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Nachricht vom 27.04.2015    

„Westerwälder Gespräche“ - Rupert Neudeck kommt

Radikales Umdenken und mutiges Eingreifen sind Bürgerpflichten
Der Mitgründer von Cap Anamur, Rupert Neudeck, liest und diskutiert am 16. Juni in Westerburg. Der Vorverkauf hat begonnen.

Not-Ärzte e.V. und seitdem Kämpfer gegen das weltweite Flüchtlingselend kommt am Dienstag, 16. Juni, 19:30 Uhr, in die Stadthalle Westerburg. Gerade in der aktuellen Situation, in der wöchentlich hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer umkommen, sind Neudecks Thesen und Ansichten besonders gefragt und zu diskutieren.

Welche Motive und Überzeugungen den gelernten Journalisten und Theologen Rupert Neudeck antreiben, warum er gelebten Widerstand, radikales Umdenken und mutiges Eingreifen zu notwendigen Bürgertugenden erklärt, wird er bei diesem „Westerwälder Gespräch“ des Westerwaldkreises verdeutlichen. Neudeck liest auch aus seinem neuen Buch „Radikal leben“, in dem er dazu auffordert, sich der humanitären Bewegung auf der Welt anzuschließen und somit die Erde für alle Menschen lebenswerter zu gestalten.

Neudeck schildert verschiedene Beispiele aus seiner Arbeit mit der Organisation „Cap Anamur“, die seit Ende der 1970er Jahre vor allem durch die Rettung vietnamesischer „Boatpeople“ weltweit bekannt geworden ist. Anhand seiner eigenen Erfahrungen will Neudeck Mut machen, ebenso wie er selbst, radikaler zu leben. Er fordert dazu auf, die bestehenden sozialen Strukturen zu hinterfragen und so aktiv an ihrer Verbesserung mitzuwirken.

Die Radikalität, die Neudeck in seinem Buch zum Ausdruck bringt, ist für ihn zum Lebensthema geworden. Geboren 1939 in Danzig, studierte Neudeck zunächst Philosophie, Germanistik, Soziologie und Katholische Theologie, bevor er ab 1971 als Journalist arbeitete. Das 1979 von Neudeck und seiner Frau gegründete Komitee „Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V.“ kümmert sich weltweit um Flüchtlinge und versucht, nachhaltig stabile Lebensbedingungen in Krisengebieten zu schaffen.




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Die 2003 von Neudeck mitbegründete Hilfsorganisation „Grünhelme e.V“, die gemeinsame Taten an Stelle von Papier, Studien, Gutachten und Absichten stellen, setzt sich speziell in muslimisch geprägten Ländern für den christlich-islamischen Dialog ein. In Anlehnung an die Peace-Corps-Idee werden seit 2003 Häuser und Dörfer, Schulen und Straßen, Hospitäler und Ambulanzen, Baumschulen und Gotteshäuser aufgebaut, vor allem in den Krisengebieten des mittleren Ostens sowie in den Völkerkriegsgebieten Afrikas. Ziel: den Lebensraum der Mitmenschen zu erweitern und ihnen so etwas Frieden zu bringen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt Neudeck selbst ein Flüchtlingsschicksal. Als Kind musste er Ende Januar 1945 mit seiner Mutter, seinen drei Brüdern und seiner Schwester aus Danzig fliehen. Die Flucht sollte mit der Wilhelm Gustloff erfolgen, die die Familie aber am Hafen verfehlte. Seine Kindheit verlebte Neudeck in der westfälischen Stadt Hagen und legte dort im Jahr 1958 am dortigen Fichte-Gymnasium sein Abitur ab, an dem sein Vater Edmund gleichzeitig als Mathematik- und Physiklehrer tätig war.

Nach seinem Abitur studierte er Philosophie, Germanistik, Soziologie und Katholische Theologie. 1961 brach er das Studium ab und trat dem Jesuitenorden bei. Nach dem Austritt aus dem Orden nahm er das Studium wieder auf und schloss es 1970 ab. 1972 wurde er mit der Arbeit „Politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus“ zum Doktor der Philosophie promoviert.

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Reservierungen für die Abendkasse per Email unter fischer51@online.de. Kartenvorverkauf Buchhandlung Logo, Westerburg.


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