Werbung

Nachricht vom 21.04.2015    

Hachenburger Stadtrat fand ideale Lösung in der Kita-Frage

Mit einem einstimmigen Votum gab der Stadtrat „grünes Licht“ für dringend benötigte Kita-Plätze in leerstehenden Räumen in der Graf-Heinrich-Realschule. Der Westerwaldkreis ermöglichte unbürokratisch die schnellste und kostengünstigste Lösung der anstehenden Probleme. Sechs Räume stehen zur Verfügung und sollen entsprechend umgebaut werden.

Insgesamt sechs von den leerstehenden Räumen im Gebäudekomplex der „Graf-Heinrich-Realschule Hachenburg“ sind der Stadt Hachenburg vom Westerwaldkreis zur Verfügung gestellt worden. Somit ist die Suche nach 40 Kita-Plätzen auf elegante Art und Weise gelöst worden. Es erfolgt ein kleiner Umbau und am 1. 9. können die Kita-Plätze genutzt werden. Foto: Reinhard Panthel.

Hachenburg. Eine kurze Besichtigung leerstehender Räume in der Realschule durch den Hachenburger Stadtrat war vor der öffentlichen Ratssitzung angekündigt. Danach wurde das alternative Konzept vorgestellt und vom Rat einstimmig angenommen. Dank der Unterstützung durch Landrat Achim Schwickert ist damit das Problem gelöst, bis zum 1. September 40 zusätzliche Kita-Plätze bereitstellen zu können. Alle vorherigen Lösungsvorschläge mit Plänen für einen Neubau von zwei Gruppenräumen in kommunaler Trägerschaft oder den Anbau eines Eingruppen-Raumes an den bestehenden katholischen Kindergarten sind damit hinfällig geworden.

Stadtbürgermeister Karl-Wilhelm Röttig eröffnete die Stadtratssitzung und ließ die Ratsmitglieder wissen, dass an diesem Tag erstmals ein Streik der Erzieherinnen im kommunalen Kindergarten stattgefunden habe. Die derzeitigen Sanierungs-Großbaustellen im Stadtkern sind auch von Interesse für andere Gemeinden und werden demnächst von deren Vertretern besichtigt. Lobend erwähnte Charly Röttig das gute und harmonische Miteinander zwischen den Bauhandwerkern und betroffenen Anliegern. Am 9. Mai findet eine Tagung zum Thema Städtebauförderung in Hachenburg mit Führungen zum Thema Stadtkernsanierung statt.

Röttig kam auf das positive Verhandlungs-Ergebnis zwischen der Stadt Hachenburg und dem Westerwaldkreis zu sprechen. Dabei habe Landrat Achim Schwickert nicht nur die vorübergehende Anmietung von leerstehenden Räumen in der Realschule zugesagt, sondern auch von einer dauerhaften Lösung gesprochen. Insgesamt sind sechs Räume angeboten worden. Ein separater Eingangsbereich von der Schwimmbadstraße aus ist ebenso wie nötige Sanitärräume vonnöten. Um die Lösungskonzepte und Kostenermittlungen soll sich ein Architekt kümmern. Spielflächen im Außenbereich sind ebenso vorhanden wie Parkplätze. Eine Turnhallenmitbenutzung wurde in Aussicht gestellt. Das benötigte Personal soll möglichst schnell durch Ausschreibungen gesucht werden.

Der Stadtbürgermeister wiederholte seinen Dank an den Landrat des Westerwaldkreises für seine unbürokratische und schnelle Hilfe. Für die SPD-Fraktion begrüßte Anne Nink diese gefundene Lösung als ideale und kostengünstigste Variante. „Sechs Räume stehen zur Verfügung, das ist Luxus pur“, sagte Nink und verwies auch auf die Vorteile durch die zentrale Lage der Realschule. „Vor allen Dingen ist der vorgegebene Termin einzuhalten!“

CDU-Sprecher Karl-Heinz Boll erinnerte an das Ringen um die beste Lösung in der Frage nach der Beschaffung von zusätzlichen Kita-Räumen. „Wir hatten eine andere Lösung gewollt, aber die Mehrheit hat sich für die kommunale Trägerschaft entschieden!“ Besonders erfreut sei er nun über das Angebot von Landrat Schwickert, der eine dauerhafte Nutzung ermögliche. Deshalb stimme die CDU zu. Boll forderte die Verwaltung auf, die Zuschussfrage zu klären und versprach eine sachbezogene Mitarbeit.

