Werbung

Nachricht vom 21.01.2016    

Praxis der Ausgleichsmaßnahmen für Windenergieanlagen

Im Westerwaldkreis gerieten mehrfach Windenergieanlagen in die Kritik und Bürgerinitiativen kämpften vehement gegen einzelne Standorte von Windrädern. Nun kam heftige Kritik von Seiten des Rechnungshofs, der viel zu geringe Ausgleichszahlungen seitens der Windenergiebetreiber aufdeckte. Die Behauptung, dass die Windenergiebetreiber unrechtmäßige Rabatte auf Ausgleichsmaßnahmen erhalten haben, weist der Bundesverband Windenergie zurück.

Symbolfoto WW-Kurier.

Westerwaldkreis. Der Landesvorsitzende des BWE, Wilhelm Heyne argumentiert: „Herr Kay Scheller, Präsident des Bundesrechnungshofes, gab uns mit den Bemerkungen des Bundesrechnungshofes zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes 2015 das wirklich dienliche Leitmotiv – Zitat: "Eine nachhaltige Haushaltspolitik muss sich auch fragen, wie Gestaltungsspielräume erschlossen und gesichert werden können."

Vom Landesrechnungshof wird moniert, dass seitens der kommunalen Behörden unterschiedliche Rabatte auf Ausgleichsabgaben gewährt wurden. Das war eine Praxis, die auf der Ausgleichsverordnung aus der Zeit von Umweltminister Alfred Beth (CDU) beruhte und die durch das Landesnaturschutzgesetz vom 6. Oktober 2015 beendet wurde. Darauf aufbauend werden seitens des Landesrechnungshofs Würdigungen und Empfehlungen erteilt, die eine zukunftsorientierte und nachhaltige Energiewende in Bürgerhand schädigen. Das bedauern wir zutiefst, weil gerade die Windenergie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leistet.

Der BWE hat sich intensiv mit den Ausführungen des Landesrechnungshofs beschäftigt und kann nicht nachvollziehen, warum der Landesrechnungshof diesen bereits von der Landesregierung abgestellten Sachverhalt öffentlich derart breit tritt. Der Landesrechnungshof vergisst dabei drei Tatsachen:

- erstens schreibt das Bundesnaturschutzgesetz in § 13 vor, dass die reale Ausgleichsmaßnahme und nicht die Ausgleichszahlung die Regel ist,
- zweitens wird die Ausgleichszahlung erst fällig, wenn die Baumaßnahme vollständig abgeschlossen ist, was durchaus mehrere Jahre dauern kann, und
- drittens sind die in Rheinland-Pfalz gezahlten Ausgleichsabgaben im Bundesvergleich eher sehr hoch.



Die Ausgleichsabgaben werden eins zu eins dem Naturschutz zugeführt und berühren die Haushaltssanierung in keiner Weise. Wenn der Landesrechnungshof an einer nachhaltig erfolgreichen Stärkung des Landeshaushaltes mitwirken möchte, sollte er Feststellungen weglassen, die mit dem Landeshaushalt nichts zu tun haben.

Beim Thema Energiewende ist aus Sicht des BWE eine isolierte Betrachtung von Fremdmitteln mit einer vergangenheitsbezogenen Analyse nicht geeignet, den Landeshaushalt nachhaltig finanzwirksam zu entlasten. Einer solchen Betrachtung sollte sich gerade ein Landesrechnungshof öffnen. Die dezentrale Energiewende hat den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen wie auch eine erhebliche Wertschöpfung in den ländlichen Regionen zur Folge. Die kommunale Wirtschaftskraft wurde und wird gestärkt, das Steuer- und Sozialversicherungsaufkommen steigt entsprechend an. Das Land wird fit gemacht für die nächsten Jahrzehnte."


Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Grünen-Politiker besuchen Rennerod: Nachhaltige Energie und Bio-Landwirtschaft im Fokus

Vertreter des Grünen Kreisverbandes Altenkirchen haben sich in Rennerod über zukunftsweisende Projekte ...

Neues Führungsteam bei der FWG-Fraktion in Bendorf

Die FWG-Fraktion im Bendorfer Stadtrat hat eine neue Leitung gewählt. Jörg Freisberg und Ulrich Hoppen ...

Bildungsdialog in Selters: Minister Sven Teuber im offenen Austausch

Beim Bildungsdialog in Selters stellte sich der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber den ...

Fortschritt statt Formulare: Politikgespräch zur Landtagswahl in Altenkirchen

Am Dienstag, 20. Januar, fand von 14 bis 17 Uhr bei der Firma WERIT in Altenkirchen ein Politikgespräch ...

CDU bleibt in Rheinland-Pfalz vorne - SPD holt auf

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich zwei Monate vor der Landtagswahl ein spannender Wahlkampf ab. Die CDU ...

10,7 Millionen Euro für den Westerwald: Zukunftsprojekte starten

Die Verbandsgemeinden Bad Marienberg, Hachenburg und Westerburg erhalten eine Finanzspritze aus dem Regionalen ...

Weitere Artikel


Linke setzten Zeichen gegen Stegskopfgegner

Der Kreisverband "Die Linke" Westerwald, Martin Klein, hatte am Donnerstag, den 21. Januar um 18 Uhr ...

Stegskopfgegner: Heiße Angst-Parolen bei Minusgraden

Rund 350 Teilnehmer demonstrierten dieses Mal in Rennerod gegen die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ...

AfA-Leitung gewährte Einblick in die Arbeit auf dem Stegskopf

Es gibt derzeit einen kommissarischen Leiter der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) Stegskopf, ...

Herzlich willkommen, Willkommensgemeinde!

Zusammengehalten haben die Beiden schon immer. In den langen Zeiten ohne festen Pfarrer. Oder während ...

Kursangebot für Wöchnerinnen

Für frisch gebackene Mütter, ab sechs Wochen nach der Entbindung, bietet die Hebammenpraxis Dernbach ...

Westerwald Bank unterstützt „Frauen für Frauen e.V.“

Die Westerwald Bank spendet 1.000 Euro an den Verein „Frauen für Frauen e.V.“ Der Verein unterstützt ...

Werbung