Werbung

Nachricht vom 26.08.2014    

Vier Kulturveteranen bohren seit 120 Jahren dicke Bretter

Fehlende Kultur ist ein Sargnagel für die Region. Kleinkunstbühne Mons Tabor wirkt dem seit drei Jahrzehnten entgegen. Hohes Niveau kann bei entsprechender Nachfrage gehalten werden. Unterstützung durch Kommunen und Sponsoren gefragt.

Sie vereinen 120 Jahre ehrenamtliche Kulturarbeit im Westerwald (vlnr): Torsten Schmitz, Fabian Schlotter, Uli Schmidt, Volker Kram. Foto: privat

Montabaur. „Kultur ist ein Grundbedürfnis. Fehlt sie, ist es für eine Region wie den Westerwald der Sargnagel!“ Diese Überzeugung brachte vor genau drei Jahrzehnten vier junge Männer zusammen, die sich gemeinsam für dieses Grundbedürfnis stark machen und dicke Bretter bohren wollten. Seit nunmehr zusammen 120 Jahren arbeiten Volker Kram und Fabian Schlotter (beide Montabaur), Torsten Schmitz (Ruppach-Goldhausen) und Uli Schmidt (Horbach) gemeinsam für ein besseres Kulturangebot in der Region. Davon seit nunmehr 27 Jahren zusammen als die Gründer und bis heute Aktiven der Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V. Vorher waren die Vier bereits bei der Organisation des jährlichen Landjugendfestes und anderer Jugendkulturveranstaltungen rund um die Kreisstadt dabei.

Mit der Kleinkunstbühne Mons Tabor sind die vier Kulturveteranen auch kulturell „erwachsen“ geworden und konnten bekannte Formate wie die derzeit noch laufende Westerwälder Weltmusikreihe „Musik in alten Dorfkirchen“, aber auch die „Westerwälder Kabarettnacht“ und das bekannte Kleinkunstfestival „Folk & Fools“ zu absoluten Highlights im lokalen Kulturangebot entwickeln. Inzwischen besteht der rege Kulturverein aus 15 Aktiven im Alter zwischen 35 und 75 Jahren.

Kram, Schlotter, Schmitz und Schmidt wollen nach unzähligen – meist hochwertigen – Veranstaltungen weiter für die Vielseitigkeit und Qualität des Westerwälder Kulturangebotes kämpfen, da dieses nach ihrer Überzeugung wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg der Region ist. Obwohl in „120 Jahren“ einiges erreicht wurde, bleibt das Ziel der vier erfahrenen Kulturschaffenden unverändert: die Kommunen und die Region in ihrem Bestreben zu unterstützen, den weichen Standortfaktor Kultur weiter qualitativ zu verbessern. Dieser wird nach Einschätzung des Quartetts für die Wirtschaft neben Verkehrswegen und Bildungsmöglichkeiten in einer Region immer wichtiger.

Aber die ehrenamtlichen Kulturaktivisten sind sich auch darin einig, dass ein vielseitiges Kulturangebot natürlich auch den in der Region lebenden Menschen zu Gute kommt. Diese können heute „vor der Haustür“ beispielsweise in Hachenburg, Ransbach-Baumbach oder Montabaur sowie auch in einigen Dörfern wie Oberelbert, Rotenhain oder Elsoff Veranstaltungen besuchen, für die sie vor 25 Jahren noch weite Wege fahren mussten.

„Wenn unsere Veranstaltungen auch künftig alle gut besucht sind“, so die vier Kulturfreunde übereinstimmend, „können wir das gewohnt hohe künstlerische Niveau halten“. Ihre Hoffnung ist jedoch, dass neben der KSK und Naspa sowie der EVM noch weitere Sponsoren und Werbepartner ihre Arbeit unterstützen. So könne noch mehr in optimal Veranstaltungstechnik und hervorragende Künstler investiert werden.

Alle wollen auch künftig mit großem persönlichem Engagement dazu beitragen, das Kulturangebot im unteren Westerwald und darüber hinaus weiter zu verbessern. Dies verstehen sie auch als Entlastung der Kommunen. So hat die Kleinkunstbühne errechnet, dass allein durch die eigenen bisherigen über 200 Veranstaltungen Kosten in Höhe von bis zu einer halben Million Euro gespart wurden. Zumindest wenn die kommunale Ebene diese Veranstaltungen selbst organisiert und für Personal- und Sachkosten, höhere Gagen und Kostenunterdeckungen hätte zahlen müssen.


