Werbung

Nachricht vom 11.07.2013    

BUND: Energiewende darf nicht ausgebremst werden

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) fordert ernsthafte Maßnahmen für den Klimaschutz, einen schnellen und naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien und den Stopp der Panikmache um die Ökostromumlage. Der Verband fordert den weiteren Ausbau der Windenergienutzung, auch in Mittelgebirgslagen.

Region. „Wir stehen vor einer Weichenstellung beim Klima- und Naturschutz. Bei den Bundestagswahlen entscheidet sich auch, ob nachhaltiges Wirtschaften ohne ständiges Wachstum eine echte Chance bekommt, oder ob die Großkonzerne und die derzeitige Bundesregierung die Energiewende in Deutschland abwürgen. Die öffentliche Diskussion prangert die vermeintlich hohen Kosten an, ohne die Notwendigkeit für eine sichere, klimafreundliche, menschen- und naturverträgliche und dezentrale Versorgung herauszustellen“, so Harry Neumann, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) Rheinland-Pfalz e. V.

Der BUND will deshalb in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt politisch tätig werden, um die dezentrale und naturverträgliche Energiewende in Bürgerhand zu sichern und voranzubringen.

Michael Carl, Sprecher des Arbeitskreises Energie im BUND, bemängelt: „Obwohl in der Atmosphäre schon eine CO2-Konzentration von erschreckenden 400 ppm erreicht ist – vor der Industrialisierung waren es rund 280 ppm – obwohl der Meeresspiegel so schnell steigt wie nie zuvor und obwohl sich auch bei uns extreme Wetterlagen häufen mit Starkregen und Hochwasser, Stürmen oder Dürren, ist in unserem Land ein politisches Umdenken, z.B. beim Energiesparen oder beim Autoverkehr, kaum feststellbar. Den vielen privaten Kleinanlegern, Genossenschaften und Handwerksbetrieben, die mit uns bisher die Energiewende getragen und vorangebracht haben, wird jetzt auch noch vorgeworfen, sie würden sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. Dies ist unerträglich, denn die Renditen sind hier bescheiden. Wer so Panikmache betreibt, eine Strompreisbremse und Deckelung der erneuerbaren Energien fordert, sollte zuerst die Supergewinne der Großindustrie an der Strombörse heranziehen und die zahlreichen Ausnahmen bei der Ökostromumlage für die Industrie abschaffen. Wir fordern daher verlässliche Rahmenbedingungen, die die Energiewende in Bürgerhand weiter erfolgreich fördern. Das EEG muss zu einem Bürgerenergiegesetz weiterentwickelt werden, natürlich mit einem Sozialausgleich für Einkommensschwache. Energiewende und Klimaschutz sind eine Gemeinschaftsaufgabe, die allen am Herzen liegen sollte, auch im Interesse kommender Generationen. Wer jetzt hier zögert, wird das später doppelt bezahlen müssen“.

In Rheinland-Pfalz und auch bundesweit laufen derzeit zahlreiche Aktionen des Natur- und Umweltschutzverbandes an. Politiker aller Parteien werden neben anderen Themen auch zu ihrer Haltung zur Energieproblematik befragt. Die Ergebnisse finden sich unter www.bund-rlp.de. In Koblenz z.B. laden Montagsspaziergänge die Wahlkreiskandidaten zu kritischen Fragerunden ein und in einer Energiewende-Charta wird vom BUND, der GLS-Bank und mehreren Stiftungen und Initiativen mobilisiert. Die Forderungen reichen von einem kompletten Atom- und Kohleausstieg über eine weitere Dezentralisierung der Versorger und regionale Energiemanagements bis hin zur Bürgerbeteiligung und Stärkung der Verbraucherrechte. Einzelheiten siehe www.die-buergerenergiewende.de.

Für den 28. September 2013, also das Wochenende nach der Bundestagswahl, ist eine Großdemonstration in Berlin geplant, wozu auch der BUND Rheinland-Pfalz aufruft.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

pädagogische Fachkraft (m/w/d) in Teilzeit oder Vollzeit

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Vorarbeiter / Teamleiter Fahrzeugbeschriftung & Folientechnik (m/w/d)

BeschriftungsMeister.de
56593 Horhausen (Westerwald)

Kita - Assistenz (m/w/d) Friesenhagen

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
51598 Friesenhagen

Landwirtschaftlicher Helfer (m/w/d)

