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Nachricht vom 02.09.2012    

Adiós, Gisella: Ein Schlusspunkt, der unter die Haut geht

Die Jugendreferentin des Dekanats Selters wird in einem emotionalen Gottesdienst verabschiedet – Lateinamerikanerin hinterlässt Lücke - Gisella Loyola wirkte sieben Jahre im Dekanat Selters.

In ihrem bewegenden Abschiedsgottesdienst sang die scheidende Jugendreferentin Gisella Loyola (links) gemeinsam mit ihren Schützlingen musikalische Glaubensbekenntnisse wie "Von guten Mächten" oder "Wie groß ist unser Gott". Fotos: Peter Bongard

Selters. Außergewöhnlich, emotional, temperamentvoll. So haben die Westerwälder Jugendlichen die Frau aus Peru in den vergangenen sieben Jahren kennen gelernt.

Jetzt haben sie sich in Selters von „ihrer“ Jugendreferentin verabschiedet: mit einem unkonventionellen Gottesdienst, der unter die Haut ging und etliche Gäste in der evangelischen Kirche zu Tränen rührte. Ein Schlusspunkt, der zu Gisella Loyola passt.

Schon der Einzug ins Gotteshaus spricht Bände. Ganz still und ohne das obligatorische feierliche Orgelvorspiel schreitet die Dekanatsjugendreferentin durchs Kirchenschiff. Stattdessen zeigen Bilder Schlaglichter ihres Schaffens. Es sind Fotos ihrer Freizeiten, der Mädchen-Wellnesstage, der Jungscharwochen, der Theater-AGs, ihrer Mitarbeiter – und vieler Jugendlicher. Auch das passt.

Denn Gisella Loyola hat nie ein großes Tamtam um ihre Arbeit gemacht, sondern immer Wert auf die Beziehung zu ihren Schützlingen gelegt. Beziehungen, die Früchte tragen und die auch die jungen Leute bewegen. In beeindruckenden Worten schildern sie ihre Zeit mit der Frau aus Lateinamerika und erinnern währenddessen nicht nur an die guten Freizeiten, die sie mit Gisella Loyola verbracht haben, sondern schwärmen auch von ihrer Lebensfreude, ihrem Herzblut, ihrer Qualität als Leiterin, ihrem Lächeln. Außerdem ist die scheidende Jugendreferentin ein Mensch, der Mut und Kraft bewiesen hat: „Nicht jeder schafft es, in einem neuen Land eine unbekannte Sprache zu lernen, eine Weiterbildung zu absolvieren und in das für ihn völlig neue System Kirche einzusteigen“, hebt Dekan Wolfgang Weik hervor. Ein Mut, der freilich nicht von ungefähr kommt. Denn Gisella Loyolas Arbeit war und ist in ihrem christlichen Glauben verankert.




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„Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag'. Dieser Bibelvers zieht sich wie ein roter Faden durch Dein Leben“, sagt der Selterser Pfarrer Winfried Wehrmann und beschreibt die scheidende Mitarbeiterin als einen Menschen, der zu der Frohen Botschaft steht und stets authentisch ist.
Diese Authentizität blitzt auch in der „Rede“ auf, mit der sich Gisella Loyola endgültig von ihren Weggefährten verabschiedet. Kurz ist die Ansprache; ohne schmückendes Beiwerk, dafür klar und auf den Punkt. „Ich bin dankbar für die Freiheit, die ich in meiner Arbeit erleben durfte und die mir die Kirche gelassen hat. Die Freiheit zu gestalten und den Menschen zu begegnen spiegelt für mich das Evangelium wider.“

Gisella Loyola hat diesen Freiraum genutzt und ist vielen Menschen begegnet. Menschen, die ihre Arbeit nun fortführen wollen: „Du hast im Dekanat und auch darüber hinaus eine Menge bewegt. Du hast uns bewegt“, sagt Christian Schimmel, Vorsitzender der Evangelischen Jugendvertretung im Dekanat Selters, und spricht damit vielen aus der Seele: „Du hast es geschafft, eine lebendige und wachsende Jugendarbeit zu hinterlassen und uns geholfen, Verantwortung zu übernehmen. Nun kann es hier gut weitergehen – auch wenn Du an allen Ecken und Enden fehlen wirst.“ (bon)


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