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Nachricht vom 08.01.2013    

Bestattungen von Muslimen in Selters möglich

Bestattungen von Muslimen sind ab sofort in Selters am Friedhof möglich. Die Stadt schaffte in Zusammenarbeit mit der Türkisch-Islamischen Gemeinde die Voraussetzungen dazu. Der Stadtrat hat die Friedhofsordnung entsprechend geändert.

Stadtbürgermeister Rolf Jung, Imam Veysel Ayaz und Kenan Levent, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde (von links)auf dem Selterser Friedhof: Heimat für Muslime in Selters, auch nach dem Tod.

Selters. Die Beisetzung von Muslimen und Christen unterscheidet sich aus Sicht der Friedhofsordnung in Selters fast nicht. Der einzige Unterschied ist die Ausrichtung des Grabes. Muslime werden nach islamischer Tradition in Richtung Mekka bestattet. Die künftigen muslimischen Gräber werden in ihren eigenen Reihen eine etwas andere Richtung haben. Dies zu ermöglichen hat der Stadtrat nach einer langen Zeit der Entscheidungsfindung die Friedhofsordnung mit großer Mehrheit geändert.

Ein gesondertes Grabfeld für Muslime gibt es nicht. In der aktuell anstehenden Grabreihe sind acht Gräber mit Ausrichtung gen Mekka vorgesehen. Ist diese Grabreihe belegt, werden in der nächsten freien Reihe wieder Gräber für Muslime vorgesehen. Für die im Islam vorgeschriebene Totenwaschung steht ein Raum in der Friedhofshalle schon seit einigen Monaten zur Verfügung. Nach wie vor werden die meisten verstorbenen Muslime in ihre Herkunftsländer überführt, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden. Inzwischen gibt es aber Muslime, deren letzter Wille eine Beisetzung in Deutschland ist. Dazu kommen Deutsche, die sich im Laufe ihres Lebens dem Islam zugewandt haben und für die eine Beisetzung in ihrer Heimat selbstverständlich ist. „Für uns ist es wichtig, dass wir muslimischen Mitbürgern, die mit uns in Selters gelebt haben, auch die Möglichkeit geben, hier ihre letzte Ruhe zu finden“, betont Stadtbürgermeister Rolf Jung.



Kenan Levent, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Selters, begrüßt die neue Regelung: „Viele Muslime haben ihren Lebensmittelpunkt hier in Selters. Sie leben und arbeiten hier. Für sie ist die Gewissheit, dass sie auch nach ihrem Tod eine bleibende Heimat in Selters haben können, ein wichtiges Signal.“


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