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Nachricht vom 03.11.2014    

Agentur für Arbeit zieht Bilanz zum Thema Ausbildung

Ein großes Angebot an Ausbildungsplätzen in der Region steht für junge Schulabgänger zur Verfügung, obwohl das Angebot an Lehrstellen leicht rückläufig ist. Die Arbeitsagentur Montabaur, zuständig für den Westerwaldkreis und den Rhein-Lahn Kreis meldet 65 unversorgte Bewerber und 102 offenen Lehrstellen. Nicht immer passen Lehrstelle und Berufswunsch der jungen Leute zusammen.

Symbolfoto: WW-Kurier

Montabaur. Das Ausbildungsjahr 2013/2014 ist beendet. Zum Stichtag 30. September wird Bilanz am Ausbildungsmarkt gezogen – auch in der Agentur für Arbeit Montabaur, deren Bezirk den Westerwald- sowie den Rhein-Lahn-Kreis umfasst.

Agenturchefin Madeleine Seidel bringt die wichtigsten Entwicklungen auf den Punkt: „Obwohl die Zahl der Schulabgänger sinkt, haben sich mehr junge Menschen gemeldet, die Interesse an einer Ausbildung haben. Auf der anderen Seite gibt es ein großes Angebot an Lehrstellen. Die Chancen, dass Jugendliche einen Ausbildungsplatz ihrer Wahl finden, stehen also gut.“

Insgesamt 2.612 junge Männer und Frauen mit Ausbildungswunsch meldeten sich zwischen dem 1. Oktober 2013 und dem 30. September 2014 bei der Agentur für Arbeit Montabaur. Das ist ein Plus von 71 gegenüber 2012/2013. Gleichzeitig verbuchten die allgemeinbildenden Schulen - Gymnasien, Realschulen plus und integrierte Gesamtschulen - ein Minus von 255 Schülerinnen und Schülern; das entspricht 7 Prozent.

Für diese Diskrepanz gibt es laut Seidel mehrere Erklärungen: Zum einen ist nur etwa die Hälfte der Bewerber im Sommer 2013 von einer allgemeinbildenden Schule abgegangen. Für die übrigen traf dies schon in den Vorjahren zu. Sie haben anschließend zum Beispiel eine berufsbildende Schule besucht, ein Freiwilliges Soziales Jahr eingeschoben, einfach gejobbt und sind erst später Richtung Ausbildung eingeschwenkt.

„Das Plus an Bewerbern ist aber auch ein Erfolg unserer Berufsberaterinnen und Berufsberater“, stellt Madeleine Seidel fest. „Denn sie machen frühzeitig und sehr engagiert auf unser Dienstleistungsangebot aufmerksam. So ist dieser umfangreiche und kostenlose Service in den vergangenen Jahren bekannter geworden und wird stärker in Anspruch genommen. Ein großer Vorteil ist, dass wir für die Sekundarstufe I direkt in den Schulen Beratung anbieten, Schüler und Eltern also auf kurzem Wege zu uns kommen.“

Auf der Angebotsseite des Markts ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 1.555 Lehrstellen gemeldet; das ist ein Rückgang um glatte 80 gegenüber 2012/2013. „Diese Entwicklung korrespondiert mit dem Minus bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, die die Handwerkskammer ebenso wie die Industrie- und Handelskammer registrieren“, sagt die Agenturchefin.
„Einerseits wissen die Betriebe natürlich, wie wichtig es zur Zukunftssicherung ist, sich eigenen Nachwuchs zu schaffen. Andererseits beklagen manche, dass sie nicht genügend geeignete Azubis finden.“ Und es gibt Ausbildungsstellen, die nur schwer zu besetzen sind. Hier sind neben typischen Handwerksberufen wie Bäcker und Fleischer z.B. Berufskraftfahrer zu nennen. Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe hat großen Bedarf an angehenden Fachkräften - angefangen von Restaurantfachleuten bis hin zu Köchen.



Unbestritten ist, dass viele Jugendliche bei ihrer Berufswahl keine große Bandbreite im Blick haben. Auch das führt dazu, dass Angebot und Nachfrage nicht zueinander finden. Von den mehr als 2.600 Bewerberinnen und Bewerbern geben 290 als vorrangigen Wunsch „Verkäufer/in“ an. 441 streben eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich an; sie möchten Büro-, Industrie- oder Einzelhandelskaufleute werden.

Auch die Geschlechterrollen sind klar definiert. Die Top-Ten der Berufswünsche von Jungen und Mädchen haben sich seit vielen Jahren kaum verändert. So nennen von den knapp 1.486 jungen Männern unter den Bewerbern 88 den Kfz-Mechatroniker als Priorität. An Stellen wurden jedoch lediglich 39 gemeldet. Bei den jungen Frauen hält sich hartnäckig die Friseurin als Traumberuf. In den Top-Ten der gemeldeten Ausbildungsplätze taucht dieser nicht auf.
Im abgelaufenen Berichtsjahr blieben letztlich 102 Ausbildungsplätze unbesetzt; das sind 7 weniger als im Vorjahr. 65 Bewerberinnen und Bewerber waren noch unversorgt. Im vergangenen Jahr waren es 12 mehr.

Madeleine Seidel appelliert an die Betriebe, weiterhin auf hohem Niveau auszubilden: „Geben Sie jungen Leuten eine Perspektive und sichern Sie sich damit langfristig Ihre Fachkräfte!“ Den Jugendlichen rät sie, die vielen Möglichkeiten zu erkunden, die sich bieten: „Bundesweit gibt es mehr als 300 Ausbildungsberufe. Und auch die Unternehmen in unserer Region bieten Wege ins Arbeitsleben, die gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten eröffnen.“

Die Berufsberatung nimmt sich Zeit und informiert und berät junge Leute gerne. Individuelle Gesprächstermine können unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.


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