel nimmt die Gäste dann um 20 Uhr in der Kapelle des Familiendorfes mit auf eine Literaturtheaterreise durch das Nahe und Fremde um uns, zwischen uns und in uns - wie immer musikalisch umrahmt. Mit Texten von Mascha Kaléko, Hölderlin und Hesse, sowie von Heinrich Heine, Hilde Domin und vielen mehr.

Hat Stoepel vor zwei Jahren an gleicher Stelle noch mit dem „Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse brilliert, so nimmt er sich jetzt mit Texten berühmter Dichterinnen und Dichter dem Thema "Fremd-Daheim" an: Wir begegnen François Villon, einem ewig heimatlosen Flüchtenden. Oder Friedrich Hölderlin, der fremd im eigenen Land die Erfüllung in einer anderen Idealheimat findet. Nicht fehlen darf Heinrich Heine, ein Zerrissener zwischen zwei Nationalitäten. Und auch dabei Hesses Steppenwolf, der im Grunde seines Herzens ahnte, dass er ein heimatloser Wolf aus der Steppe sei, ein verirrtes Tier, das seine Heimat nicht mehr findet. Oder Rosa Luxemburg, die selbst in Gefangenschaft noch eine kleine Insel von Heimat entdeckt. Nicht zu vergessen Karl Valentin, ein absurd-philosophischer Grübler und Querdenker, dem alles, was er tagtäglich sah und erlebte, irgendwie fremd blieb. Auch dabei Mascha Kaléko, die sich nach vielen Irrfahrten zur Heimat die Liebe erkoren hat.




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Sie alle erzählen von ihren geheimen Wünschen, Sehnsüchten, Freuden und Leiden auf der Suche nach dem "Zuhausesein" im Fremden, beschreiben das bittere Erkennen des Fremden im Vertrauten und philosophieren über die Abgründe und Hoffnungen. Umrahmt von Klängen und Liedern nimmt uns Moritz Stoepel mit auf eine Reise durch die innere Heimat. Kaum etwas könnte die aktuelle Flüchtlingsdebatte besser beleuchten.

Moritz Stoepel ist Gewinner des Harlekin-Preises der Stadt Frankfurt und arbeitet an zahlreichen deutschen Theaterbühnen. Darüber hinaus gastiert er als vielseitiger Solokünstler mit großem Erfolg im In- und Ausland.

Gemeinsame Veranstalter sind das Familienferiendorf in Hübingen und der Westerwald-Verein Buchfinkenland. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 10 Euro. Es gibt keine Karten im Vorverkauf. Einlass um 19.30 Uhr. Info bei Andreas Hase (Feriendorf), Telefon 06439-920040 oder bei Uli Schmidt (Westerwald-Verein), per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.


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