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Nachricht vom 19.02.2015    

HwK Koblenz trauert um Ehrenpräsident Karl-Heinz Scherhag

Der Ehrenpräsident der Handwerkskammer (HwK) Koblenz verstarb am 14. Februar im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit in Koblenz. Karl-Heinz Scherhag war von 1988 bis 2009 Präsident der HwK. Die Vollversammlung, der er vierzig Jahre angehörte, wählte ihn 2009 zum Ehrenpräsidenten.

Karl-Heinz Scherhag war von 1988 bis 2009 Präsident der HwK Koblenz. Die Vollversammlung, der er vierzig Jahre angehörte, wählte ihn 2009 zum Ehrenpräsidenten. Foto: P!ELmedia

Region. Mit Karl-Heinz Scherhag verliert das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz eine prägende Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte um die Entwicklung des Handwerks verdient gemacht hat. Der Koblenzer Unternehmer, Politiker und überzeugte Europäer wurde über das Handwerk hinaus und über Parteigrenzen hinweg geschätzt.

Seit 1974 war Karl-Heinz Scherhag Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Koblenz. 1984 wurde er in den Vorstand gewählt, den er ab 1988 als Präsident führte. In dieser Funktion formte er das Erscheinungsbild der HwK maßgeblich und konnte über Projekte und Initiativen wie die „Messe am Rhein: Handwerksmesse Koblenz“, die „Kreditgarantiegemeinschaft des rheinland-pfälzischen Handwerks“ oder den Aufbau des „Beratungszentrum Bundeswehr-Wirtschaft“ bundesweit Signale setzen.

Auch international prägte Karl-Heinz Scherhag als Präsident die Wahrnehmung der Handwerkskammer und des Handwerks in Deutschland auf mehreren Kontinenten: so in Partnerschaften und Projekten mit Cork/Irland oder Austin/Texas, mit Vietnam oder Sri Lanka, mit dem Balkan oder Ruanda. Über Grenzen hinaus genoss Karl-Heinz Scherhag hohes Ansehen, hatten sein Rat und seine Meinung großes Gewicht.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit aber stand stets die Entwicklung seiner Heimatregion, was die Vernetzung zu verschiedensten Bereichen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einschloss. Seine Stimme für das Handwerk im Wirtschaftsraum Mittelrhein brachte er auch als Präsidiumsmitglied des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH, 1991 bis 1997) und als Mitglied des Deutschen Bundestags (1994 bis 2002) ein.

Als Parlamentarier zunächst in Bonn, dann in Berlin hatte Karl-Heinz Scherhag als Mitglied in den Bundestagsausschüssen für Wirtschaft und Technologie und für Finanzen wesentlichen Anteil an der Vorbereitung und Verabschiedung des „Meister-BAföG“ wie an der Novellierung der Handwerksordnung 1998.




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Auch die Politik prägte der Koblenzer, seit 1960 CDU-Mitglied, über Jahrzehnte. Dabei spielten das Handwerk und seine ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung als tragende Säule des deutschen Mittelstandes eine entscheidende Rolle. Der Unternehmer und Wirtschaftsvertreter formte als Praktiker politische Prozesse und stellte so eine wichtige Verbindung zwischen Politik und Handwerk, zunächst auf kommunaler, später auf Landes-, Bundes- und Europaebene, her.

Neben seiner sachlich-pragmatischen Denk- und Handlungsweise brachte sich Karl-Heinz Scherhag auch immer mit dem Herzen ein: Zu jedem einzelnen Mitarbeiter seines Koblenzer Kfz-Unternehmens, das er 1960 in einer Garage als Ein-Mann-Betrieb gründete, pflegte er eine persönliche Verbindung. Als unabdingbare Voraussetzung für sein vielfältiges unternehmerisches und gesellschaftliches Wirken beschrieb der ausgeprägte Familienmensch stets das Verständnis und die Unterstützung durch seine Ehefrau und die beiden Kinder.

Für seine umfangreichen handwerkspolitischen und gesellschaftlichen Verdienste erhielt Karl-Heinz Scherhag mehrfach hohe Auszeichnungen, so das Handwerkszeichen in Gold des ZDH (1996), das Große Bundesverdienstkreuz (2002) und den Ehrenring der HwK Koblenz (2009).

Die Handwerkskammer Koblenz und das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz trauern um eine herausragende Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte für das Handwerk und die Menschen in der Region mit großem Erfolg eingesetzt hat.


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