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Nachricht vom 23.12.2015    

Gewalttätige Auseinandersetzungen in der AfA Stegskopf

Es hat nach den ersten Polizeimeldungen gewalttätige Auseinandersetzungen in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (AfA) Stegskopf am Mittwoch, 23. Dezember gegeben. Ob es verletzte Personen gibt, ist derzeit nichts bekannt, ebenso zu den eingesetzten Polizeikräften. Berichterstattern der unterschiedlichen Medien wurde das Betreten des Geländes verweigert. Somit können wir erneut nicht unabhängig berichten.

Foto: anna

Emmerzhausen. In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber Stegskopf kam es am späten Nachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Vielzahl von Personen, zunächst im Rahmen eines vermutlich selbst organisierten Fußballspieles. Danach stritten sich ca. 100 Bewohner massiv. Offensichtlich wurde aber niemand verletzt, die Lage konnte seitens der Security-Mitarbeiter und eingesetzter Polizeikräfte beruhigt werden.

Ca. eine Stunde später, gegen 18 Uhr, kam es zu erneuten Auseinandersetzungen. Diesmal waren nach erster Einschätzung der eingesetzten Polizeibeamten ca. 300 Personen verschiedener Nationalitäten beteiligt.

Das Polizeipräsidium Koblenze entsandte eine große Anzahl von Polizeibeamten, um den Sachverhalt zu erhellen und die Parteien zu trennen. Zurzeit kann zur Ursache der Streitigkeiten noch nichts gesagt werden. Auch ist über verletzte Personen bislang nichts bekannt. Soweit die offizielle Darstellung des Polizeipräsidiums Koblenz.

In eigener Sache:
Journalisten und Berichterstattern wurde erneut das Betreten des Geländes verweigert. Der Leiter, Winfried Conrad, bestätigte lediglich gewalttätige Auseinandersetzung. Er verfügt über das Hausrecht. Die Medienvertreter durften das Gelände nicht betreten und so kann Pressefreiheit nicht aussehen. Denn es ist ein öffentliches Geschehen, viele Menschen nehmen Anteil an dem was dort in der Einrichtung geschieht. Zahllose ehrenamtliche Menschen engagieren sich und helfen wo sie nur können.



Es darf doch nicht sein, das mitten im Westerwald wieder "Lagermentalität" herrscht. Wo leben wir denn? Menschen bekommen Schutz in einer öffentlichen Einrichtung, die von der Landesregierung dafür bereitgestellt wurde und von Steuergeld finanziert wird. Journalisten/Medien müssen ungehindert berichten dürfen. Da geht es doch nicht mehr um Gefahrenabwehr, wir alle wissen was wir tun, wenn wir uns in Situationen begeben, wo Gewalt herrscht oder auftritt. Das in solchen besonderen Lagen örtliche Einsatzkräfte keine Auskunft geben und an die übergeordnete Dienststelle verweisen, mag ja noch verständlich sein.

Hausrecht ist eine Sache, dann müssen Journalisten sich beugen und dürfen nur im öffentlichen Raum agieren. Aber ist die AfA Stegskopf ein privates Wohngelände? Hier scheint dringend Klärungsbedarf. Helga Wienand-Schmidt


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Kommentare zu: Gewalttätige Auseinandersetzungen in der AfA Stegskopf

11 Kommentare

Es kann nicht sein, dass Politik und/oder Privatpersonen darüber bestimmen, über wen wie berichtet wird oder auch nicht. So etwas mag in Ländern wie China, Russland, Türkei, Weißrussland usw. gang und gäbe sein, aber wenn man für sich beansprucht, ein freies Land zu sein, dann sollte man sich - gerade auch angesichts der deutschen Geschichte - mit Themen wie Pressearbeit sensibler umgehen. Insbesondere dann, wenn man in anderen Ländern gerne zeigefingerwedelnd die Pressefreiheit einfordert.
#11 von Andreas, am 30.12.2015 um 13:30 Uhr
Sehr geehrte Frau Wienand Schmidt
ich weiß nicht woher sie diese Informationen bekommen,
jedoch kann ich ihnen mitteilen, dass nach Information eines Mitgliedes der Big Band der Kreismusikschule Altenkirchen die gegen 18 Uhr auf dem Gelände der AfA eintrafen weder etwas von einer Massenschlägerei noch von erhöhter Polizeipräsens etwas zu vernehmen war. Ich frage mich, wem ich hier Glauben schenken darf?
Die Musiker befanden sich bis 21 Uhr auf dem Gelände und haben von den dort angeblichen Auseinandersetzungen nichts mitbekommen, obwohl sich der Fußballplatz in direkter Umgebung befindet.
Vielleicht sollten sie ihre Informationsquelle noch mal befragen.

#10 von Frank Bastke, am 25.12.2015 um 08:19 Uhr
Das die Presse, das Gelände in der Situation nicht betreten darf finde ich mehr als richtig. Was sollte es bringen auf das Gelände zu kommen. Finde es interessant das immer wenn einem Journalisten etwas nicht passt von Pressefreiheit geredet wird. Was ist mit dem Schutz der Flüchtlinge, der Angestellten.
Mich würde die Gesinnung des Verfassers interessieren. wenn er meint das hier gegen das recht der Pressefreiheit verstoßen wird bleibt im der Rechtsweg offen.
Ich bin durchaus dafür zu berichten was passiert, aber wieso wird soviel wert bei einem Vorfall darauf gelegt zu berichten aber nicht darüber, das sich die meisten ganz friedlich benehmen.
Wenn Pressefreiheit das "Ausschlachten" von Schlagzeilen bedeutet, dann gebe ich dem Verfasser "Armes Deutschland was ist aus dir geworden " vollkommen recht.

