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Nachricht vom 04.01.2014    

Rauhtage und Rauhnächte - Geschichten und Brauchtum

Die Zeit vom 24. Dezember bis 5./6. Januar gilt als stille Zeit, früher wurden sie auch Rauhtage oder Rauhnächte genannt. Viele der alten Gebräuche und Geschichten haben sich bis heute erhalten und sind in Geschichten lebendig. Das Silvesterfeuerwerk geht auf die alten keltischen Bräuche zurück, die Vorfahren entzündeten in dieser Nacht große Feuer.

Viele Geschichten und Brauchtümer ranken sich um die sogenannte "stille Zeit". Foto: Manfred Hundhausen

Region. Um die sogenannten Rauhnächte ranken sich viele Mythen, Gruselgeschichten, Rituale, wahrsagerische und astrologische Erkenntnisse. An diesen Tagen, die laut Überlieferung als Rauhtage gelten, sollte man bestimmte Dinge tunlichst unterlassen, damit kein Unglück geschieht. Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt.

Warum nicht Rauhtage, sondern Rauhnächte? Eigentlich sind es die Rauhenächte, sie gehen auf germanischen Glauben zurück! Nach dem keltischen Jahreskreis befinden wir uns in der Jahresnacht. Deshalb wird der gesamte Tag in dieser Zeit als Nacht angesehen.
Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren heilige Nächte. Sie begannen am 24. Dezember um 0 Uhr und dauerten bis zum 5. Januar 0 Uhr. Teilweise wird auch die Nacht der Wintersonnenwende (Thomasnacht) vom 21. auf den 22.Dezember hinzugezählt.
Die wichtigsten Rauhnächte sind die folgenden christlichen Feiertage:
24./25. Dezember Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten
31. Dezember/1. Januar, 5./6. Januar Vigil von Epiphanie, Erscheinung des Herrn, Hl. drei Könige.

Die Bezeichnung Rauhnacht geht auf das mittelhochdeutsche Wort "Ruch" zurück, was "haarig" bedeutet. Es ist ein Hinweis auf Tierpelze. Wer in diesen Nächten Tiere sprechen hört, muss kurz danach sterben, so die Überlieferung. Später hat man in diesen Nächten die Zimmer mit Weihrauch ausgeräuchert, dadurch glaubte man, das Wort Rauhnacht käme von "Rauchnacht".

Viele heutige Bräuche leiten sich von den Rauhnächten ab, z.B. das Abfackeln von Silvesterfeuerwerk, das Bleigießen und die Perchtenumzüge in der Nacht vom 5.Januar in der Alpenregion. Dort ziehen sich die Leute erschreckende Masken an und gehen auf die Straße, um die bösen Geistern zu vertreiben. Den lärmenden Perchtenläufen setzte das Christentum im Mittelalter auch die Dreikönigsaufzüge entgegen, in neuerer Zeit kam das Dreikönigssingen hinzu. Auch soll es in diesen Nächten Verwandlungen in Mischwesen zwischen Tier und Mensch geben, beispielsweise in Werwölfe.
Traditionell trägt man Masken, die exakt den visionär geschauten Geistern entsprechen.

Im 19. Jahrhundert galten die Rauhnächte für unverheiratete Frauen als eine Gelegenheit, um Mitternacht an einem Kreuzweg oder einem anderen magischen Ort ihren künftigen Bräutigam zu sehen. Seine Gestalt erschien dann und ging schweigend vorüber, und das Mädchen durfte sie weder ansprechen noch ihr nachschauen, weil dies den Tod bedeutet hätte.

Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). In einer anderen Version ist diese besonders (jüngeren) Frau verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würden wilde Reiter angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein.
In dieser Zeit wurden früher die Viehställe ausgeräuchert und die Tiere besonders gepflegt. Alten Überlieferungen zufolge solle man zwischen Heiligabend und Dreikönig sich nicht die Haare schneiden lassen und nicht den Bart rasieren - weil die Gefahr besonders groß sei, sich zu schneiden. Die Wunde heile dann nicht mehr, erklärt der Allgäuer Heimatforscher Pius Lotter.

Die Alten benutzten jede dieser Rauhnächte für einen Monat des Jahres zum Deuten und Orakeln auch des Wetters. Dem Sonnenschein wurde zeichenhafte Bedeutung zugedacht.
Sonnenschein bedeutet am:
1. Lostag (25. 12.): Es wird ein glückliches, neues Jahr werden.
2. Lostag (26. 12.): Preiserhöhungen stehen an.
3. Lostag (27.12.): Streitigkeiten kommen auf.
4. Lostag (28.12.): Fieberträume werden Familienmitglieder plagen.
5. Lostag (29.12.): Es wird eine gute Obsternte.
6. Lostag (30.12.): Auch alle anderen Früchte gedeihen prächtig.
7. Lostag (01.01.): Die Viehweiden tragen saftige Kräuter.
8. Lostag (02.01.): Fische und Vögel sind zahlreich.
9. Lostag (03.01.): Gute Kaufmannsgeschäfte stehen ins Haus.
10. Lostag (04.01.): Unwetter kommen hernieder.
11. Lostag (05.01.): Nebeltage treten vermehrt auf.
12. Lostag (06.01.): Zwist und Hader kommt auf.

Auch schwören an diesen 12 Tagen manche Menschen in bestimmten Regionen auf Zwiebeln als Wetterpropheten. Jeder Tag steht dann für den folgenden Monat. Somit steht die erste Rauhnacht für den Januar, die zweite für den Februar und so fort
Wenn man am 24. Dezember Zwiebeln aufschneidet und bis 6. Januar beobachtet, wird es in dem betreffenden Monat regnen, falls die Zwiebeln Saft ausschwitzen.
Bleiben sie trocken, ist auch der Monat trocken. Mal schauen, was die Zwiebeln für das Jahr 2014 sagen. (PHW)
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht
http://www.jahreskreis.info/files/rauhnaechte.html
http://www.bauernregeln.net/rauhnaechte.html



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