Werbung

Nachricht vom 23.05.2015    

Seekatz kämpft um Rennerod

Der Westerwälder Landtagsabgeordnete Ralf Seekatz will sich mit der Ausgliederung der Verbandsgemeinde Rennerod aus dem Oberwesterwälder Wahlkreis nicht zufrieden geben. Er hat deshalb gegen die Neufassung des Landeswahlgesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Ralf Seekatz MdL. Foto: privat.

Westerburg. Nach Auffassung von Seekatz ist die Ausgliederung der Verbandsgemeinde Rennerod aus dem Wahlkreis 5 Westerburg/Bad Marienberg ausschließlich parteipolitisch motiviert und willkürlich. Die Landesregierung hat bei der Verkleinerung der Wahlkreise diesen Bereich dem Wahlkreis 1 Betzdorf/Kirchen zugeschlagen.

Seekatz, in dessen bisherigen Wahlkreis die VG Rennerod liegt, räumte bei der Begründung seiner Initiative zwar ein, dass durchaus nachvollziehbare Gründe für die Verkleinerung des Wahlkreises sprechen würden. Allerdings sei es nicht erklärbar, dass ausgerechnet der Raum Rennerod dem Nachbarwahlkreis zugeschlagen würde, hierfür gebe es keinen vernünftigen Anknüpfungspunkt.

Der Landtagsabgeordnete wies darauf hin, dass es dort keine inhaltliche Verbindung mit dem Raum Betzdorf/Kirchen gebe. Weder die Menschen aus Rennerod hätten eine Beziehung in den neuen Wahlkreis noch gebe es gemeinsame Einrichtungen, Bildungs- oder kommunale Kooperationen noch Verkehrsverbindungen. So entstehe ein Kunstgebilde, das die Realitäten des Lebens nicht abbilde.

Ein Blick auf die Karte zeige auch, dass die Verbandsgemeinde Rennerod keinerlei Verkehrsverbindung nach Betzdorf/Daaden hätte, gerade einmal 750 Meter Grenze würde die beiden Bereiche miteinander verbinden. Dies bedeute, dass auch räumlich ein schlauchartiges Gebilde entstehe mit einer unzumutbaren räumlichen Ausdehnung.

Das Schlimme daran sei, so Seekatz weiter, dass die Oberwesterwälder Bürger sich mit ihrem neuen Wahlkreis nicht identifizieren könnten. Sämtliche Verwaltungsbeziehungen richteten sich in den Westerwald, nun plötzlich sei ein Abgeordneter aus einem ganz anderen Bereich zuständig. Dies verstoße eklatant gegen die verfassungsrechtliche Rechtsprechung, die Wahlrechtsgrundsätze erforderten eine inhaltliche Identität zwischen Wählern und Wahlkreis.



Es sei deshalb kein Zufall, dass der Landeswahlleiter sich für einen ganz anderen Zuschnitt bei der Landesregierung eingesetzt hätte, dies habe die von der SPD geführte Landesregierung abgelehnt. Einzige Motivation für den damaligen Fraktionsvorsitzenden Hendrik Hering sei offensichtlich gewesen, die VG Rennerod aus seinem Wahlkreis auszuschließen, da dort die CDU bei den Landtagswahlen immer die Mehrheit gehabt hätte. Wenn es aber nur darum gegangen sei, die rote Mehrheit in Herings Wahlkreis zu zementieren, könne dies vor dem Verfassungsgericht keinen Bestand haben, erklärte Seekatz.

Insofern hoffe er, so Seekatz abschließend, dass das Verfassungsgericht noch vor der Landtagswahl 2016 das Landeswahlgesetz auf seinen Antrag hin insofern korrigiere. Er wolle verhindern, dass die Bürgerinnen und Bürger das Opfer roter Machterhaltungspolitik werde. Die Renneröder seien so stark im Westerwald verwurzelt, er werde dafür kämpfen, dass sie im kommenden Jahr deshalb auch im Westerwald wählen dürften. Er sei in den vergangenen Wochen gerade in dieser Verbandsgemeinde vielfach aufgefordert worden, alle möglichen Schritte gegen diesen parteipoltischen Filz der bisherigen Landesregierung zu unternehmen und sehe sich deshalb in der Verantwortung, die Menschen in dieser Region nicht im Stich zu lassen.


Lokales: Westerburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Mehr als nur Hörsäle: Uni-Erlebnistag in Koblenz zeigt die Vielfalt des Studiums

Am 3. Juni öffnet die Universität Koblenz ihre Türen für Studieninteressierte. Der Uni-Erlebnistag bietet ...

Carport-Brand in Herschbach (Oberwesterwald): Zwei Fahrzeuge beschädigt

In Herschbach geriet ein Carport in Brand, wodurch zwei dort abgestellte Fahrzeuge betroffen waren. Die ...

Tipps der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gegen Sommerhitze

Mit steigenden Temperaturen im Sommer kämpfen viele Menschen mit den Auswirkungen extremer Hitze. Die ...

Cannabis-Boom: Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz klärt im Podcast auf

Die Verordnung von Cannabis in der ärztlichen Praxis ist ein viel diskutiertes Thema, das mit zahlreichen ...

Feuerwehr-Gemeinschaftsübung in Hellenhahn-Schellenberg simuliert Großbrand

In Hellenhahn-Schellenberg sorgte kürzlich eine groß angelegte Feuerwehrübung für Aufsehen. Einsatzkräfte ...

Feierliche Eröffnung der Wäller Tour "Bachgeflüster" im Kloster Marienstatt

Heute (30. Mai 2026) wurde im Kloster Marienstatt eine für Wanderfreunde bedeutungsvolle Veranstaltung ...

Weitere Artikel


Erstes BarCamp Koblenz zum Thema „Digitale Kommunikation“

Am 7. und 8. August findet das erste BarCamp Koblenz statt. Das Schwerpunktthema des Barcamps ist „Digitale ...

Sparschweine geschätzt und gewonnen

„Schwein gehabt!“ Das möchte man Maja Höwer aus Dernbach und Marco Lauf aus Meudt zurufen. Sie waren ...

CDU-Kreistagsfraktion: Dorfkneipen attraktiv halten

Vielfältige Aktivitäten sind möglich und notwendig um die Dorfkneipen im Westerwald attraktiv zu halten. ...

Film ab für die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz

Zackige Schnitte, ungewöhnliche Perspektiven und hervor schlagende Flammen. Der neue Imagefilm des Landesfeuerwehrverbands ...

Betriebe profitieren von Veranstaltungen im Sommer

Anhaltender Aufwärtstrend in der Tourismusbranche: 39 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe ...

Peter Zudeick: Ich bejahe diese Frage mit Ja

Satiren aus dreißig Jahren Klein- und Großdeutschland kommen im Rahmen der 14. Westerwälder Literaturtage ...

Werbung