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Nachricht vom 02.05.2016 - 20:31 Uhr    

Sicherheit durch Judokurs für Senioren

Mit einem geschickten O-Soto-Otoshi bringt der hochdekorierte Judolehrer Ernst Elenz aus Montabaur einen seiner Schüler in einem sehr speziellen Judokurs in der alten Kreissporthalle Montabaur bei einer Technikdemonstration zu Fall – nichts Außergewöhnliches in einem Judotraining, mag man da denken. Doch geht es hierbei um einen speziellen Judokurs für Senioren, der neben Fitness Selbstsicherheit und Selbsterkennung verleiht.

Judokurs für Senioren. Foto: privat.

Montabaur. Dabei geht es um weit mehr, als um die Analyse und Synthese einer anspruchsvollen Kampftechnik: der mit dem „Großen Außensturz“ – so die deutsche Übersetzung des Wurfnamens – zu Boden gegangene Kursteilnehmer ist ein bereits in Ehren ergrauter Senior! „Durch die Schulung der Eigenwahrnehmung fördern wir die Körperbeherrschung nicht nur von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sondern auch von Senioren“, meint Ernst Elenz von den Sportfreunden Montabaur aktiv e. V., Träger des rotweißen Gürtels (6. Dan), „und fördern durch das Erlernen eines sinnvollen Verhaltens wertvolle Reaktionen, die den Älteren von uns in vielen Situationen mehr Selbstsicherheit geben – zum Beispiel sowohl bei der Sturzprophylaxe als auch etwa in aggressiven Situationen“. Es geht also um die gezielte Förderung von bejahrteren Mitbürgern, die sich dennoch gerne sportlich engagieren möchten; das Konzept von Ernst Elenz ermutigt alle Interessierten zu einem dauerhaften und regelmäßigen Sporttreiben.

Durch die Eigenart des Judo steht dabei zum einen das Ziel, die Sportlerinnen und Sportler in Grenzsituationen zu bedachten Reaktionen zu befähigen, und zum anderen, durch das Wissen um soziale Bezüge sicher in die Zukunft gehen zu können im Mittelpunkt des Trainierens. „Judo ist im Breitensportsektor bei weitem mehr, als nur eine rein körperliche Kampfsportart“, erklärt Ernst Elenz. Mit diesem außergewöhnlichen Kurs wandte er sich bewusst an gestandene Übungsleiter, die das Gedankengut in ihre Heimatvereine mitnehmen, um es dort weiterzugeben. „Wir zählen auf Multiplikatoren, die auf diese Art und Weise sowohl die interessierten Menschen, als auch unseren Sport in der Region fördern.“

Dabei gliedert sich das Konzept in drei Säulen: die allgemeine Fitness wird zum Beispiel durch Gymnastik, Tai-Chi, Yoga, Rückenschule und andere Sportarten gefördert. Als besonderer Aspekt des Judo werden aber auch einfache Verteidigungsmuster auf Grundlagen verschiedener asiatischer Kampftechniken erlernt. In einem dritten Schritt reflektieren die Kursteilnehmenden ihre Selbstsicherheit, lernen Präventionsverhalten und gelangen so zu einer eigenen Selbsterkennung: in einer Gesellschaft, in der die Menschen zunehmend älter werden, eine wichtige Errungenschaft. „Alles in allem beinhaltet das Konzept ein kontrastreiches und altersgerechtes Programm, um sich den Anforderungen des Alltags besser stellen zu können. Dafür ist tatsächlich eine gewisse körperliche Fitness notwendig, und dafür ist wiederum ein regelmäßiges Training unabdingbar“, meint dazu der etablierte Westerwälder Judolehrer aus Montabaur.

Die verschiedenen zum Teil hochgraduierten Übungsleiter vom ersten bis zum sechsten Dan der umliegenden Judovereine erprobten die Techniken selbst und tauschten sich auch theoretisch über das besondere generationenübergreifende Breitensportkonzept aus. Interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger können sich bei Ernst Elenz informieren (Telefon: 02602 / 180608); der regelmäßig unter dem Dach der Landesregierung Rheinland-Pfalz, der Verbandsgemeinde Montabaur und den Sportfreunden Montabaur aktiv e. V. ausgerichtete Kurs findet mittwochs um 19.30 Uhr in der alten Kreissporthalle (erstes Hallendrittel) statt.

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