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Nachricht vom 21.12.2012    

Wissenschaftlerin besuchte alte Wirkungsstätte

Zurück zu den Wurzeln ging es für die Züricher Professorin Heidrun Becker: Aus Eberhahn stammend, besuchte sie die Ergotherapie-Abteilung des Fachkrankenhauses Vielbach. Ihr Interesse galt u. a. der Kreativtherapie des Hauses.

Heidrun Becker im Gespräch mit Patienten, Patrick Neuroth (links) und Klinikleiter Joachim Jösch (rechts).

Vielbach. Zu den Westerwälder Anfängen ihrer beruflichen Karriere zurückgekehrt war jetzt die aus Ebernhahn stammende Wissenschaftlerin Heidrun Becker. Die Professorin arbeitet an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften als stellvertretende Leiterin des Bereichs „Forschung und Entwicklung“ des Instituts für Ergotherapie. Im Rahmen eines geplanten Forschungsvorhabens besuchte sie die Ergotherapie-Abteilung des Fachkrankenhauses Vielbach – die Klinik, in der sie vor über 30 Jahren während ihrer Ergotherapie-Ausbildung als Praktikantin gearbeitet hatte.

Im Mittelpunkt ihres Interesses standen in Vielbach entwickelte und zunehmend praktizierte naturnahe Behandlungsangebote in den Bereichen Kreativ- und Arbeitstherapie. Hiermit nimmt die Westerwälder Suchtklinik eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Die Professorin führte darüber intensive Gespräche mit Patienten und Mitarbeitenden des Fachbereichs. „Gerade in der Kreativtherapie gelingt es den Patienten gut sich im Wortsinn ein Bild von ihrer ungewissen Zukunft ohne Suchtmittel zu machen“, sagte Becker. Stephan Hilckmann, Leiter der Kreativabteilung, wies darauf hin, dass sich im Winter für die Patienten die Chance bietet, den Schnee im Klinikgelände nicht als fort zu räumende Last, sondern als wunderbares Gestaltungsmaterial zu erleben. Die Männer könnten mit der weißen Pracht ihrer Phantasie Gestalt in XXL verleihen. Arbeitstherapeut und Schreinermeister Patrick Neuroth berichtete, wie Tannenzapfen des die Klinik umgebenden Waldes als Brennmaterial, Gestaltungsmittel, Tannensamen-Träger und aktuell als Teil von gefertigten „Insektenhotels“ erfahren würden.



Professorin Becker bedankte sich zum Abschluss für die ihr ermöglichten Einblicke in das Vielbacher „Versuchslabor“ in Sachen Ergotherapie-Weiterentwicklung. Die besonders lebenspraktische Ausrichtung der Vielbacher Ergotherapie, verbunden mit Gruppen-Erfahrungen in der Natur seien hervorragend geeignet, um praktische Fähigkeiten, Persönlichkeit und soziale Kompetenzen der sozial benachteiligten suchtkranken Patienten zu entwickeln. Die besonderen Therapieangebote des Fachkrankenhauses Vielbach machten den Patienten sichtbar Freude und förderten wirksam Mut und Fähigkeit, eine Zukunft ohne Suchtmittel zu gestalten. Am Endes des Tages freute sich Heidrun Becker auf den Besuch bei ihrer noch immer in Ebernhahn lebenden Mutter.


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