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Nachricht vom 27.01.2015    

Frauen, die lesen, sind gefährlich!

Vorankündigung des Veranstalters: Lesende Frauen in einem Moment der Intimität darzustellen, faszinierte Künstler vieler Epochen. Jedoch dauerte es Jahrhunderte, bis Frauen das Lesen erlaubt wurde. Denn durch das Lesen eigneten sie sich in der patriarchalischen Gesellschaft Wissen und Erfahrung an, das nicht für das herkömmliche Rollenbild bestimmt war.

Exponat der Ausstellung in der Sims Werkstatt. Foto: privat.

Rennerod. Schon das alte und neue Testament stellt Frauen dar die mit Schriften umzugehen verstanden. Die Geschichte weiß zu berichten, wie Frauen, von der „heiligen Johanna von Orleans“ über Jenny Marx, Rosa Luxemburg bis zu Anne Frank, durch ihre Haltung Einfluss auf den „ Lauf der Dinge“ zu nehmen verstanden, allerdings auch, welchen Repressalien sie ausgesetzt wurden und werden.

Als dann Frauen vor 300 Jahren vermehrt anfingen, die Bücher zu entdecken, galten sie als gefährlich, da sie mit der Erweiterung ihres Horizontes und dem gewonnen Wissen auch Einfluss nehmen wollten. Gerade in der Provinz war das Leben einer Frau damals fast ausschließlich auf den Haushalt begrenzt. Bücher zeigten ihnen, was außerhalb ihrer Grenzen existierte, was bewirkte, dass sie sich aus dem engen Korsett der Gesellschaft befreien wollten. Kein Wunder, dass Männer bald meinten, lesen sei ungesund, der Psyche der Frau nicht zuträglich.

Doch während es Jahrhunderte dauerte, bis es Frauen tatsächlich erlaubt war, alles zu lesen, was sie mochten, war die Malerei von Beginn an fasziniert von ihnen. Auf Anregung des gleichnamigen Buches von Stefan Bollmann konzipierte Hansgeorg Jekat die thematische Ausstellung „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ mit eigenen individuellen Bildern für die Sims Werkstatt. In Anlehnung an die Werke der klassischen Moderne zeigt er ausschließlich Frauen, die lesen. Durch diese zeichnerische Neuinterpretation der altmeisterlichen Werke aus allen Epochen intensiviert Hansgeorg Jekat mit seinem unverwechselbarem Stil den Blick auf die Bilder von lesenden Frauen, von Lebenskünstlerinnen, Müßiggängerinnen, Verführerinnen oder Vorleserinnen.




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Alles Bilder von gefährlich klugen Frauen, gleichzeitig nimmt der gelernte Architekt den Besucher mit auf einen Spaziergang durch die Kunstgeschichte. Der Aufmerksamkeit für ihre Umgebung beraubt, lassen die Motive bereitwillig die Blicke über sich gleiten, von den schönsten Räklerinnen bis zu meditativen Momenten. Mit unterschiedlichen Bildtechniken von der Bleistiftzeichnung über die Lithographie und den Holzschnitt bis hin zum Computerdruck interpretiert Jekat die Abbildung der Lesenden neu. In Anmut und Anziehungskraft dargestellt, werden lesende Frauen in den Bildern von Hansgeorg Jekat wieder ganz aktuell und nehmen Einfluss auf das Zeitgeschehen.

Die Ausstellung in der Sims Werkstatt des Antiquariats Lang, Hauptstrasse 71, ist zu den Öffnungszeiten noch bis zum 8. März zu sehen. Eine Führung ist möglich nach terminlicher Vereinbarung unter antiquariat-lang@t-online.de oder Telefon (02664) 227).


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