Kurt Todt (Grüne) lobte die nun erreichte „optimale Lösung“. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der 1. September als Termin eingehalten werden könne. Das verschaffe auch Sicherheit bei den betroffenen Eltern. Durch die so ersparten Mittel schien ihm eine Realisierungsmöglichkeit für einen Waldkindergarten ab 2016 für umsetzbar. Für die FWG schloss sich Karl-Josef Mies an die allgemeine Zustimmung im Rat an. Das abschließende Ergebnis des Rates war einstimmig.

Als Sprecherin für die Errichtung eines Waldkindergartens dankte Steffi Ritter dem Rat für das entgegengebrachte Vertrauen in den voraus gegangenen Debatten und regte in naher Zukunft eine Exkursion zusammen mit dem Stadtrat in den Waldkindergarten nach Siegen an. repa
Meine Meinung

Nach oben keine Grenzen in der Kostenfrage
Mit Sicherheit ist die jetzt angesteuerte Lösung in der Frage nach zusätzlichen Räumen für die Hachenburger Kita-Situation als ideal anzusehen. Aber in der gesamten Debatte des Hachenburger Stadtrates über die zu erwartenden Kosten wurde nicht eine einzige Zahl genannt. Eine grobe Schätzung der Umbaukosten wäre aus Sicht eines qualifizierten Architekten für den Stadtrat wünschenswert und möglich gewesen.

In den vorherigen Konzeptionen wurde nur so mit den „Tausendern“ um sich geworfen. 380 000 Euro für einen einzigen Raum, als Anbau an den bestehenden katholischen Kindergarten? Obwohl dabei die gesamte Ausstattung des vorhandenen Kindergartens nutzbar gewesen wäre. 680 000 Euro für einen separaten Kindergarten-Neubau in kommunaler Trägerschaft wäre demzufolge ja noch „günstig gewesen“. Die Gegner dieses Konzeptentwurfs sprachen sogar von einer Million entstehender Kosten.

Ein Familienvater, der sein neues Eigenheim plant, geht in den Kostenfragen detaillierter und gewissenhafter vor. Denn sonst würde seine Finanzierung im Rahmen seiner Möglichkeiten oft platzen. Anders ist das bei öffentlichen Bauvorhaben. Da wird geplant, beschlossen und gebaut - und am Ende auch gezahlt. Auch dann, wenn die Kosten während der Bauphase explodieren.

Warum ist das so? Zunächst einmal muss der vorgesehene Kostenrahmen niedrig gehalten werden, um „zustimmungsreif“ zu sein. Dann werden in den parlamentarischen Debatten die „zu erhaltenen“ oder „verlorenen“ Zuschüsse ins Gespräch gebracht. „Wegen der zu erwartenden Landesmittel als Zuschuss muss heute entschieden werden!“ Auch eine der üblichen Argumentationshilfen. Und letztendlich werden viele Objekte teurer als zuvor erwartet. Manche Dorfgemeinschaftshäuser wurden wegen der sonst „verlorenen“ Landeszuschüsse überhaupt erst gebaut.

„Landeszuschüsse sind auch Steuergelder“ und die gilt es sinnvoll einzusetzen. Mit Verstand und Augenmaß. Erst dann kommt man auch in der politischen Diskussion über nützliche und wünschenswerte Bauvorhaben wieder auf den Boden der Realitäten zurück. Und der Bürger muss sich die Augen nicht mehr reiben bei der Frage: „Woher kommt die Pro-Kopf-Verschuldung?“

Aus der Notwendigkeit heraus ist jetzt ein Anfang gemacht. Statt Neubau die Nutzung leerstehender Räume und ein Zusammenwirken politischer Kräfte über die Parteigrenzen hinweg. Jetzt könnte wieder einmal ein Zeichen gesetzt werden in der Entscheidung: „Was ist machbar und was ist wünschenswert“. Reinhard Panthel


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Hachenburg auf Facebook werden!


Kommentare zu: Hachenburger Stadtrat fand ideale Lösung in der Kita-Frage

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Inzidenzwert im Westerwaldkreis aktuell auf 48,5 gestiegen

Am 23. Oktober meldet der Westerwaldkreis 790 bestätigte Corona-Fälle im Kreis, davon inzwischen 595 wieder genesen. 853 Westerwälder befinden sich in angeordneter Quarantäne. Der Westerwaldkreis steht mittlerweile kurz vor der Warnstufe „rot“. Landrat Schwickert kündigt für die kommende Woche einschneidende Maßnahmen an.


