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Nachricht vom 20.03.2015    

Evangelische Freizeitstätte Dreifelden hat neues Leitungsteam

So ganz scheint sich Helga Mathäy noch nicht mit ihrer neuen Rolle abgefunden zu haben. „Die Stühle gehören hier nicht hin. Die müssen nach oben“, sagt die ehemalige Herbergsmutter der Evangelischen Freizeitstätte „Am Rittersmorgen“ in Dreifelden und ist dem Tonfall nach zu urteilen wieder ganz in ihrem alten Element.

"Freizeitstätte": Neue Ausblicke für die ehemaligen und künftigen Leiter der Evangelischen Freizeitstätte: Helga Mathäy (2. von rechts) und Heinrich Meissner (rechts) verabschieden sich und geben ihr Ämter an Martina Kljucar und Benjamin Schiewitz ab. Foto: privat.

Dreifelden. Dabei könnte ihr es eigentlich egal sein, ob die Stühle nun im Versammlungszimmer oder im Gruppenraum der Hauses stehen. Schließlich legt Helga Mathäy ihr Amt als Heimverwalterin nach stolzen 20 Jahren in die Hände ihrer Nachfolgerin Martina Kljucar. Neben Helga Mathäy scheidet noch ein weiteres Urgestein der beliebten Herberge aus: Pfarrer i. R. Heinrich Meissner ist nicht mehr Vorsitzender des Freizeitstätten-Freundeskreises. Ihm folgt Pfarrer Benjamin Schiwietz nach.

Doch heute gehen Helga Mathäy und Heinrich Meissner noch einmal durch „ihre“ Freizeitstätte und haben zu jedem Raum etwas zu erzählen: zum Gästezimmer, das einmal ein Studio eines Bildhauers war; zum frisch verlegten Boden und den üppig dimensioniertem Teppichen im Gruppenraum, zu den Eigenheiten der alten, aber treuen Miele-Spülmaschine in der Küche. Die beiden fühlen sich hier noch immer zu Hause und erinnern sich gerne an die Jahre, in denen sie das Haus entscheidend prägten. „Wir hatten ganz unterschiedliche Gruppen zu Gast, mit denen wir fast immer viel Freude und schöne Begegnungen hatten. Es tut gut, wenn junge Leute hier ihre Zeit verbringen und am Ende gar nicht nach Hause wollen“, sagt Helga Mathäy. Ärger gab’s in der Regel nur dann, wenn Halbwüchsige das Alkoholverbot etwas zu großzügig auslegten. „Aber das waren Gottseidank die Ausnahmen“, erinnert sich die scheidende Herbergsmutter.
Vielleicht auch deshalb, weil sich Helga Mathäys liebenswürdige, aber gewissenhafte Art im Laufe der Jahre herumgesprochen hat. Und der es zu verdanken ist, dass das Haus trotz seines Alters von fast 80 Jahren immer noch im gepflegten Zustand ist. Was übrigens auch auf die Außenanlagen zutrifft, die Heinz, Helga Mathäys Ehemann, über viele Jahre mit großem Engagement ehrenamtlich gepflegt hat. „Helga hat stets großen Wert darauf gelegt, dass alle Gruppen das Freizeitheim so verlassen, wie sie es vorgefunden haben“, sagt Heinrich Meissner, der seit 2008 Vorsitzender des Freundeskreises ist, dem Trägerverein des Hauses. Der Freundeskreis hat unter seiner Leitung dafür gesorgt, dass auch die Ausstattung der Stätte zeitgemäß und ökologisch vorbildlich ist: Eine 2008 installierte Solaranlage auf dem Dach erwärmt das Brauchwasser und unterstützt zudem die Heizung, die seit 2011 mit Pellets statt Öl befeuert wird. Außerdem bezieht das Gebäude seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Allerdings kann sich nicht nur die Öko-Bilanz sehen lassen, sagt Meissner: „Das Freizeitheim ist in der Regel ein Dreivierteljahr und noch länger im Voraus ausgebucht.“




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Mathäy und Meissner hinterlassen ihren Nachfolgern also ein gut geführtes Haus, das Martina Kljucar und Benjamin Schiwietz auch in Zukunft attraktiv und zeitgemäß gestalten wollen. Das Herz für die Aufgabe bringen freilich beide mit: Martina Kljucar ist seit 2004 als Stellvertretende Heimleiterin die „rechte Hand“ Helga Mathäys. „Damals konnten wir uns die Arbeit ohne Helga überhaupt nicht vorstellen. Aber inzwischen ist unser Team so eingespielt, dass ich mich auf meine neue Aufgabe freue. Es ist einfach toll zu sehen, welchen Spaß die Gruppen in unserem Haus haben und was für schöne Projekte hier schon umgesetzt wurden.“ Auch Benjamin Schiwietz, Pfarrer in Hachenburg-Altstadt, lächelt, wenn er über die Freizeitstätte Dreifelden spricht: „Sie erinnert mich an eine ähnliche Einrichtung aus meiner alten Kirchengemeinde. Als ich zum ersten Mal hier war, habe ich mich gleich zuhause gefühlt. Nicht nur aus sentimentalen Gründen, sondern weil das Gebäude einfach viele Vorteile hat: Die Lage ist toll; es ist schallgeschützt, gut erreichbar und bietet für größere Gruppen ausreichende Kapazitäten.“

Es spricht also vieles dafür, dass die Freizeitstätte „Am Rittersmorgen“ auch in den kommenden Jahrzehnten eine beliebte Anlaufstelle für die unterschiedlichsten Gruppen bleibt. Auch wenn es künftig noch mehr zu tun gibt als Stühle an ihren richtigen Ort zu stellen, sagt Benjamin Schiwietz: „Als nächstes bringen wir mal die Zimmer auf Vordermann.“

Das 1937 erbaute Gebäude ist eine voll ausgestattete Freizeitstätte für Gruppen aller Art, die an der Westerwälder Seenplatte Zeit verbringen möchten. Das Selbstversorgerhaus befindet sich in Trägerschaft des „Freundeskreises des Evangelischen Jugendheims Dreifelden e. V.“, zu dem verschiedene Kirchengemeinden der Dekanate Selters, Bad Marienberg, Diez und Nassau sowie die Dekanate selbst gehören. Weitere Infos und Anmeldungen zur Freizeitstätte „Am Rittersmorgen“ gibt es im Internet unter www.rittersmorgen.de. (bon)


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