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Nachricht vom 25.03.2016    

Aufstieg eines Mittelmäßigen – Schriftenreihe des Stadtarchivs

Im Rahmen einer Einwohnerversammlung wurde am Dienstag, den 23. Februar das nun druckfrische Heft 4 der Schriftenreihe des Stadtarchivs Hachenburg vorgestellt. Jakob Saß schildert den Karriereweg des Adolf Haas und sein mysteriöses Abtauchen nach dem Ende der NS-Terrorherrschaft. Ein Buch mit aktuellen Bezügen.

Vorstellung des Hefts 4 in der Stadthalle. VG-Bürgermeister Peter Klöckner, Stadtbürgermeister K. W. Röttig und Stadtarchivar Dr. J. Friedhoff freuen sich über das neue Buch von Jakob Saß. Foto: Stadtarchiv Hachenburg.

Hachenburg. Mit dem von Jakob Saß, einem aus Berlin stammenden jungen Historiker und freien Autor, liegt erstmals eine fundierte Untersuchung zu dem Hachenburger Adolf Haas vor, dem in der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten ein beeindruckender Aufstieg innerhalb des Parteiapparats gelang. Trotz schlechter Leistungen in der SS-Führerschule München-Dachau stieg Adolf Haas in die SS-Führungselite auf und agierte schließlich als KZ-Kommandant in Wewelsburg-Niederhagen und in Bergen-Belsen. Jakob Saß schildert eindrucksvoll den Karriereweg des Adolf Haas und sein mysteriöses Abtauchen nach dem Ende der NS-Terrorherrschaft.

Respekt verdienen die umfangreichen Studien des Autors, der nicht nur im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde sowie in diversen Gedenkstätten geforscht hat, sondern sich auch in Hachenburg auf die Spurensuche nach Haas begeben hat. Mit der Untersuchung zu Adolf Haas ist zum ersten Mal eine Biographie in der Reihe des Stadtarchivs erschienen. Darüber hinaus ergänzt die Arbeit über Adolf Haas den älteren, von Werner A. Güth, Johannes Kempf und Abraham Frank 2002 verfassten Band „Zachor – Ein Buch des Gedenkens. Zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde Hachenburg“.



Mit der neuen Publikation, die bereits vor ihrer offiziellen Vorstellung reges Interesse geweckt hat, liegt ein Buch vor, das durch die jüngsten Ereignisse – Anschläge und Unterkünfte auf Flüchtlingsunterkünfte – an Aktualität gewinnt, so dass der Studie eine weite Verbreitung zu wünschen ist. Ein Buch, das Fragen aufwirft, zur Diskussion ermuntert und deutliche Parallelen zu der die Medien bestimmenden Diskussion über Fremdenfeindlichkeit aufzeigt. Ein Buch, das nicht zuletzt zu einem Dialog zwischen den Generationen ermuntert. In ihren Grußworten hoben der Verbandsgemeindebürgermeister Peter Klöckner und der Stadtbürgermeister Karl Wilhelm Röttig hervor, wie wichtig jene Impulse sind, die von dem Buch des jungen Berliner Autors ausgehen, der seine Forschungen zu Adolf Haas fortsetzen wird.

Das 68 Seiten umfassende reich illustrierte Heft 4 ist in der Touristinformation Hachenburg sowie im örtlichen Buchhandel zum Preis von 8,80 Euro zu erwerben.


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