Region, Artikel vom 23.10.2020

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

Von einer guten Idee ist eine Hilfsaktion gestartet, die im Westerwald gut angenommen wird. „Umsonst-Lädchen“ steht auf einem Schild an der Brückenstraße 30 in Nistertal. Für zahlreiche Dauerkunden eine eingeführte und willkommene Hilfseinrichtung, aber noch nicht bekannt genug.


Region, Artikel vom 23.10.2020

Verkehrsunfallflucht in Rehe

Verkehrsunfallflucht in Rehe

Die Polizei Westerburg bittet um Zeugenhinweise zu einem weißen Mercedes, möglicherweise des Modells "C-Klasse" und älteren Baujahrs, mit einem WW-Kennzeichen. Dieses Fahrzeug verursachte am Donnerstag einen Unfall am Ortseingang Rehe aus der Fahrtrichtung Emmerichenhain kommend. Der Fahrer flüchtete.


Bürgerinitiative für sozialverträglichen wiederkehrenden Straßenausbaubeitrag

In Goddert regt sich innerhalb der Bürgerschaft erheblicher Widerstand gegen den Gemeinderatsbeschluss vom 25. August 2020. Hier wurde durch die Mehrheit des Gemeinderates und des Ortsbürgermeisters Peter Aller beschlossen, nun in den Jahren 2020/2021 mit dem Ausbau zweier weiterer Straßen zu beginnen, obwohl im Jahr 2020 der Straßenausbau einer Straße zu sehr hohen Kosten geführt hatte.


Gesellige Marienkäfer, buntes Laub und Zeitumstellung

Der Herbst als Vorbote des nahenden Winters sendet eindeutige Umwelt-Signale. Morgens wabert Nebel durch die Täler, abends steht die Sonne schon früh tief über dem Horizont, buntes Herbstlaub fällt zur Erde und das Gras ist dauernass. In den letzten Tagen saßen Horden vielfarbiger Marienkäfer an den Häusersüdwänden und Fenstern auf der Suche nach einem Winterquartier.




Aktuelle Artikel aus der Region


Gut sichtbar durch Herbst und Winter

Region. Darauf weist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz anlässlich des Schulbeginns nach den Herbstferien hin. Sehr effektiv ...

Gesellige Marienkäfer, buntes Laub und Zeitumstellung

Dierdorf. Die Glücksbringer überwintern in großen Gruppen, um Schutz vor der Kälte und einen Geschlechtspartner für den Frühling ...

Hochmoderner Spezialarbeitsplatz für die Urologie

Limburg. „Unser neues Uroskop ermöglicht uns besonders schonende Untersuchungen und Therapien bei sehr geringer Strahlenbelastung“, ...

Wärmegewinne möglich machen

Montabaur. Die optimale Zahl, Größe und Ausrichtung von Fenstern wird meist rechnerisch ermittelt, um das beste Verhältnis ...

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

Nistertal. „Was ist das für ein Laden, wie kann es sein, dass man dort kostenlos einkaufen kann ohne Nachweis auf Bedürftigkeit“? ...

Inzidenzwert im Westerwaldkreis aktuell auf 48,5 gestiegen

Montabaur. Wie inzwischen Deutschland-weit, in Rheinland-Pfalz und auch in den Nachbarkreisen erkennbar, werden die Infektionszahlen ...

Weitere Artikel


Auszeichnung für Selbsthilfegruppe Hirnaneurysma Wirges

Wirges. Für diesen Förderpreis konnten sich bundesweit alle Selbsthilfegruppen bewerben, die sich im Bereich Gesundheit engagieren. ...

„AB In die Zukunft - Duales System und mehr“

Westerburg. Der Erfolg der ersten Ausbildungsmesse „AB In die Zukunft“ im vergangenen Jahr hatte sich wohl unter den Personalern ...

Rettungshundeprüfung in Rothenbach-Obersayn

Rothenbach – Obersayn. Zur Prüfung traten Rettungshundeführer/innen mit Ihren Hunden aus der Pfalz, der RHS Saar-Pfalz-Pfoten, ...

Einbruch in Arztpraxis

Westerburg. Am Montag, 20. April, um 5:15 Uhr, schloss eine Reinigungskraft die Räume einer Augenarztpraxis in der Neustraße ...

Diebstähle von Briefkästen

Montabaur. Folgende Tatorte wurden der Polizei in Montabaur am Montag dem 20. April angezeigt: Görgeshausen (Rathausstraße), ...

Erfolgreiche Aktion „Saubere Landschaft 2015“

Westerwaldkreis. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die kreisweite Aktion „Saubere Landschaft 2015“ wieder ein voller Erfolg. ...

Werbung