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Nachricht vom 17.06.2013    

Heißer Rhythmus und sexy Hüftschwung in der Schlosskirche

Die kubanische Gruppe "Sonoc de las Tunas" sorgte in der Schlosskirche Westerburg für eine prächtige Stimmung. Karibische Lebensfreude pur hielt Einzug in die Kirche und das Publikum ließ sich mitreißen. Die Weltmusikreihe in alten Dorfkirchen ist wieder einmal um eine besondere Facette reicher.

Manuel Secade Gonzales sorgte mit der Trompete für Spontanität und Stimmung in der Westerburger Schlosskirche. Fotos: Ludwig Kroner

Westerburg. Wer erinnert sich nicht gerne an die flotten wie betagten Meister des kubanischen Son wie Ibrahim Ferrer und Compay Segundo, denen der deutsche Filmemacher Wim Wenders Ende der 90-er Jahre mit seiner Dokumentation „Buena Vista Social Club“ ein Denkmal setzte? Die Clubs waren schon im vorrevolutionären Havanna legendäre Stadtteiltreffs, in denen sich ihre männlichen Bewohner zum Rauchen, Trinken, Diskutieren, Kartenspielen und Erzählen, aber auch zu spontanen Sessions trafen, um die guten alten Zeiten hochleben zu lassen.

Doch diese Zeiten sind vermutlich vorbei und die acht Solisten der Gruppe "Sonoc de Las Tunas" - übersetzt Klangvielfalt von Las Tunas (eine Provinzhauptstadt inmitten der Insel) - sind allesamt um die 30 Jahre, haben in Las Tunas Musik studiert und vereinen die traditionell sentimentalen Lieder und den unverwechselbaren, afro-kubanischen Rhythmus des Son locker und gekonnt mit zeitgemäßen, eigenen Arrangements.
„Papito“ Manuel Secade González mit seiner Trompete ist ein Beispiel dieser spontanen Kreativität – sowie Elementen lateinamerikanischer Musik- und Tanzstile zu ihrem neuen Salsastil, dem „NuSalsa de Cuba“. Ihre hohe Professionalität, die sie in Cuba auf die Topliste der Musiker brachte, bot eine erfrischende Abwechslung zur Synthesizermusik der Calypso-, Reggaeton, Salsa-, Merengue- und Mambowelt à la Dirty Dancing, Mambo Nr. 5 u.ä., die seit Jahren als neue Trends aus den US-amerikanischen Großstädten kommend unsere Radiosender, Kneipen und Tanzclubs überschwemmen.



Neue kubanische Musik a la Sonoc „heizt mächtig ein“ und kann auch große Säle und Plätze ausfüllen. Sie transportiert das typisch karibische Lebensgefühl und konnte auf engstem Altar-Raum nur eine reduzierte Version einer smarten Latino-Bühnenshow bringen, die mit Leichtigkeit, klarer Erotik und mitreißendem Rhythmus sofort ins Blut und vor allem in die Beine ging.

Auch der Leidenschaftlichkeit des Publikums waren diesbezüglich in der restlos ausverkauften Westerburger Schlosskirche sowohl durch die protestantischen Holzbänke als auch eine stets am Limit arbeitende Akustik Grenzen gesetzt; doch der Applaus zwischen den Stücken fiel umso stürmischer aus.

Alles in allem war es wieder ein sehr interessantes und außergewöhnliches Konzert, dass die Weltmusikreihe der Kleinkunstbühne Mons Tabor zu Recht zu einem Highlight des Kultursommers Rheinland-Pfalz macht und dank der Unterstützung der Kreissparkasse und KEVAG schon im 18. Jahr erfolgreich Klänge fremder Kulturen in heimische Dorfkirchen trägt. (ck)



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