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Nachricht vom 06.04.2015    

Auf alten Haubergspfaden zum Backes in Kundert

Geschichte erleben und vieles über die Vorfahren erfahren kann man nicht nur im Museum. Was Großeltern noch erlebten und wie sie lebten, ließ der NABU Gebhardshainer Land und Wissen jetzt bei einer Wanderung mit Förster Rolf Hoss lebendig werden. Ziel war das Backes in Kundert, wo die Wandergruppe herzlich empfangen wurde.

Für Elfriede Schneider und das Backesteam in Kundert gab es zum Abschied Blumen. Fotos: pr

Steinebach/Kundert. Kürzlich trafen sich über 20 große und kleine Naturfreunde bei bestem Frühlingswetter am Forsthaus in Steinebach. Von hier aus ging es unter der Führung von Förster Ralf Hoss über die alte Poststrasse, einen ehemals bedeutenden Handelsweg, und den Schwedengraben auf das Gebiet der Waldinteressentenschaft Hommelsberg.

Nachdem zuvor schon einiges zum Thema naturnahe Waldbewirtschaftung aus heutiger Sicht zur Sprache kam, tauchte die Gruppe nun tief in die Welt der Vorfahren ein. Am Beispiel eines ehemaligen Niederwaldes wurde die harte und entbehrungsreiche Arbeit im Hauberg geschildert. Vom Lohschälen der jungen Eichen, über das Fällen mit der Axt, dem Anbau von Roggen und Buchweizen sowie der anschließenden Waldweide mit Kuh und Ziege spannte sich der Bogen.

Am nächsten Waldbild beeindruckten 150jährige Mittelwaldeichen, einst zur Bauholzerzeugung und für die Schweinemast von der Axt verschont. Kaum einer der Mädchen und Jungen konnten sich allerdings vorstellen, dass ihre Altersgenossen in früheren Zeiten unter diesen Bäumen als Schweinehirten unterwegs waren. Ein weiteres Highlight war ein alter Meilerplatz, den ein Fuchs zur Anlage seines Baues auserkoren hatte, so dass die schwarze Erde deutlich von der Handwerkskunst der Köhlerei zeugte und die Kinder begeistert die uralten Holzkohlestückchen in den Händen hielten.




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Rechtzeitig vor Einsetzen des angekündigten Regens erreichten alle das Gemeindebackes in Kundert. Dort hatte das Kunderter Urgestein Elfriede Schneider unter der Mithilfe von Cornelia Seibert zwischenzeitlich den Backes angeheizt. Während eine erste Charge Brot und Streuselkuchen bereits einen köstlichen Duft verströmte, halfen alle Kinder motiviert beim Belegen verschiedener Pizzen mit, denn langsam machte sich der Hunger bemerkbar.

Bis sich die Pizza ihrer Vollendung näherte, wusste Elfriede Schneider noch so manches über das traditionelle Backen mit Schanzen und Sauerteig zu berichten und nachdem alle das komplette „Backessortiment“ bis hin zum Dörrobst des vergangenen Herbstes probiert hatten, traten die Wanderer gestärkt und mit vielen neuen Eindrücken den Heimweg an.
Nochmals hier ein herzliches Dankeschön des NABU an die Kunderter Backesfrauen, ohne die diese Exkursion nur halb so schön gewesen wäre.


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