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Nachricht vom 23.07.2014    

Konzert zwischen Verstörung und Begeisterung

Von Zeit zu Zeit wird es hochkreativen Musikern in ihrem Genre langweilig. Dann brechen sie aus und schaffen Werke, die Verstörung aber auch Begeisterung hervorrufen. Ein Beispiel dafür ist Song Yuzhe aus der Mandschurei, der jetzt mit seiner Band „Da Wang Gang“ in der Evangelischen Kirche Nordhofen im Rahmen der Westerwälder Weltmusikreihe „Musik in alten Dorfkirchen“ gastierte.

Alle 4 Musiker der Gruppe Dwanggang. Foto:privat

Nordhofen. Die Kleinkunstbühne Mons Tabor und der Kulturkreis der Verbandsgemeinde Selters als Veranstalter des Konzertes im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz staunten bei Ankunft der Band nicht wenig, als erkennbar wurde, dass diese inzwischen ohne ihr Wissen von einer rein chinesischen in eine Multikulti-Formation mit Musikern aus China, Japan, Griechenland und Belgien umformiert wurde. „Sie haben etwas ähnliches wahrscheinlich bisher noch nicht gehört: eine Mischung aus Oper, Rockrhythmen, buddhistischen Gesängen und östlicher Folklore“, meinte der Vorsitzende der Kleinkunstbühne, Uli Schmidt, bei seiner Begrüßung. Er stimmte die Konzertgäste auf eine ländlich-psychedelische Avantgarde aus dem Reich der Mitte ein. „Wir werden auch künftig immer mal wieder für solch eine außergewöhnliche Band gut sein, um unsere Reihe mit ihrem weltumspannenden Anspruch von bisher im Westerwald Ungehörtem weiterzuentwickeln“, so der Westerwälder Weltmusikveteran.

Die Übersetzung des Ensemblenamens heißt „Groß Vergessen Holzpfahl“ was seinem Klang recht nahe kommt: Wirklich nicht zu vergleichen mit irgendetwas, was man je gehört hatte. „Ich war ja schon bei vielen Weltklassekonzerten in eurer Reihe, aber das heute ist doch gewöhnungsbedürftig“, meinte ein regelmäßiger Besucher. Eine ebenfalls weltmusikerfahrene Dame hielt dagegen: “Das ist reizvoll und fast suchterzeugend!“




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Dabei waren einzelne Stücke wie „Talking about birds“ wirklich große Musik. Es ist eine Kurzoper die von Vögeln handelt. Sie beginnt mit dem Gedanken, dass Vögel glücklich sind, weil sie nicht darüber nachdenken müssen, wohin sie fliegen. Was auch immer kommen mag, es wird ihnen etwas Gutes bringen: eine Welle Wasser, die Graslandschaft, etwas zu essen oder ein Fels für eine Pause. Im zweiten Teil des langen Liedes entwickelte dies mehr Rhythmus und Humor und der Text setzte sich teilweise auch mit der Nutzlosigkeit mancher Vögel auseinander.

Fasst am Ende folgte noch ein instrumentaler Teil, der – inspiriert von einem tibetischen Sprichwort – davon handelt, dass das beste Wasser immer zu den Feldern der anderen fließt – eine Einladung zum großzügig Sein. Auf Großzügigkeit hofft die Kleinkunstbühne nun auch bei denjenigen Konzertgästen, die mit der dargebotenen außergewöhnlichen Musik nichts anfangen konnten.

Letztere empfanden es wohl als Anschlag auf die westlichen Hörgewohnheiten, die anderen waren begeistert und erklatschten am Schluss zwei Zugaben. Auch wenn das Konzert nicht so recht in das Konzept von Musik in alten Dorfkirchen passte, waren sich Veranstalter und Gäste am Schluss in der Bewertung einig: Es war ein höchst außergewöhnliches Konzert und wir haben zumindest alle unseren kulturellen Horizont erweitert.


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