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Kommentare zu: Vier Kulturveteranen bohren seit 120 Jahren dicke Bretter

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Person in Weiher: Rettungseinsatz stellte sich als Falschalarm raus

Durch einen Passanten wurde am Mittag eine augenscheinlich hilflose Person im Haiden-Weiher, einem der Seen der Westerwälder Seenplatte, in Dreifelden, Ortsteil Seeburg, gemeldet.


Region, Artikel vom 15.01.2021

Am Sonntag kommt Schnee zu uns

Am Sonntag kommt Schnee zu uns

Mit einer nordöstlichen Strömung fließt unter leicht zunehmendem Hochdruckeinfluss kalte Luft in den Westerwald. Am Sonntag ist mit Schneefällen zu rechnen.


Corona im Westerwaldkreis: Neuinfektionen weiter rückläufig

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am heutigen 15. Januar insgesamt 3659 (+25) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet heute 207 aktiv Infizierte. Der aktuelle Inzidenzwert liegt bei 89,2.


Winterwochenende im Westerwald konfliktfrei gestalten

Für das Wochenende sind wieder Schneefälle prognostiziert. Was den Einen freut, ist für den Anderen eine Schreckensvision. Freunde des Wintersports zieht es unweigerlich auf die schneesicheren Höhen der Region.


Region, Artikel vom 16.01.2021

DRK-Bilanz zur Impfung in Pflege- und Altenheimen

DRK-Bilanz zur Impfung in Pflege- und Altenheimen

DRK-Präsident Rainer Kaul zieht erste Bilanz von aufsuchenden Impfungen und Testungen von Alten- und Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz.




Aktuelle Artikel aus der Kultur


KulturZeit Hachenburg: Sascha Grammel wird verschoben

Hachenburg. Doch aufgrund der aktuellen Lage im Zuge des Pandemiegeschehens muss der Termin am 16. Februar 2021 leider erneut ...

Gemeinsame Band-Spende für die Tafel

Enspel. Und natürlich sollten die Einnahmen für einen guten Zweck gespendet werden. Die Musiker verständigten sich darauf, ...

Wandelndes Schaufenster in der Innenstadt ist ein echter Hingucker

Höhr-Grenzhausen. Unter dem Motto „Gegen die Leere: Das wandelnde Schaufenster in der Innenstadt!“ werden Bilder aus vergangenen ...

Kabarett fällt aus… und findet (hoffentlich) bald statt

Montabaur. Mit Stefan Waghubinger war es erneut gelungen, dafür eine Größe des deutschsprachigen Kabaretts in die Kreisstadt ...

Buchtipp: „Rummelplatz meiner Seele“ von Tina Hüsch

Dierdorf/Bad Marienberg. Die Westerwälder Buchstabenfee, der die Magie der Poesie zum Seelenplan geworden ist und die die ...

Kunst- und Kulturszene rund um Montabaur gibt nicht auf

Montabaur. Die Impfungen laufen auch bei uns im Westerwald schleppend an und man muss leider davon ausgehen, dass sich die ...

Weitere Artikel


Uli Schmidt, der „Macher“ des Westerwalds

Horbach. Herr Schmidt, Sie engagieren sich sehr für soziale Projekte im Westerwald: Sie sind Vorstand im Förderverein des ...

Reisebusse mit erheblichen Mängeln

Sessenhausen. So wurde bei einem ausländischen Bus an der Vorderachse eine gerissene Bremsschreibe festgestellt. Da eine ...

Zehn Jahre Heimatstuben Bad Marienberg

Bad Marienberg. Auch eine Poststube ist in das Museum integriert, die durch die Briefmarkenfreunde Westerwald mit wechselnden ...

Himmlische Choreografien bei Tempo 300

Langenhahn. Am Boden Freunde, in der Luft Konkurrenten: Die besten Deutschen Skydiver kreuzen, im übertragenen Sinne, wieder ...

Rassige Pferde im Championat

Alpenrod. Vom 5. bis 7. September erwartet alle Freunde der Pura Raza Pferde ein pferdesportliches Highlight auf der im Herzen ...

200 Young- und Oldtimer zu den Neuwied Classics erwartet

Neuwied. Aufgrund dieser kulinarischen Reise ist auch der Name food rallye für die Oldtimerfahrt entstanden. Zahlreiche Sonderaufgaben ...

Werbung