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Nachricht vom 30.04.2013    

Zahl der Arbeitslosen im April leicht gesunken

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt im Westerwaldkreis und im Rhein-Lahn-Kreis gehen im April die Zahlen der Menschen ohne Job leicht zurück. Im Agenturbezirk Montabaur sind 7.405 Arbeitslose gemeldet, die Quote liegt bei 4,3 Prozent. Im April 2012 lag sie bei 4,2 Prozent. Im Westerwaldkreis sind 4.661 Menschen ohne Job gezählt.

Montabaur. Der regionale Arbeitsmarkt entspannt sich langsam, aber stetig: Im April sank die Zahl der Menschen ohne Job innerhalb des Bezirks der Arbeitsagentur Montabaur auf 7.405 – das sind 264 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 4,3 Prozent zurück. Vor einem Jahr waren bei einer Quote von 4,2 Prozent 152 Personen weniger arbeitslos gemeldet.

„Diese erfreuliche Entwicklung in den letzten beiden Monaten verdanken wir vor allem der erwarteten Frühjahrsbelebung“ erklärt Agenturchefin Heike Strack. Nach Ablauf des ersten Quartals gibt die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Anlass, optimistisch ins weitere Jahr 2013 zu blicken. Unter der Annahme, dass das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent wächst, könnte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung das Rekordniveau 2012 übersteigen und von 90.100 auf 90.500 Personen im Jahresmittel steigen. Zugleich würde die Durchschnittszahl der Arbeitslosen von 7.000 auf 6.700 sinken.

Im März meldeten die Betriebe der Agentur für Arbeit Montabaur 593 offene Stellen. Das Angebot bleibt mit aktuell 1.537 Jobs auf dem Niveau des Vormonats und des Vorjahres; fast 90 Prozent sind sozialversicherungspflichtig und sofort zu besetzen. „Darin spiegeln sich der anhaltende Bedarf an Fachkräften
und die Mühe vieler Betriebe, geeignetes Personal zu finden“, weiß Heike Strack und nennt als Beispiele die Bereiche Pflege, Metall, Elektro und Gastronomie.

„Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer qualifiziert ist, hat gute Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden und dauerhaft zu behalten. Diese Aussichten steigen mit dem Grad der Qualifikation. Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist verschwindend gering. Ungelernte dagegen haben schlechte Perspektiven.“

So haben mehr als 3.000 der Männer und Frauen, die zurzeit arbeitslos gemeldet sind, keine abgeschlossene Berufsausbildung. Hier setzt die Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ an, die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und die Bundesagentur für Arbeit gestartet haben. Unter dem Motto „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ sollen bundesweit 100 000 junge Menschen zwischen 25 und 34 Jahren, die keine Berufsausbildung haben, eine (zweite) Chance bekommen und einen anerkannten Abschluss machen.

„Diesen jungen Erwachsenen gilt unser besonderes Augenmerk, weil sie noch bis zu 40 Jahre im Erwerbsleben stehen können und ein großes Potenzial sind, aus dem die Unternehmen ihren steigenden Fachkräftebedarf decken könnten“, sagt Heike Strack.
In den kommenden Monaten sollen junge Menschen durch intensive Gespräche motiviert werden, eine Aus- und Weiterbildung in Angriff zu nehmen. Gleichzeitig werden Arbeitgeber ermutigt, ihr Einstellungskonzept zu erweitern und ältere Azubis einzustellen. Bei dieser Initiative ziehen Arbeitsagentur und Jobcenter an einem Strang. Die große Mehrheit der Arbeitslosen ohne Berufsabschluss lebt von der Grundsicherung.



Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es (noch) ein Ungleichgewicht. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2012 meldeten sich im Agenturbezirk Montabaur 2.074 Bewerber für Ausbildungsstellen. Dass dies trotz sinkender Schulabgänger-Zahlen 182 mehr sind als im Vergleichszeitraum Oktober 2011 bis April 2012 wertet die Agenturchefin als Zeichen dafür, dass die Berufsberatung und der umfangreiche kostenlose Service stärker denn je in Anspruch genommen werden. Auf der anderen Seite boten die Unternehmen bislang 1.413 Ausbildungsstellen an; das sind 174 weniger als zuvor. Heike Strack geht jedoch davon aus, dass die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage sich in den kommenden Monaten nahezu schließen wird.

Wer an Qualifizierung und Förderung teilnimmt, wird währenddessen laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die so genannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zu den Erwerbslosen u.a. all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Auf dieser Basis kommt der Agenturbezirk Montabaur aktuell auf eine Quote von
5,4 Prozent. Sowohl vor einem Jahr als auch vor einem Monat lag sie bei 5,6 Prozent.

Abschließend ein Blick auf die beiden Landkreise, die die Agentur betreut: Für den Westerwald werden 4.661 Menschen ohne Job gezählt. Das sind 112 weniger als im März, aber 167 mehr als vor einem Jahr. Die Quote ist im Monatsverlauf um 0,1 auf 4,3 Prozent gesunken. Im April 2012 hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen.

Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.744 Arbeitslose gemeldet – 152 weniger als im März und 15 weniger als vor einem Jahr. Aktuell beträgt die Quote wie bei den Nachbarn 4,3 Prozent, was einen Rückgang um 0,2 Punkte gegenüber dem März und Gleichstand mit dem April-Wert 2012 bedeutet.



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