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Nachricht vom 19.11.2014    

Starkholzernte zum Abschied des „Hunsrücker Holzhauers“

Tobias Jerusalem beendet seine über fünfjährige Tätigkeit als Fachlehrer am Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg (FBZ). Seinen letzten Lehrgang mit Forstwirt-Auszubildenden führt er zurzeit im Hachenburger Stadtwald (Bildungswald) durch. Das Schulungsthema ist für ihn ein persönliches „Schmankerl“ zum Abschied: Starkholzernte mit hydraulischen Fällhilfen.

Forstwirtschaftsmeister Tobias Jerusalem verlässt das Forstliche Bildungszentrum und erklimmt die nächste Sprosse seiner Karriereleiter. Fotonachweis: M. Grohs, Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Hachenburg. Motorsägen knattern im herbstlichen Laubwald, Sonnen-strahlen scheinen durch die bloß noch spärlich mit Blättern behange-nen Kronen alter Eichen und Buchen und lassen die orangenen Warn-farben der Waldarbeiterkleidung aufleuchten. Ein lauter, tiefer Ach-tungsruf erschallt durch den zehn Hektar großen Waldbestand. Dann verraten rhythmische Schlaggeräusche dem Kenner, dass nun ein Keil getrieben wird. Ehrfurchtsvolles Staunen ist kurz vor dem Fall des drei Tonnen schweren Holzkörpers in den Mienen der sechs Auszu-bildenden abzulesen. Wird alles gut gehen? Wenige Augenblicke später kracht der mächtige Buchenstamm unaufhaltsam zu Boden. Die Erde bebt. Energie pur! Das bunte Laub wirbelt meterhoch auf und Luftzüge peitschen in die verschwitzten Gesichter. Ein Spektakel, das im wahrsten Wortsinne in Mark und Bein geht und den jungen Menschen noch oft vergönnt sein wird in ihrem künftigen Berufsleben. Bei dem einen oder anderen zufriedenes Lächeln, sicherlich bei jedem der Anwesenden Adrenalinausschüttung. Der Baum liegt da, wo er hin sollte – Fällung gelungen!

Neben den Schülern steht ein Mann – wie ein Baum –, den das Ereignis auch nicht kalt lässt, jedoch seine Schützlinge stets im Blick hat und das Geschehen mit kritischem Blick verfolgt: „Schaut nach oben, achtet auf herabstürzende Äste!“, warnt sie Forstwirtschaftsmeister Tobias Jerusalem. Die Anweisungen des stimmgewaltigen Ausbilders dringen problemlos durch den dicken Gehörschutz der angehenden Forstwirte, diese nicken und warten ab, bis das Schwingen der Bäume nachgelassen hat. Leise Töne „kann“ der Hunsrücker nicht, dafür ist er bekannt. Aber alles was er sagt, hat „Hand und Fuß“ und für diese fachliche Kompetenz wird Herr Jerusalem am FBZ und bei den Lehr-lingen sehr geschätzt.

Die 130-jährige Buche hatte ihr Erntealter erreicht, nun war die Zeit gekommen, sie vor einem Wertverlust des Holzes zu bewahren und der Weiterverarbeitung in der Forst- und Holzwirtschaft zuzuführen. „Sie kann Erlöse bis zu 500 Euro erzielen und das nur bei uns, den so genannten ,Urproduzenten‘, die Wertschöpfung in der weiteren Ver-edelungskaskade ist dabei noch gar nicht berücksichtigt“, erklärt Matthias Grohs, Mitarbeiter des FBZ.



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Zum Einsatz kommt moderne Fälltechnik: Hydraulische Fällheber und -keile erleichtern das Zufallbringen starker Bäume und wirken sich ergonomisch günstig aus. Die Handhabung dieser Werkzeuge soll den Auszubildenden im Bildungswald Hachenburg vermittelt werden.

„Bei solch einem herrlichen Wetter Holz zu machen – ,richtiges‘ Holz – das macht diesen Beruf so interessant!“, schwärmt ein junger Mann mit Funkeln in den Augen und ein anderer ergänzt: „Die fachliche Begleitung der FBZ-Ausbilder und -Fachlehrer ist super. Gute Aus-bilder wie Herrn Jerusalem an der Seite zu haben, gibt einem Sicher-heit. Er zeigt uns, worauf es ankommt und redet nicht lange um den heißen Brei herum.“

Tobias Jerusalem ist mit dem heutigen Tag zufrieden: „Die Jungs haben gut geschafft, Ausbildungsziel erreicht!“, resümiert er bei Einbruch der Dämmerung und zieht bestätigend an seiner Zigarette. Seine künftige Aufgabe als Technischer Produktionsassistent am Forstamt Birkenfeld sieht er als eine tolle Herausforderung und freut sich, dass er dann wieder nah bei seiner Familie sein wird, konnte er sich doch bisher nur am Wochenende um sie kümmern. „Das war eine schöne und gute Zeit hier im Westerwald, vor allem die Arbeit mit den jungen Menschen hat mir großen Spaß bereitet. Aber ehrlich gesagt, scharre ich nun mit den Hufen, um wieder in die Heimat zu kommen!“, gibt er zu und zeigt sein typisches verschmitztes Lächeln.

Die Kollegen des FBZ werden ihn vermissen: „Verlässlichkeit und großes Engagement zeichnen ihn aus, er wird uns fehlen“, so und in ähnlicher Weise reagieren die Mitarbeiter des FBZ in diesen Tagen auf den bevorstehenden Weggang des sympathischen Hunsrücker „Holzhauers“. M. Grohs


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