#9 von Frank Schäfer, am 25.12.2015 um 08:17 Uhr
Wenn sich auf Sänger- und anderen Volksfesten in unserer Gegend geprügelt wird, und es teilweise auch Verletzte gibt, dann ist es, wenn überhaupt, der Presse nur einen Zweizeiler wert. In der AfA, wo einige Tausend Menschen unterschiedlichster Kulturen auf engstem Raum zusammengepfercht leben, ist es dann plötzlich so, daß größere Berichte und teilweise auch Meinungs- und Stimmungsmache seitens der Presse zu lesen sind. Der Kurier hat es aber hier verstanden, das Ganze sachlich und angemessen rüberzubringen, worum es bei der Pressefreiheit tatsächlich geht.
#8 von Franz Becher, am 25.12.2015 um 08:15 Uhr
Sehr bedauerlich und äußerst kontraproduktiv, wenn die Presse in dieser Form in ihrem Auftrag behindert wird. Gerade in dieser schweren Zeit und bei diesem sensiblen Thema kann man von den Behörden mehr Fingerspitzengefühl verlangen. Und wenn wirklich auch Alkohol zu diesen schweren Auseinandersetzungen beigetragen haben soll, sollte sich die Leitung kritisch hinterfragen, ob die Verfügbarkeit von Feuerwasser bei diesen beengten Wohnverhältnissen und den daraus resultierenden Schwierigkeiten vonnöten ist.
#7 von Arthur, am 25.12.2015 um 08:15 Uhr
Pressefreiheit?Wir maßen es uns an,auf jeden in der Welt mit Fingern zu zeigen,wenn die Pressefreiheit eingeschränkt wird.
Aber wir sollten vor der eigenen Haustüre kehren.Pressefreiheit in Flüchtlingsunterkünften (siehe Burbach/AfA Stegskopf) ist dort nicht erwünsch.Die Menschen könnten ja erfahren,was wirklich los ist.Aber man möchte die Bevölkerung weiter "DUMM"halten,wenn es um unsere sogenannten hilfsbedürftigen Flüchtlinge geht.Hier muss unbedingt der deutsche Presserat eingeschaltet werden.Denn alle Bürger haben das Recht,zu erfahren was in denen von ihren Steuergeldern finanzierten Einrichtungen so alles passiert.Von der Respektlosigkeit und der Gewaltbereitschaft dieser Gäste darf nicht berichtet werden. Es darf nicht sein,was nicht sein soll.Endlich hat einmal eine mutige Journalistin dieses Thema angesprochen.Vielen Dank dafür.
#6 von Artur Rosenkranz, am 25.12.2015 um 08:14 Uhr
Hier in Norwegen vorgestern durch Erna Solberg selbst, und auch vom EKD gestern wie ich las, fordert man auf, die Fluechtlinge und speziell die Muslime auf die es gemuenzt ist, selber kennenzulernen so dass man erkenne, sie seien genau wie wir.
In der Realitet wird abgeschottet und nur Vorzeigesubjekte vorgeschoben!

(DIe Faelle die ich bisher kennenlernte sind nicht wie ich, nur am Rande erwaehnt).
#5 von Helga Tyskmann, am 24.12.2015 um 13:11 Uhr
Es hat lange gedauert - um jetzt nach der Eskalation - etwas öffentlich zu hören, den vieles wird unter den Tisch gekehrt
Bitte weiter an der Sache dran bleiben, denn nur so kann der Bürger sich ein Bild über "hilfs-
bedürftige Flüchtlinge" machen.
Wenn einer Hilfe benötigt, dann diejenigen die sich dort einsetzen
und die wirklich Hilfebedüftigen unterstützen.
Eins ist auch sicher:
Das ist erst der Anfang von Unzufriedenheit, Respektlosigkeit und Gewalttätigkeit in diesem "Viertel"
Armes Deutschland was ist aus dir geworden !!!
#4 von Michael Bergmann, am 24.12.2015 um 11:32 Uhr
Ich finde die beiden Kommentare unten sehr gut. Dann darf aber nur Presse mit Ausweis hinein. Ich sehe immer wiede Berichte und Bilder von Leuten die nicht von der Presse sind und meistens schneller sind wie die von der Presse. Leider sind die Texte auch dementsprechend oder auch ketzerisch.
#3 von Karin Müller, am 24.12.2015 um 11:31 Uhr
Das übliche Vorgehen wäre hier wohl eine Beschwerde über den deutschen Presserat. Die haben sogar eine Webseite.
#2 von Arno Schmidt, am 24.12.2015 um 07:50 Uhr
BRavo, endlich mal jemand der Stellung zur Zensur der Journalisten nimmt!! Die erste Stimme derart die ich seit Beginn der Asylkrise gelsen habe! Respekt
#1 von Thomas Angerer, am 24.12.2015 um 07:49 Uhr

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