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Nachricht vom 06.09.2015    

Gut besuchtes Limesfest in Hillscheid

Rund um den Limesturm war am Sonntag, 6. September eine Menge los. Der Besuch lohnte sich, denn es wurden vielfältige Aktivitäten geboten. Die Attraktion waren die Soldaten der Cohorte XXVI, die ihr Lager am Turm aufgeschlagen hatten. Sie ließen die Zeit der Römer lebendig werden.

Römisches Lagerleben am Limesturm. Fotos: Helmi Tischler-Venter.

Hillscheid. Die Cohorte verwandelte den Platz um den Turm in die Römerzeit. Eine Reihe von Verkaufsständen und Römisches Handwerk waren zu sehen. Schon auf dem Weg zum Turm wurden römische Lebensmittel, Münzen und Fibeln vorgestellt. Auf einem Zählbrett wurde anschaulich das kombinierte 5er- und 10- Zählsystem der Römer demonstriert. In der Anwendung so einfach wie ein Abacus. Heil- und Schmucksteine, Perlenketten und getrocknete Früchte waren im Angebot.
In der „Taverna“ wurden verschiedene Frischkäsezubereitungen angeboten. Leckerer Kuchen oder Brot und Aufstriche vom Kräuterwind-Stand lockten ebenso wie Kaffee und Kaltgetränke.

Ein Wingert darf in einem römischen Garten nicht fehlen. Die blauen Trauben gediehen offensichtlich bei dem diesjährigen schönen Sommerwetter im Westerwald, der Herstellung von Rotwein steht nichts mehr entgegen. Neben Wein hatten die Soldaten am Limes Obst und Gemüse, das sie meist vor Ort anbauten. Außer der Weinrebe importierten die römischen Besatzer auch Küchenkräuter und Obstbäume, die längst heimisch geworden sind, wie Apfel oder Birne. Die Zutaten für duftende Seifen oder Wässerchen und Öle wurden ebenfalls im Hausgarten gezogen. All das wurde in Hillscheid demonstriert.

Die „7. Prätorianerkohorte“ (COH VII PR), die anstrebt, die Prätorianerkohorten Roms, eine Elitetruppe um die Zeit der Regierungszeit des Kaisers Augustus (vor und nach dem Jahre 0) darzustellen, hatte ebenfalls ihr schmuckloses Lager aufgeschlagen.

Schmuck und dekorative Haushaltswaren wie polierte Trinkhörner und Keramikbecher fanden sich im „normalen“ Lager der Bärenkohorte.

Brettspiele und Holzspielzeug, geführte Ritte auf einem Pferd und ein Lanzenreiterparcours mit Fahrrad beschäftigten die Kinder. Holzschwerter waren bei den Jungen begehrte Souvenirs. Auf einer fußbetriebenen Drehscheibe konnte jeder der wollte, ein Tongefäß drehen.

Hin und wieder ertönt plötzlich und unerwartet ein Luren-Signal (Milites Atarma – Soldaten zu den Waffen!).Dann griffen die Großen zu ihren Rüstungen und Waffen. Besonders die diffizile Ausrüstung des Bogenschützen erforderte Fingerfertigkeit beim Anlegen. Wenn alle Soldaten Aufstellung genommen hatten, erklangen lateinische Befehle. Eine Gruppe der Cohorte XXVI drillte Marsch und Kampfübungen. Die aus Cäsars „De bello Gallico“ bekannten Formationen Mauer und Schildkröte waren gut zu erkennen. Der Centurio achtete peinlich genau auf Koordination und Präzision der Ausführungen.

Beim Aufstieg im Limesturm werden die Besucher über die Römerzeit informiert. Ein Stockbett für die Soldaten zeigt die Schlichtheit der Unterkunft. Auf der Aussichtsplattform kann man einen weiten blick zum Rhein oder in den Westerwald genießen. Die gute Aussicht beweist, dass das Kontroll- und Alarmsystem der Römer mit Hilfe des Limes durchaus funktionierte.

Die Römerwelten Rheinbrohl und das Limeskastell Pohl als herausragende Einrichtungen in Rheinland-Pfalz in Sachen Welterbe Limes präsentierten sich ebenso wie der Verein deutsche Limesstraße, der den gesamten Verlauf des Limes in Deutschland erklärte. Es gab am Sonntag auch die Möglichkeit, mit einem Shuttlebus das nahegelegene Römerkastell zu besuchen. htv


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