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Nachricht vom 27.02.2016    

Für Gottes Lob die richtigen Register der Rieger-Orgel ziehen

Ein Fortbildungstag für Organisten des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen bot ein überzeugendes Leistungsspektrum an der Rieger-Orgel der Abtei Marienstatt. Der Organisten-Nachwuchs entlockte dem „Wunderwerk der Technik“ alle erdenklichen und möglichen Tonlagen in allen Klangfarben.

Orgel-Genuss für Musiker und Zuhörer in Marienstatt. Fotos: Reinhard Panthel.

Marienstatt. Wer von den Laien schon einmal die Gelegenheit hatte, erstmals die Klaviatur der berühmten Rieger-Orgel in der Abteikirche des Klosters Marienstatt zu sehen, fühlte sich in das Cockpit eines Weltraumgefährtes versetzt. Knöpfe, Tasten, Register oben, unten eigentlich überall… und das sind die Bedienungsknöpfe, die jeder Organist blind beherrschen muss. „Einfach weiter spielen… und nicht auf das eigene Hören der Töne warten!“, sagte der Kantor des evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen, der den Nachwuchs zu einer Fortbildungsveranstaltung in die Abteikirche des Klosters Marienstatt eingeladen hatte. Kreiskantor Alexander Kuhlo war begeistert zu sehen, was die jungen Nachwuchsorganisten so alles drauf hatten und mit welcher Begeisterung sie der Orgel im wahrsten Sinne des Wortes alle „Flötentöne“ entlockten.

Die über die Grenzen der Abtei Marienstatt hinaus bekannte „Rieger-Orgel“ wurde 1969 eingebaut und in den Jahren 2005 modifiziert und 2012 mit zusätzlichen Flöten komplettiert. Der für die Orgel zuständige Frater Gregor Brandt OCist hatte ebenfalls Freude den Klängen der jungen Nachwuchsorganisten zu lauschen. Vor allen Dingen die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass es auch in der heutigen Zeit junge Menschen gibt, die das Spielen eines solches Instrumentes erlernen.

Besonders erwähnenswert der Leistungsstand des erst 16-jährigen Felix Flemming aus Langenbach bei Kirburg. Der Realschüler übt daheim auch an seiner kleinen Orgel und ist alle zwei bis drei Wochen in der evangelischen Kirche in Kirburg als Organist im Gottesdienst zu hören. Natalia Nazarenus spielt in der Kreuzkirche in Betzdorf die Orgel. „Land of hope and glory“ erklang und die zufällig in der Abteikirche sitzenden Zuhörer freuten sich über den überraschenden Konzert-Genuss. Jeremias Laurenz, Carina Heit, Anna Rosenkranz, Ben Zimmermann, Lena Schäfer und Lea Dillmann alle noch keine 20 Jahre alt.

Für Stefan Walkenbach aus Giershausen ist seine Organistenausbildung ein dankbares Wunderwerk Gottes. Er wurde als Kind gehörlos geboren, weil seine Mutter in der Schwangerschaft die Röteln hatte. Die Mediziner der Gutenberg-Universität in Mainz machten das Unmögliche möglich und operierten den damals Dreijährigen, der keine Gehörgänge besaß, in verschiedenen Etappen bis zum neunten Lebensjahr und das Wunder geschah. Stefan Walkenbach lernte sprechen und hören und damit begann auch seine Ausbildung zunächst am Klavier und später der Orgel, die er als Organist mit „hervorragend“ abschließen konnte. Er spielt inzwischen die Orgel in der evangelische Kirche in Schöneberg. Am Sonntag, 3. April, ist sein Konzert in der Christuskirche in Altenkirchen, das erst um 21 Uhr beginnt. Ein umfangreiches Kirchenmusik-Programm für das laufende Jahr des Kirchenkreises Altenkirchen liegt vielerorts aus. Kreiskantor Alexander Kuhlo betreut zurzeit 16 Gemeinden und ist besonders froh darüber, dass sein Bemühen gegenüber dem Nachwuchs so reiche Früchte trägt. Zum Schluss der Fortbildungsveranstaltung spielte Alexander Kuhlo die Sonate für G-dur, die einem Organisten alles abverlangt und die Zuhörer und den Nachwuchs in Erstaunen versetzte. repa


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