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Nachricht vom 30.01.2015    

Handwerk meldet mehr Lehrverträge

Das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz kann ein Plus bei neu abgeschlossenen Lehrverträgen melden und setzt damit – entgegen dem Bundestrend – ein deutliches Zeichen! Betriebe und Berufe des Handwerks sind für Jugendliche im Wirtschaftsraum Mittelrhein attraktiv und interessant. Letztes Jahr wurden 3.223 neue Lehrverträge von der Handwerkskammer (HwK) Koblenz registriert. Das sind 48 Ausbildungsverhältnisse mehr als 2013.

Ein Plus bei der Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge verzeichnet das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz zum Jahresende 2014 im Vergleich zum Vorjahr – im Bild Friseure im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung bei der Handwerkskammer Koblenz. Foto: Ars unlimited (Mayen)

Region. „Weil das Handwerk der fachkräfteintensivste Bereich der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland ist, brauchen wir gut ausgebildeten Nachwuchs!“, betonen Kurt Krautscheid und Alexander Baden, Präsident und Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz.

Die Fachkräftesicherung bezeichnet die Kammerspitze als „die größte Herausforderung, der sich das Handwerk zu stellen hat.“ Die demografische Entwicklung ist in der Wirtschaft längst angekommen, auch beim Handwerk. 20.000 Lehrstellen blieben 2014 bundesweit in Handwerksbetrieben unbesetzt. Eine deutliche Entspannung oder gar Verbesserung ist für 2015 nicht erkennbar. Für 2024 werden 100.000 Schulabgänger weniger erwartet, als 2014. „Das Handwerk kann und wird sich auf Erfolgen nicht ausruhen. Es ist weiter stark gefordert, um jeden Jugendlichen offensiv zu werben und ihm die Attraktivität der mehr als 130 Ausbildungsberufe aufzuzeigen“, betonen Präsident und Hauptgeschäftsführer. Bei der erfolgreichen Umsetzung der Ausbildungsoffensive spielen viele Faktoren eine Rolle. Das reicht von attraktiven Rahmenbedingungen eines Wirtschafts- und Lebensraums bis hin zu individuellen Wünschen der jungen Generation wie auch der Ausbildungsbetriebe, die auf einander abgestimmt werden müssen. Möglichkeiten und Perspektiven für den potentiellen Fachkräftenachwuchs im Handwerk müssen herausgestellt werden und die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ als interessanter Bereich in der Wahrnehmung der Jugendlichen eine stärkere Rolle spielen. „Das haben wir erkannt und unsere Strategie in der Nachwuchsgewinnung entsprechend ausgerichtet“, nennen Krautscheid und Baden Hintergründe, die nun einen ersten kleinen Erfolg zeigen. „Das bedeutet nicht Entwarnung in der angespannten Situation am Ausbildungsmarkt, beweist aber, das wir grundsätzlich richtig liegen“.

Die Ausbildungsberatung der HwK Koblenz, Kreishandwerkerschaften, Obermeister und Lehrlingswarte, Partner wie die Arbeitsagenturen und in der Politik, insbesondere die Betriebe selbst engagieren sich, um Schulabgängern passgenaue Angebote aufzuzeigen So betreuen 18 HwK-Ausbildungsberater die Ausbildungsbetriebe unter den fast 19.500 Handwerksunternehmen im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sie fahren in die Betriebe, sprechen mit Lehrlingen und Ausbildern, besuchen die Schulen, veranstalten Schulfeste und sind auf Großveranstaltungen vor Ort, um über Möglichkeiten und Chancen, die das Handwerk bietet, zu informieren. Bei betrieblichen oder persönlichen Problemen stehen sie beratend zur Seite. Auch die Ehrenamtsträger informieren die Schüler und ihre Eltern über Karrieremöglichkeiten im Handwerk.



Die duale Ausbildung bietet zahlreiche Optionen. Mit dem Abschluss einer beruflichen Ausbildung werden auch Schulabschlüsse vergeben, beispielsweise der Abschluss Berufsreife, früher Hauptschulabschluss, wenn sie noch nicht auf allgemeinbildenden Schulen erreicht wurden. Sogar ein duales Studium, bei dem Berufsabschluss und Hochschulabschluss in kürzester Zeit erreicht werden, ist möglich. Lehrlinge können Zusatzqualifikationen, beispielsweise zum Betriebsassistenten im Handwerk, erwerben oder die Berufsausbildung gleich mit einer Weiterbildung verzahnen. Die Mobilitätsberatung der HwK Koblenz hält darüber hinaus zahlreiche Angebote zum Lehrlingsaustausch im europäischen Ausland bereit. Auch weniger Leistungsstarke werden in zahlreichen Maßnahmen der Kammer entsprechend gefördert, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Aktuell ist ein neues Projekt gestartet, um Studienabbrechern den Weg ins Handwerk zu öffnen.
465 Betriebe melden für 2015 freie Lehrstellen in 56 verschiedenen Ausbildungsberufen. Eine aktuelle Übersicht bietet die HwK-Lehrstellenbörse im Internet (www.hwk-koblenz.de). Hier ist auch eine Übersicht zu freien Praktikumsplätzen abrufbar. Ein Praktikum ist eine gute Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren und eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu testen. Oft folgt dem Praktikum eine Lehre.


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