Werbung

Nachricht vom 07.04.2015    

Wo sind die beiden Kirchenfenster geblieben?

Die Spuren für die seit den 80er Jahren verschwundenen Kirchenfenster führen in den Taunus. Die Geschichtswerkstatt Hachenburg ist auf der Suche nach den beiden Fenstern aus den Jahren 1920/34, die bis in die 80er Jahre die katholische Kirche „Maria Himmelfahrt“ am Hachenburger Alten Markt zierten.

Foto: Veranstalter

Hachenburg. „Kriegergedächtnisfenster“ – so der Fachausdruck - waren Ausdruck der Erinnerung der Hinterbliebenen von Soldaten, die auf diese Weise der gefallenen Soldaten gedachten. So verlor auf Graf Alexander von Hachenburg seinen Sohn Eberhard, der nicht aus dem ersten Weltkrieg heimkehrte. Ebenso die beiden Söhne von Lehrer Philipp Sahmer . So stifteten beide Trauernden jeweils ein Kirchenfenster, das auf der Marktseite der katholischen Kirche zu bewundern war. Diese beiden Fensterbilder sind in den 80er Jahren aus unerklärlichen Gründen entfernt und durch transparente Glasscheiben ersetzt worden. Seitdem sind die Originale spurlos verschwunden.

Die Geschichtswerkstatt Hachenburg befasste sich mit dem mysteriösen Verschwinden der beiden Fenster und forschte nach. In einem Vortrag von Regina Klinkhammer berichtete sie vor interessiertem Publikum über die Rechercheergebnisse. Der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt, Bruno Struif, hatte bei seinen Nachforschungen über den Verbleib der beiden Fenster erfahren, dass diese in Hachenburg vermissten Kirchenfenster nun in einer Kirche im Taunus vermutet werden. Aber die Suche – auch in der Stadt Stierstadt – blieb ohne Ergebnis. Die Experten sind sich jedoch einig, dass die beiden Kirchenfenster noch existieren weil sie einen gewissen Wert darstellen.

„Warum sind die Kirchenfenster überhaupt ausgebaut worden?“ Eine berechtigte Frage, auf die es ebenfalls keine klare Antwort gab. Einige Mitglieder des katholischen Pfarrgemeinderates fanden diese Fenster als „kriegsverherrlichend“ als einen der vermuteten Gründe. Andere nannten die zu geringe Lichtdurchlässigkeit der Kriegergedächtnisfenster als wahrscheinlichen Grund für das Auswechseln. Aber all das erscheint heute nicht als gerechtfertigt beim Gedanken an denkmalspflegerische Grundsätze.



1983 gab es eine Korrespondenz zwischen dem Ministerialrat a.D. Heinrich Sahmer, einem Enkel von Fensterstifter Friedrich Sahmer, und dem damaligen Pfarrer Erwin Krämer von der katholischen Pfarrgemeinde „Maria Himmelfahrt“ und dem früheren Bischof von Limburg, Franz Kamphaus. In diesem Schriftwechsel wurde auf die geringe Lichtdurchlässigkeit hingewiesen, die als Grund für den Ausbau der beiden Fenster genannt wurde. Über den Verbleib der beiden Fenster gab es keinen Hinweis. Im Pfarrarchiv existieren keine Fotos von den verschwundenen Fenstern. Diese Kirchenfenster stammen wahrscheinlich aus München, wo der renommierte Künstler Augustin Pacher tätig war.

„Die Firma, die damals die Kriegergedächtnisfenster gegen transparente Fenster ausgetauscht hat, die könnte doch sicherlich auch Auskunft über den Verbleib der beiden vermissten Kirchenfenster geben“ war die Aussage eines Besuchers nach dem Vortrag der Geschichtswerkstatt. (repa)


Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Westerwald-Verein Buchfinkenland lädt zum Wildpark-Besuch ein

Der Westerwald-Verein Buchfinkenland organisiert am 17. Mai einen Ausflug zum Wildpark in Gackenbach. ...

Mann im Wandel: Begleiteter Männerraum startet 2026

ANZEIGE | Mit „Mann im Wandel“ bietet Sigrid Völkner einen begleiteten Männerraum für Männer in bewegten ...

Verkehrsunfall auf der L 265: E-Scooter-Fahrer schwer verletzt

Am Nachmittag des 11. Mai kam es auf der Landstraße 265 zwischen Mudenbach und Wahlrod zu einem schweren ...

Green Juice Festival 2026: Bonn wird wieder zum Treffpunkt für Indie, Pop, Rock und Hip-Hop

Das Green Juice Festival kehrt am 31. Juli und 1. August 2026 in den Park Neu-Vilich nach Bonn zurück. ...

AMI Förder- und Lagertechnik in Luckenbach insolvent - Verkauf wird angestrebt

Die Firma AMI Förder- und Lagertechnik GmbH in Luckenbach hat im April beim Amtsgericht Montabaur Antrag ...

Auseinandersetzung im Freiherr-vom-Stein Park: Zeugen gesucht

Am Sonntagabend kam es in Nassau zu einem Zwischenfall im Freiherr-vom-Stein Park. Ein Mann soll dabei ...

Weitere Artikel


Freestyle Horse Agility

Am 17. April trifft sich die Vereinigung der Freizeitreiter und –fahrer Deutschland e.V. „Hoher Westerwald“ ...

Stabwechsel bei der Westerwald Bank in Westerburg

Nach 42 Berufsjahren in Diensten der Westerwald Bank hieß es für Ralf Bossert Abschied nehmen. Dazu waren ...

Neun junge Spanier als Praktikanten empfangen

Neun junge Spanier sind am Dienstag, 7. April in der Region angekommen, um nach ihrer Ausbildung ein ...

Gewicht im Griff – ganz ohne Pillen und Pulver

Die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz klärt am Dienstag, 5. Mai über die Fallstricke ...

DRK Nentershausen legte eindrucksvolle Bilanz vor

Vor 13 Jahren wurde das First-Responder-Pilotprojekt beim DRK Nentershausen gestartet. Die Zahl der Einsatze ...

Schibbelwettbewerb so rund und bunt wie die Ostereier

Der Kampf um die Schibbel-Königskrone war so spannend wie lange nicht mehr. Bei strahlendem Sonnenschein ...

Werbung