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Nachricht vom 02.12.2014    

Hospiz Hadamar nahm Betrieb auf - 12 Patienten können einziehen

Das „Hospizium Hadamar“ hat seinen Betrieb aufgenommen. In einem Teil des ehemaligen Krankenhauses St. Anna können nun sterbenskranke Menschen aus der Region an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen ihre letzten Tage in guter Obhut verbringen. Zuvor gab es einen Tag der offenen Tür.

Das Team des neuen Hospizes in Hadamar mit Leiterin Lucia Goll (Mittlere Reihe, 3. von rechts). Foto: Volker Thies

Hadamar. Am Montag, 1. Dezember kamen die ersten Patienten. Am Wochenende zuvor war das neue Hospiz im ehemaligen Hadamarer Krankenhaus St. Anna jedoch noch ganz den Besuchern vorbehalten, die beim „Tag der offenen Tür“ die Einrichtung kennenlernen und sich mit den Mitarbeitern unterhalten wollten.

Das war auch nötig, wie Leiterin Lucia Goll nach mehreren Gesprächen bilanzierte: „Es gibt eine große Neugierde, aber auch immer noch viel Unsicherheit und Unwissen darüber, wie ein Hospiz arbeitet.“ Vor allem seien sie und ihre Mitarbeiter immer wieder auf das Thema Sterbehilfe angesprochen worden.

„Hospizarbeit ist keine aktive oder passive Sterbehilfe, sondern Hilfe zum leben“, betonte die Hospizleiterin. Ihrem Team gehe es darum, sterbenskranken und unheilbar kranken Menschen die letzte Lebensphase so angenehm und erfüllt wie möglich zu gestalten. Dazu gehöre ebenso, dass Angehörige mit übernachten können, wie die Zubereitung des gewünschten Essens, ein kulturelles Angebot und eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Seelsorgern der Kirchen.

Vor allem ist für Lucia Goll eine umfassende medizinische Betreuung wichtig - das aber nicht im Sinn einer Sterbehilfe, sondern mit dem Ziel eines Lebens ohne Schmerzen, Übelkeit und Atemnot trotz einer schweren Krankheit. „Das lässt sich heute in fast allen Fällen verwirklichen, zumindest aber so weit, dass eine akzeptable Lebensqualität entsteht“, erkläre Lucia Goll. Dazu ständen erfahrene Schmerztherapeuten zur Verfügung.

Am Samstag strömten zahlreiche Besucher in das neue Hospiz, besichtigten die frisch renovierten Räume, lauschten Märchen und Klarinettenmusik, stärkten sich bei Kaffee und Kuchen, informierten sich aber vor allem über die Hospizarbeit.
Am Freitag war das Hospiz Entscheidungsträgern aus der Region vorgestellt worden. Die Wiesbadener IFB-Stiftung vertreten Wolfgang Groh, Geschäftsführender Vorsitzender und Gründer, sowie Lothar Lorenz, Geschäftsführer der Stiftung Hospizium. Die IFB-Stiftung engagiert sich unter anderem in der Unterstützung von Menschen mit Behinderung und ihrer Familien, aber auch in der Hospizarbeit.
Die Unterstiftung „Hospizium“ ist Trägerin des neuen Hospizes im Hadamarer St. Anna-Haus. Wolfgang Groh brachte als Eröffnungsgeschenk ein Bild eines Heims für behinderte Kinder mit, das die IFB-Stiftung in Südafrika unterhält.
Kreisbeigeordneter Heinz Valentin und Bürgermeister Michael Ruoff hoben die Bedeutung des Hospizes in Hadamar als erster stationären Einrichtung dieser Art in der Region hervor. Das Einzugsgebiet umfasst nicht nur den hessischen Landkreis Limburg-Weilburg, sondern auch den angrenzenden rheinland-pfälzischen Westerwald. Guido Wernert vertrat als Geschäftsführer der Limburger Krankenhausgesellschaft St. Vincenz auch die Verwaltung des St. Anna-Hauses. Mit dem Hospiz sind nun fast alle Räume des ehemaligen Krankenhauses, das 2007 seinen Betrieb eingestellt hat, wieder in Verwendung für soziale und Gesundheits-Zwecke.
Bis zu zwölf Patienten können nun im „Hospizium Hadamar“ ihre letzten Lebenstage verbringen. Finanziert wird der Aufenthalt von den Krankenkassen. Wegen der zusätzlichen Leistungen, die das Hospiz über den Standard hinaus bietet, ist die Einrichtung aber darüber hinaus auf Spenden angewiesen. (vt)


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