Herpter Hof
57610 Gieleroth

Hilfskraft (m/w/d) Wohnstätte Flammersfeld

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Entschieden tritt der BUND dem Eindruck entgegen, der Umweltverband wäre grundsätzlich gegen den Ausbau der Windkraft. „Windkraft ist für die Energiewende dringend notwendig und unverzichtbar, auch in den Mittelgebirgslagen. Wir wollen darum einen weiteren Ausbau, damit wir im Interesse des Klimaschutzes das Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2030 auch erreichen. Wir wissen, dass dies nicht zum ökologischen Nulltarif zu haben sein wird. Wir arbeiten jedoch an Positivkonzepten und versuchen, im Interesse von Mensch und Natur Einfluss auf die Planungen zu nehmen. Leider hat sich in den letzten Jahren, auch durch die mangelhafte Steuerung der Landesregierung, ein hohes Konfliktpotenzial angehäuft. Dies führt vielerorts zu Ärger, Sorgen und Protest. Die Energiewende hat hier berechtigter Weise ein Akzeptanzproblem, vor allem wenn wertvolle Naturbereiche, wie etwa der Stegskopf im Westerwald, der Giebelwald, Pfälzerwald, Soonwald, oder Lebensräume bedrohter Arten in Mitleidenschaft gezogen werden sollen. Hier werden wir als Naturschützer selbstverständlich einschreiten. Es kann aber keine Rede davon sein, dass wir generelle Windkraftgegner seien oder gar Seit an Seit mit der CDU schreiten, wie von Frau Klöckner kürzlich behauptet. Wer gar keine Windkraft in der Landschaft will, der muss dann auch erklären, dass die Alternativen Fukushima, Kohletagebau und weiterer CO²-Anstieg heißen. Wir brauchen die Erneuerbaren und zwar schnell. Der Klimawandel wartet nicht“, so BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk (Koblenz).

„Der Ausbau der Windenergie an Land ist unverzichtbar. Windkraft ist effektiv und wirtschaftlich und an vielen Standorten sinnvoll – wenn das planvoll koordiniert und naturverträglich geschieht. Der BUND kämpft – wie in unserem Windpositionspapier näher ausgeführt – dort, wo sie für die Natur und die Artenvielfalt schädlich ist (z.B. in Natura 2000-Gebieten, alten Wäldern), aber auch entschieden gegen Windkraft. Denn der Schutz wertvoller Naturräume und bedrohter Arten ist für uns nicht verhandelbar", betonen auch Dr. Jürgen Ott, Armin Osterheld und Dr. Heinz Schlapkohl, Sprecher der Arbeitskreise Naturschutz, Wald und Wasser im BUND Rheinland-Pfalz.

„Wir setzen uns für eine naturverträgliche und ökologische Energiewende von unten ein und fordern auch die Landesregierung auf, diese Ziele aktiv zu unterstützen, z.B. bei der Förderung von Bürgerwindparks und Verpachtung von geeigneten staatlichen Flächen an Bürgergenossenschaften. Zu einer nachhaltigen Energiewende ist aber auch ein grundlegendes Umdenken in unserem gesamten Konsumverhalten, in der Landwirtschaft, bei der Ernährung, im Flächenverbrauch und im Verkehr dringend erforderlich. Eine ganzheitliche und werteorientierte Energiewende muss endlich das Einsparen und Speichern von Energie in den Vordergrund stellen und darf nicht versuchen, unseren Lebensstil mit anderen Mitteln fortzuführen“, erklärt abschließend Harry Neumann, BUND-Landesvorsitzender.


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Schwerer Verkehrsunfall auf der Arenberger Straße in Koblenz

Am 22. September 2026 ereignete sich auf der Arenberger Straße in Koblenz ein schwerer Verkehrsunfall. ...

Zeuge nach Unfallflucht auf Discounterparkplatz in Koblenz gesucht

Am 9. September 2026 ereignete sich auf einem Discounterparkplatz in der Frankenstraße in Koblenz ein ...

Einbruch in Tierarztpraxis in Ransbach-Baumbach: Polizei sucht Zeugen

Am späten Abend des 23. September 2026 ereignete sich ein Einbruch in einer Tierarztpraxis in Ransbach-Baumbach. ...

Frauencafé in Marienrachdorf erinnert an das Gute im Alltag

Beim dritten Frauen-Café der Christusgemeinde Sayn-Wied Westerwald kamen viele Besucherinnen in der Mehrzweckhalle ...

Diebstahl von Pedelecs in Guckheim - Täter entwenden Fahrräder aus Garage

In Guckheim kam es in der Nacht vom 22. auf den 23. September zu einem Diebstahl, bei dem zwei hochwertige ...

HeimArt 2026: Sechs Künstler zeigen den Westerwald aus ihrer Sicht

ANZEIGE | Die Ausstellung HeimArt 2026 in Enspel bringt sechs Künstler mit unterschiedlichen Techniken ...

Weitere Artikel


Truppenübungsplatz Stegskopf: Kein Konsens zur Nutzung in Sicht

Umweltministerin Ulrike Höfken besuchte nun den Truppenübungsplatz Stegskopf, um sich ein Bild des Areals ...

Polizei sucht Hinweise zu illegalem Müll

Es gibt sie leider immer wieder: kriminelle Müllentsorger, die ihren Dreck im Wald ablagern. Die Polizei ...

Fast die Hälfte der Schulanfänger treibt Vereinssport

Erfreulicher Trend im Westerwaldkreis: Fast die Hälfte aller Schulanfänger treibt Sport in einem Verein. ...

Senioren auf Fahrt an der Ostsee

An einer achttägigen Freizeitfahrt auf die Ostseeinsel Fehmarn nahmen Seniorinnen und Senioren aus verschiedenen ...

Lotto-Deichmeeting Neuwied – Karten zu gewinnen

Die LG Rhein-Wied präsentiert das Lotto-Deichmeeting am 27. Juli 2013 mit Welt- und Europameistern im ...

Heimische Rohstoffe langfristig sichern

Die IHK-Arbeitsgemeinschaft macht in einer Pressemitteilung auf die Bedeutung der heimischen Rohstoffe ...

Werbung